Jörg W. hat offenbar nicht alleine gehandelt, sondern hatte einen Mithelfer. - © Archivfoto/Stefanie Dullweber
Jörg W. hat offenbar nicht alleine gehandelt, sondern hatte einen Mithelfer. | © Archivfoto/Stefanie Dullweber

Hille Festnahme im Mordfall Hille: Jörg W. hatte offenbar einen Helfer

Der 24-jährige Verdächtige soll mit auf dem Hof in Hille gelebt haben

13.04.2018 | Stand 29.06.2018, 11:41 Uhr

Hille/Bielefeld. Der mutmaßliche Dreifach-Mörder Jörg W. hatte offenbar einen Helfer. Wie die Polizei am Freitagmorgen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld mitteilte, wurde am Donnerstag ein 24-jähriger Zeitsoldat in Schleswig-Holstein festgenommen. Der Deutsche soll an der Tötung des 64-jährigen Hilfsarbeiters Jochen K. beteiligt gewesen sein. Auswertung von SMS-Verkehr zwischen den beiden hätte die Hinweise geliefert. Der 24-jährige mutmaßliche Komplize soll gemeinsam mit Jörg W. und dessen Ehefrau auf dem Hof in Neuenbaum in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben. Laut Informationen des Mindener Tageblatts war er ebenfalls ein Hilfsarbeiter wie Jochen K., arbeitete aber zusätzlich als Zeitsoldat. Verdächtiger belastet Jörg W. schwer Der Verdächtige und der mutmaßliche Täter sollen sich von früher kennen, stehen aber in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis. Der Verdächtige wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt und ist weder vorbestraft noch polizeilich in Erscheinung getreten. Gegenüber der Polizei machte er Angaben zu allen drei Morden und belastete den 51-jährigen Jörg W. schwer. Der 24-Jährige gibt an, bei allen drei Tötungen zugegen gewesen zu sein, will jedoch nicht aktiv beteiligt gewesen sein. Ermittler der Mordkommission fanden im Haus des mutmaßlichen Täters außerdem ein Messer, an dem sich die DNA des 64-jährigen Hilfsarbeiters Jochen K. befand. Ein Tatwerkzeug im Fall Gerd F. wurde bisher nicht entdeckt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ebensowenig stehen die Tatorte fest. Gegen die Ehefrau des mutmaßlichen Mörders wird nicht ermittelt. Haftbefehl wegen dreifachen Mordes gegen Jörg W. Gegen W. wurde mittlerweile Haftbefehl wegen dreifachen Mordes erlassen. Er soll in der Woche vor dem 10. März den 30-jährigen Stadthäger Fadi S. in einer Scheune mit einem Hammer erschlagen haben. Später fanden die Ermittler außerdem die Leichen des 71-jährigen Rentners Gerd F. und des Hilfsarbeiters Jochen K. vergraben auf seinem Grundstück. Die Ermittler gehen davon aus, dass W. beide im August 2017 tötete. "Spätestens da sind wir zumindest sicher, dass sie nicht mehr am Leben waren", so Staatsanwalt Christopher York gegenüber dem Mindener Tageblatt. Es besteht laut Staatsanwaltschaft der dringende Tatverdacht, dass W. bei der Tötung der beiden Älteren aus Habgier handelte. Die Polizei fand bei seiner Festnahme am 10. März in Bayern EC-Karten der Toten. Außerdem gibt es Bilder von Überwachungskameras, die ihn beim Abheben von den betroffenen Konten zeigen. Anzahl der Ermittler deutlich aufgestockt Parallel zu den Ermittlungen in den drei Mordfällen nimmt die Mordkommission "Wilhelm" jetzt auch den Lebenslauf des 51-jährigen Ex-Fremdenlegionärs Jörg W. systematisch unter die Lupe. Zu diesem Zweck wurde die Anzahl der Ermittler um weitere sieben auf jetzt 29 Beamte aufgestockt, die aus mehreren, nahegelegenen Kreispolizeibehörden entsandt wurden. Auch eine Anfrage bei der Fremdenlegion sei gestellt worden, bisher aber unbeantwortet geblieben, so York. Hinweise auf weitere Opfer liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, sagt der Staatsanwalt. "Da es sich aber um drei Morde in relativ kurzer Zeit handelt, sehen wir es als unsere Pflicht an, alle Aspekte noch einmal zu beleuchten."

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