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Beim täglichen Fütter-Ritual auf Schloss Benhausen ist nur der Chef Paul Gauselmann mit seinen Trauerschwänen anwesend. - © Karsten Schulz
Beim täglichen Fütter-Ritual auf Schloss Benhausen ist nur der Chef Paul Gauselmann mit seinen Trauerschwänen anwesend. | © Karsten Schulz

Espelkamp-Gestringen Tägliches Ritual von Paul Gauselmann: Brötchen für die Schwäne

Unternehmer Paul Gauselmann kommt regelmäßig vorbei, um „seine“ Trauerschwäne zu besuchen. Die Berliner Bär-Skulptur hat jetzt eine Kopfbedeckung.

Karsten Schulz
05.11.2019 | Stand 05.11.2019, 11:33 Uhr

Espelkamp-Gestringen. Wichtige Dinge wurden kürzlich einmal wieder auf Schloss Benkhausen besprochen. Die Herbstbereisung der Industrie- und Handelskammer (IHK) stand an und man hatte sich in der Alten Rentei versammelt, um sich über die Investitionen in die Umwelt der Gauselmann Gruppe unterrichten zu lassen. Zum obligatorischen Gruppenfoto ging man anschließend, kurz nachdem Unternehmensgründer Paul Gauselmann erschienen war, zur Freitreppe des Herrenhauses, um sich richtig in Szene setzen zu lassen. Es war ein wunderbar sonniger und warmer Herbsttag, so dass man anschließend noch gerne zu einem kleinen Plausch zusammenstand. Mit dabei auch der Firmenchef, der es sich nicht nehmen ließ, wieder einmal sein vor einigen Jahren erworbenes Schloss zu besuchen, das inzwischen umfassend saniert worden ist. "Der Teller mit den Brötchen steht auf der Fensterbank" Inzwischen ist es ihm zu einer lieb gewordenen Gewohnheit geworden, mindestens einmal am Tag vorbeizuschauen. Immer zu einer fest gelegten Zeit fährt er mit seinem Wagen vor und parkt direkt neben der Rentei auf dem Schlosshof. So auch an diesem Tag. Paul Gauselmann, der sich gerade noch im Gespräch mit den Bürgermeistern Frank Haberbosch aus Lübbecke und Heinrich Vieker aus Espelkamp befindet, bricht es sofort ab, als ihn ein Ruf vom Hotel erreicht: „Herr Gauselmann, es ist alles fertig, der Teller steht auf der Fensterbank." Gauselmann macht sich sofort auf den Weg und greift sich den Teller. Auf ihm befinden sich zwei trockene Brötchen. „Die sind für meine beiden Schwäne", sagt er und macht sich schnell auf in die entgegengesetzte Richtung, zur Schlossbrücke. „Die haben mich schon erkannt und rufen nach mir, nur ich darf sie füttern", freut sich der Unternehmer und zerrupft die Brötchen in kleine Stücke, die er den bereits wartenden Schwänen in schwungvollem Bogen zuwirft. Trauerschwäne bereits im dritten Jahr auf Benkhausen zuhause „Schauen Sie mal, sogar die Kleinen sind jetzt dabei", freut er sich. Auch die haben ihn bereits erkannt. Eine Gruppe mit Fahrradfahrern kommt gerade zur Haupteinfahrt des Schlosshofes und beobachtet ihn aus der Entfernung. Eine Frau aus Pr. Oldendorf, die gerade Besuch aus Norwegen hat, erkennt den bekannten Mann und spricht ihn an. Paul Gauselmann erklärt, dass das Trauenschwanen-Paar bereits im dritten Jahr im Benkhausener Schlosspark und auf der Gräfte zuhause ist. Ursprünglich war es auf dem Gauselmannschen Privatgrundstück in Gestringen beheimatet, von wo es dann in ein natürlicheres und vor allem größeres Umfeld nach Benkhausen umgesiedelt wurde. Zwei Kinder sind nach Bad Holzhausen umgezogen Inzwischen sind die Schwäne eine der vielen Attraktionen im Benkhauser Schlosspark. Zwei Kinder des älteren Paares sind inzwischen in den Bad Holzhauser Kurpark umgezogen. Gauselmann blickt sich zufrieden um. „Hier fühlen sich jetzt alle sehr wohl. Überhaupt ist der Schlosspark gerade zu dieser Jahreszeit, wenn sich das Laub verfärbt, sehr schön. Ich bin immer wieder sehr gerne hier." Wohlwollend ruht sein Blick auch auf der Skulptur des Berliner Bären, den Gattin Karin zum 80. Geburtstag von den Mitarbeitern des Lübbecker adp-Werkes geschenkt bekommen hat. „Schauen sie mal. Er trägt jetzt die wichtigsten Bauwerke auf seinem Kopf", erzählt Gauselmann. Tatsächlich ist eine Silhouette mit den markantesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt kürzlich auf dem Bärenkopf befestigt worden.

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