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Dieser Privatweg trennt das neue bewaldete Areal (links im Bild) vom alten Betriebsgelände Kadecos. Im Bereich des links zu sehen Waldstücks wurde gekokelt, ebenso wie in der weiter dahinter liegenden größeren Waldfläche. - © Karsten Schulz
Dieser Privatweg trennt das neue bewaldete Areal (links im Bild) vom alten Betriebsgelände Kadecos. Im Bereich des links zu sehen Waldstücks wurde gekokelt, ebenso wie in der weiter dahinter liegenden größeren Waldfläche. | © Karsten Schulz

Espelkamp Espelkamper Firma hat Angst vor großem Feuer

Heimisches Unternehmen ist in Sorge, weil auf dem firmeneigenen bewaldeten Nachbargrundstück bereits mehrfach gekokelt wurde. Anhaltende Trockenheit birgt Risiko.

Karsten Schulz
12.08.2019 | Stand 12.08.2019, 19:04 Uhr

Espelkamp. Rüdiger Hey, technischer Leiter des Espelkamper Unternehmens Kadeco ist besorgt. Er hat Angst davor, dass auf dem direkt davorliegenden Grundstück vor der Hauptverwaltung am Hindenburgring ein großes Feuer entfacht wird, das auf die Gebäude seines Unternehmens übergreifen könnte. Kleinere Brände hat es in den vergangenen Wochen bereits häufiger auf dem firmeneigenen Gelände, auf dem früher einmal im vorderen Bereich die Marktkauf-Tankstelle stand, gegeben. Bisher gab es vier Schwelbrände Am 2. und 3. sowie am 30. Juli und am 9. August musste bereits gelöscht werden. Bei den ersten Malen haben noch Mitarbeiter die Schwelbrände unterdrücken können, beim letzten Einsatz musste die Feuerwehr Espelkamp alarmiert werden. Hey weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als die Öffentlichkeit zu informieren. „Wir haben zwar einen werkseigenen Sicherheitsdienst, aber der kann nicht überall seine Augen haben. Außerdem können wir um dieses riesige Gelände nicht auch noch einen Zaun ziehen, damit es nicht mehr betreten werden kann." Rad-und Gehweg trennt Wald und Firmengelände Zwischen dem vorhandenen Firmengebäude und der inzwischen in Firmenbesitz befindlichen zum Teil bewaldeten Immobilie, gibt es einen Rad-und Gehweg. Der erschließt das Gelände bis zum Schüsselbruchweg und wird auch morgens von vielen Radfahrern und Fußgängern benutzt. Viele Angestellte von Kadeco, die in den dahinterliegenden Siedlungen wohnen, benutzen ihn ebenfalls. Besonders diejenigen, die zur Morgenschicht gegen 5.30 Uhr in den vergangenen Wochen dort unterwegs waren, hatten mehrfach bemerkt, dass im benachbarten Wäldchen oder auch auf der Wiese nächtliche Lagerfeuer oder auch Grillfeste veranstaltet wurden. „In den Morgenstunden kokelte es noch vor sich hin. Und unsere Leute haben dann selbstständig versucht, mit Eimern oder Handlöschern diese Hinterlassenschaften abzulöschen. Am 9. August mussten wir jedoch die Feuerwehr rufen, denn wir hatten Angst, dass wir die letzten Glutnester nicht beseitigen konnten und es somit zu einem größeren Brand kommen könnte", sagte Hey im Gespräch mit der NW. "Wir wollen die Menschen sensibilisieren" „Wir machen jetzt darauf aufmerksam, weil wir die Menschen sensibilisieren wollen, zurzeit keine Feiern im Freien und vor allem nicht im Wald zu organisieren, bei denen auch noch ein Feuer gemacht werden muss. Das ist unverantwortlich, zumal sich in der Nachbarschaft auch noch der Marktkauf befindet." Ordnungsamt Kadeco hat inzwischen eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Außerdem sind jetzt auch das Ordnungsamt der Stadt Espelkamp und die Feuerwehr so aufmerksam geworden, dass sie regelmäßig dort Kontrollen vornehmen. Das bestätigten jetzt auch Ordnungsamtsleiter Marco Hennig. „Es ist gar nicht auszudenken, was angesichts dieser Witterung bei uns alles passieren könnte. Wir machen jetzt regelmäßige Stichproben." Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, erwähnt in diesem Zusammenhang auch einen Fall, der sich bereits am Samstag um 11.47 Uhr in Frotheim abgespielt hat. Dort brachte ein 89-jähriger Mann gesammelten Müll auf ein vor dem Haus befindliches Feld und zündete ihn einfach an. „Das hätte auch böse enden können", sagt der Polizeisprecher. Zwei Espelkamper erhielten bereits eine Anzeige Er bestätigt die Einsätze auf dem Nachbargrundstück bei Kadeco am Hindenburgring. Am 8. August seien bereits am späten Nachmittag zwei Personen angetroffen worden, eine 47-jährige Frau und ein 51-jähriger Mann, die dabei waren ein Feuer im anliegenden Wald zur Straße anzuzünden. Beide stammen aus Espelkamp. Sie erhielten eine Anzeige wegen „fahrlässiger Herbeiführung einer Brandgefahr." "Anlass zur Sorge kann ich vollends teilen" Am 9. August, so Steinmeyer, sei gegen 6.22 Uhr bei der Feuerwehr die Meldung eingegangen, dass an verschiedenen Stellen „etwas los ist". Dies habe sich zwischen dem Schüsselbruchweg und dem Baumkreis ereignet. Die Rede war von mehreren Schwelbränden und einem Lagerfeuer. Daraufhin habe die Firma eine Online-Anzeige erstattet. „Den Anlass zur Sorge kann ich vollends teilen. Wir können nur froh sein, dass nicht noch etwas Schlimmeres passiert ist angesichts der weiterhin vorhandenen Brandgefahren auf den Feldern und vor allem im Wald", sagt Ralf Steinmeyer.

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