Aufwendige Suche: Beamte der Spurensicherung fanden erst nach Tagen die beiden vermissten Männer. - © Stefanie Dullweber
Aufwendige Suche: Beamte der Spurensicherung fanden erst nach Tagen die beiden vermissten Männer. | © Stefanie Dullweber

Hille/Bielefeld Hintergrund: Es wird eng für den mutmaßlichen Dreifachmörder von Hille

Landgericht Bielefeld: Der 51-jährige Fremdenlegionär hat bisher nur den Mord an Fadi S. gestanden. Doch die Beweise, dass Jörg W. auch zwei weitere Menschen auf dem Gewissen hat, sind erdrückend

Jürgen Mahncke

Hille/Bielefeld. Nach den aufsehenerregenden Leichenfunden in Hille hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Jörg W., einen mutmaßlichen Dreifachmörder, und einen seiner vermutlichen Helfer erhoben. Die Vorwürfe im Fall des ehemaligen Fremdenlegionärs Jörg W. lauten auf dreifachen Mord, die Anklage gegen einen Zeitsoldaten auf zweifachen Mord, wie der Sprecher des Landgerichts Bielefeld, Guiskard Eisenberg, mitteilte. Lässt das Gericht die Anklage zu, soll der Prozess am 3. September 2018 beginnen. Der 51-jährige Fremdenlegionär Jörg W. soll im vergangenen Jahr einen 30-jährigen Mann aus Stadthagen mit einem Hammer erschlagen haben. Diese Tat hat der Angeschuldigte in Verhören der Mordkommission "Wilhelm" inzwischen zugegeben. Anfang März flüchtete der Hiller nach Bayern, wurde aber hier nach einer Öffentlichkeitsfahndung entdeckt und festgenommen. Inzwischen sitzt er im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Ummeln. Kurz nach seiner Inhaftierung fanden Ermittler auf dem Hof im Kreis Minden-Lübbecke auch die Leichen eines 64-jährigen Hilfsarbeiters und eines 71-jährigen Nachbarn. Zwei Hundertschaften hatten die beiden Toten in einem Wald auf dem Grundstück des jetzt Angeklagten, vergraben im Erdreich, gefunden. Sicherheitsvorkehrungen vor Gericht Der zweite Angeklagte, ein 24-jähriger Zeitsoldat, soll mit Jörg W. und dessen Ehefrau auf dem Hof in Hille gelebt haben und an zwei der drei Tötungen beteiligt gewesen sein. Das Motiv für die drei Morde könnte Habgier gewesen sein. die Ermittler hatten geplünderte Konten entdeckt. Demnach hob Jörg W. auf der Flucht in Bayern Geld vom Konto des 71-jährigen Opfers ab. Außerdem beschaffte sich Jörg W. Geld vom Konto des dritten Opfers. Bei seiner Festnahme in Bayern fand die Polizei die EC-Karten beider Toten. Der Staatsanwaltschaft Bielefeld liegen Aufnahmen von Überwachungskameras vor, die den Angeschuldigten in zwei Fällen beim Geldabheben an Automaten zeigen. Der mutmaßliche Dreifachmörder steht auch unter Verdacht, Fahrzeuge seiner Opfer verkauft zu haben. So könnte er nach Angaben der Polizei und Staatsanwaltschaft einen historischen Traktor sowie ein Moped zu Geld gemacht haben. Sie gehörten dem ermordeten 64-jährigen Hilfsarbeiter. Während der Verhandlungen vor dem Landgericht Bielefeld sind besondere Sicherheitsvorkehrungen zu erwarten. Der mit dem Hammer erschlagene Fadi. S. stammt aus einer libanesischen Großfamilie, Racheakte sind nicht auszuschließen.

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