Eine der gefundenen Leichen in der Nähe des Grundstücks des tatverdächtigen Jörg W. - © Alex Lehn
Eine der gefundenen Leichen in der Nähe des Grundstücks des tatverdächtigen Jörg W. | © Alex Lehn

Hille Obduktion: In Hille gefundene Leichen waren stark verweste Männer

Eine Tat hat der frühere Fremdenlegionär Jörg W. gestanden, zwei weitere Opfer könnten auch auf sein Konto gehen.



Hille. Der Fund von drei Leichen hat in Hille große Bestürzung ausgelöst. "Da ist eine tiefe Betroffenheit in der Bevölkerung", sagt Bürgermeister Michael Schweiß. Dies sei in Gesprächen mit den Bürgern zu spüren. In der 16.000-Einwohner-Gemeinde hat sich womöglich eines der schwersten Verbrechen in der Geschichte von OWL abgespielt. Der mutmaßliche Serientäter Jörg W. sitzt in U-Haft. Einen Mord hat der 51-Jährige gestanden, zwei weitere Geständnisse könnten folgen. Die Ermittler wollen ihn zu den neuen Funden befragen. Das wird wohl erst nach der Überführung aus Bayern passieren. Klar ist bislang, dass W. den 30-jährigen Fadi S. aus Stadthagen getötet hat. Er erschlug ihn nach eigenen Angaben mit einem Hammer. Weil zwei weitere Männer aus dem Umfeld des Hofes vermisst wurden, suchte die Polizei dort nach Leichen - und wurde fündig. Ob es sich bei den Toten um den 71-jährigen Nachbarn des Täters, Gerd F., und den 65-jährigen Jochen K. handelt, will die Polizei am Freitag bekannt geben. Die Leichen wurden in Bielefeld obduziert. Starke Verwesungserscheinungen Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich um zwei männliche Leichen mit starken Verwesungserscheinungen handeln. Diese haben mindestens ein halbes Jahr im Erdboden gelegen. Die Ermittler haben die Suche auf den Höfen eingestellt. "Wir haben keine Hinweise auf weitere Todesopfer", so Sprecherin Kathryn Landwehrmeyer. Sollte sich herausstellen, dass es sich bei den Leichen nicht um die verschwundenen Männer handelt, suche man weiter. Die Polizei bestätigte, dass Jörg W. von 1989 bis 1991 Mitglied der Fremdenlegion war und aufgrund einer Verletzung ehrenhaft entlassen wurde. Bislang ist er nicht vorbestraft oder bei Gewaltdelikten in Erscheinung getreten. Gegen seine Ehefrau, mit der er auf dem Hof Pferde gehalten hat, wird nicht ermittelt. Sie hatte ihren Mann selbst als vermisst gemeldet und lebt mit ihrer Tochter auf dem Hof. W. gab in Vernehmungen an, in Duisburg früher in einer Bank gearbeitet zu haben. In Hille schlug er sich mit Jobs bei Personaldiensten durch. Er habe es nirgendwo lange ausgehalten, so ein Freund des Paares. Trittbrettfahrer mit Erpressungsversuch Völlig unklar ist bislang das Motiv des Täters. Man prüfe alle Finanzen, auch die der vermissten Männer, so eine Sprecherin der Polizei. Möglicherweise habe sich Jörg W. die Rente der beiden eingesteckt. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat bestätigt, dass die Familie von Fadi S. erpresst wurde. Zwei 22-Jährige, einer stammt aus Bad Oeynhausen, hatten behauptet, S. sei in ihrer Gewalt. Sie forderten 45.000 Euro, stellten sich später der Polizei.

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