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In der Ferienzeit hatte in Espelkamp eine schwerkranke Patientin Probleme, einen Allgemeinarzt in Espelkamp zu finden. - © Pixabay
In der Ferienzeit hatte in Espelkamp eine schwerkranke Patientin Probleme, einen Allgemeinarzt in Espelkamp zu finden. | © Pixabay

Espelkamp Kommentar zum Ärzte-Notstand: Es braucht mehr Gemeinschaftspraxen

Ein Arzt mit einer Praxis im ländlichen Bereich. Der nächste Kollege hat seine aber weiter entfernt. Auf dem Land wird das in der Zukunft nicht mehr funktionieren.

Karsten Schulz
11.08.2019 | Stand 10.08.2019, 17:03 Uhr

Der Engpass in der Akut-Versorgung in der Ferienzeit bei den Espelkamper Hausärzten sollte eine heilsame Lehre sein. Leider trifft es ja immer diejenigen, die am wenigsten dafür verantwortlich zu machen sind, wie die vor Ort ansässigen Hausärzte und natürlich diejenigen, die direkt davon betroffen sind: die Patienten. Die offen zu Tage getretene Notsituation zu Beginn der Ferienzeit zeigt ganz klar, dass die Versorgung mit Hausärzten in unserer ländlichen Region einfach nicht ausreichend ist. Der Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung aus Minden hat ja selbst mit dem Finger auf die Misere gewiesen und von einer klaren Unterversorgung mit Landärzten und Allgemeinmedizinern in unserer Region gesprochen. Somit wird klar, dass es sich hier vor allem um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, das dringend von der Politik konkret benannt und angegangen werden muss. Zwei neue Ärztehäuser sind bereits im Bau Der Bau des Ärztehauses in Espelkamp und das bereits fertige Haus in Rahden weisen in die richtige Richtung und könnten zu einer Verbesserung der Gesamtsituation führen. Denn in einem Haus, wo mehrere Ärzte – hoffentlich auch Fachärzte – unter einem Dach zusammenarbeiten, lässt sich auch leichter eine Vertretung organisieren oder eine sich abzeichnende Notsituation beheben. In Espelkamp selbst merkt man ja bereits, dass Alleinpraxen inzwischen fast die Ausnahme sind. In vielen Praxen arbeiten inzwischen mindestens zwei, in einigen sogar drei Ärzte zusammen. Nur so lassen sich das Patientenaufkommen noch bewältigen und gleichzeitig auch die Bedürfnisse der Ärzte selbst befriedigen. Denn auch sie haben ein Privatleben, benötigen Ruhephasen oder werden vielleicht auch einmal krank. Ebenso ist zu beobachten, dass es immer mehr – vor allem weibliche – Ärzte gibt, die gerne stundenweise arbeiten möchten oder in Teilzeit. Auch diese Arbeitszeitmodelle sind in Gemeinschaftspraxen und Ärztehäusern eher möglich und könnten die Ärzteversorgung auch im heimischen ländlichen Bereich auf Dauer gesehen sicherstellen.

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