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Die Espelkamper Grünen hatten vor knapp zwei Jahren zu einer Radtour durch die Innenstadt eingeladen und erkundeten die neuralgischen Punkte. Sie bringen das Thema Fahrradkonzept für die Innenstadt imemr wieder auf die Tagesordnung ?Foto: Klaus Frensing - © Karsten Schulz
Die Espelkamper Grünen hatten vor knapp zwei Jahren zu einer Radtour durch die Innenstadt eingeladen und erkundeten die neuralgischen Punkte. Sie bringen das Thema Fahrradkonzept für die Innenstadt imemr wieder auf die Tagesordnung ?Foto: Klaus Frensing | © Karsten Schulz

Espelkamp Sicherheitskonzept für Radverkehr in Espelkamp vorgestellt

Politiker wollen ein Konzept für die gesamte Stadt. Aus der Bürgerschaft gibt es immer wieder Beschwerden wegen der aktuellen Situation

Karsten Schulz
07.11.2019 | Stand 07.11.2019, 08:39 Uhr

Espelkamp. Besonders lange und intensiv haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung jetzt mit dem geplanten Radverkehrssicherheitskonzept auseinandergesetzt. Erste Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Untersuchung trug Verkehrsplaner Dennis Stocksmeier von der „Planersozietät" Dortmund vor. An der General-Bishop-Straße, der Gabelhorst, der Beuthener Straße und der Isenstedter Straße, ebenso auf der Koloniestraße, hat es bereits Änderungen gegeben. Viele Bürger sind unzufrieden mit bisherigem System Das Konzept wird von vielen seit langem erwartet, zumal immer mehr Bürger mit dem bisherigen System sehr unzufrieden sind. Besonders seitdem an einigen Straßen vor gut anderthalb Jahren damit begonnen wurde, die geänderten rechtlichen Anforderungen umzusetzen. So gab und gibt es Neuregelungen, die teilweise vom heimischen Ordnungsamt auf Espelkamper Verhältnisse umgesetzt wurden. Seither gibt es immer wieder Beschwerden von zumeist älteren Bürgern, insbesondere Radfahrern, die mit den neuen Regelungen nicht klar kommen und um ihre Sicherheit fürchten (nw.de berichtete mehrfach). Viele lassen inzwischen ihre Fahrräder zuhause und schlagen sich als Fußgänger durch oder benutzen öffentliche Verkehrsmittel. Keine Benutzungspflicht für Radfahrer vorgesehen Stocksmeier stellte vor den Mitgliedern des Ausschusses zunächst die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten von Straßen und Wegen mit gemeinsamer oder kombinierter Nutzung von Rad-und Fußgängerwegen vor. Grundsätzlich gab er jedoch auch den Planern der heimischen Ordnungsbehörde recht, die seinerzeit klar feststellten, dass es für Radfahrer generell keine Benutzungspflicht geben sollte, auf bestimmten Radwegen zu fahren. „Der Gesetzgeber möchte, dass der Radverkehr jetzt und in Zukunft auf der Fahrbahn geführt wird", sagt auch der Planer. Immer wieder hätten umfangreiche Untersuchungen gezeigt, dass in einem solchen Fall die wenigsten Unfälle passieren und damit der Sicherheitsaspekt am stärksten Berücksichtigung findet." "Fahrräder sind wie Fahrzeuge zu werten" Radfahrer sind „wie alle anderen auch als Fahrzeuge zu werten und damit gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer", so Stocksmeier. Nur in Ausnahmefällen sollte deshalb der Radverkehr außerhalb der Fahrbahn geführt werden. Dies sei bei hoher Verkehrsdichte insgesamt und vor allem auch bei hohem Geschäftsverkehr gegeben. So könne eine Benutzungspflicht nur aufgrund einer entsprechenden Sicherheitslage angeordnet werden. Dieser Grundsatz gelte jedoch nur bei innerörtlichem Verkehr. Auf der General-Bishop-Straße gelte daher die vorherrschende Maxime, dass die Radfahrer die Fahrbahn nutzen sollten. Grundsätzlich sei bei der Beschilderung darauf zu achten, dass die geänderte Situation für Radfahrer verdeutlicht werde und dies somit auch den Autofahrern klar gemacht würde. Bei der Birger-Forell-Straße soll der Gehweg wirklich nur noch für Fußgänger zu benutzen sein. An Kreisverkehren sollten vermehrt Zebrastreifen die Nutzung erleichtern. Auch bei der Lübbecker Straße soll die Möglichkeit gegeben sein, nur noch auf der Straße zu fahren. Keine anderen Maßnahmen seien auf der Koloniestraße und der Breslauer Straße notwendig. Nur an der Isenstedter Straße hält der Planer die getrennten Geh- und Radwege mit Nutzungspflicht aufgrund der Sicherheitslage für notwendig. Es muss mit Kosten von 650.000 Euro gerechnet werden Grob geschätzt, so Stocksmeier, müsse man mit Kosten in Höhe von 650.000 Euro rechnen. Weitere Mittel müssten für die Kreisverkehre eingesetzt werden. Alle diese neuen Verkehrsveränderungen würden „massiv gefördert". „Wie bringe ich dies meinen Bürgern bei?", fragte Bürgermeister Heinrich Vieker. Thomas Rogalske (CDU) empfindet dies als ein „sehr emotionales Thema". Vor allem seien auch Familien betroffen. Er möchte über mehr Ausnahmen nachdenken. Radfahrer sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer Florian Craig (Grüne) sieht die Radfahrer nach wie vor als schwächste Verkehrsteilnehmer. Sie benötigen „etwas, um ihnen mehr Sicherheitsgefühl zu verschaffen". Das Bewusstsein müsse verändert werden. Man brauche „mehr Miteinander als Gegeneinander im Straßenverkehr". Darauf wiesen Paul-Gerhard Seidel von den Unabhängigen und Gisela Vorweg (FDP) hin. „Es müssen noch viele dicke Bretter gebohrt werden, bis wir den Radfahrer sicher auf der Straße haben", so Vieker.

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