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Tim, Joshua und Helene Fercho sind gemeinsam im „Escape Room" eingeschlossen und ?versuchen durch das Lösen kniffliger Rätsel wieder hinauszukommen. ?Fotos: Karsten Schulz - © Karsten Schulz
Tim, Joshua und Helene Fercho sind gemeinsam im „Escape Room" eingeschlossen und ?versuchen durch das Lösen kniffliger Rätsel wieder hinauszukommen. ?Fotos: Karsten Schulz | © Karsten Schulz

Espelkamp Kein Entrinnen aus dem Espelkamper "Escape Room" - Ferienspiele rüsten auf

Auch in den Ferien haben die Mitarbeiter der Espelkamper Bildungseinrichtung alle Hände voll zu tun. Der Sommerlese-Club läuft und der neue „Escape Room“ sorgt für Spannung

Karsten Schulz
08.08.2019 | Stand 09.08.2019, 17:24 Uhr

Espelkamp. Die Bücherei ist um eine weitere Attraktion reicher geworden: Nunmehr gibt es auch einen „Escape Room", aus dem es so schnell kein Entkommen gibt. Dafür haben die Mitarbeiter rund um Büchereileiterin Sabine Berges schon gesorgt. „Kommen Sie mal mit, da ganz hinten ist der besagte Raum." Auf dem Tisch tickt ein Wecker, der nach einer Stunde klingelt Sabine Berges geht voran und zieht mich bis ganz hinten rechts an eine Ausstellungswand. Die ist von vorne mit gruseligen Motiven und Bildern gekennzeichnet – alte Burgen und Schlösser, fast mystische Landschaftsaufnahmen sind hier zu sehen. Und am Fuß der Paravents ist ein großes rotes Zahlenschloss befestigt. „Erst wenn das am Schluss mit einem entsprechenden Zahlencode geöffnet werden kann, werden die dahinter Eingeschlossenen wieder befreit", erläutert sie mir. Tatsächlich ist es so, dass im Inneren ein Tisch, eine Couch, einige Hocker und diverse Utensilien stehen. Auf dem Tisch tickt ein Wecker, der nach einer Stunde klingelt. Bis dahin müssen alle Rätsel und gestellte Aufgaben gelöst werden. Zur Sicherheit läuft vorne an der Ausleihe ebenfalls eine Uhr mit, damit auch diejenigen, die nicht gefangen sind, wissen, wann sie nach den Spielern schauen müssen. Gemeinsam gut kombinieren, Die Espelkamper Version des „Escape Rooms", die zum ersten Mal als Programmpunkt der Ferienspiele angeboten wird, sei während Fortbildungsveranstaltungen entstanden, erläutert Sabine Berges. „Eine Kollegin aus Bad Oeynhausen hat die Idee weiterentwickelt, und wir haben sie auf unsere Verhältnisse zugeschnitten." "Jedes noch so kleine Detail kann wichtig sein" Im Raum sind insgesamt neun verschlossene Schlösser versteckt. Es gilt, Zahlen- oder auch Zahlen-Buchstaben-Kombinationen herauszufinden, um diese Schlösser zu öffnen. Sie können nur ermittelt werden, wenn bestimmte Rätsel gelöst werden. Dies geht natürlich nur in gemeinschaftlicher Arbeit. Die beiden achtjährigen Jungen Tim und Joshua sowie Helene Fercho wollen an diesem frühen Dienstagvormittag eine Stunde lang versuchen, alle neun Rätsel zu lösen, um selbstständig den Raum wieder verlassen zu können. Vorher werden sie von den Mitarbeiterinnen noch instruiert: „Schaut euch genau um, jedes noch so kleine Detail kann wichtig sein." Im Inneren des Sommerhutes ist ein Schlüssel versteckt Auf der Couch liegt ein großer Sommerhut. Dreht man ihn um, ist in seinem Inneren ein weiterer Schlüssel versteckt. Oder unter der Couch. Dort befindet sich eine kleine Dose, in der weitere Anweisungen und Hinweise zu finden sind. Und wenn der Hocker umgedreht wird, ist auch dort etwas zu finden. Auf dem Tisch liegen drei alte Bücher, an einem ist ebenfalls ein Schloss befestigt. "Wir hatten schon einige sehr gute Leistungen" Seltsam. Tim, Joschua und Helene Fercho, rechnen, ermitteln, schreiben auf, stellen Zahlen zusammen. Doch am Ende der Zeitspanne haben sie gerade einmal zwei Rätsel gelöst, bei dem dritten standen sie kurz vor einer Lösung. „Puh, ganz schön schwierig", stöhnen alle. Ob das denn überhaupt für Kinder geeignet sei, möchte ich wissen. „Manchmal sind Kinder fixer als die Erwachsenen, wenn es um solche Aufgaben geht", sagt Sabine Berges. Dennoch mussten sie und die Mitarbeiterinnen anschließend in den „Escape-Room" eindringen, um die Eingeschlossenen zu befreien. Gemeinsam halfen sie anschließend, die Rätsel zu lösen. Nur wenige hätten bisher alle neun Rätsel gelöst und sich selbst innerhalb der vorgegebenen Zeit von einer Stunde befreien können. „Aber wir hatten da schon einige gute Leistungen", so die Büchereileiterin. In diesem Jahr Der „Escape Room" ist aber nur ein Teil des Sommerferienspiel-Angebotes in der Stadtbücherei. Highlight ist der Sommerlese-Club, den es in den Sommerferien bereits seit elf Jahren gibt. „Das Angebot gibt es, solange wir hier im Bürgerhaus sind. Es hat sich allerdings verändert", so Sabine Berges. 283 Kinder und 25 Erwachsene nehmen teil. Während die Kinder 3.051 Bücher ausgeliehen haben, sind es 106 bei den Erwachsenen. Mitarbeiter Benjamin Pfennig betreut das Nachmittagsangebot „Comic live" und freut sich darüber, wenn viele sein neues digitales Angebot mit dem Namen „Green-Screen"nutzen. Dabei kann man sich sozusagen selbst in den Mittelpunkt einer Handlung transferieren, die auf dem dahinterliegenden Monitor für alle zu sehen ist. „Das ist beispielsweise super geeignet für ein Team-Foto und eine Win-Win-Situation für alle", weiß Pfennig. 75 Prozent aller Kunden nehmen noch ein Buch in die Hand Neu am Horizont, darauf weist Sabine Berges hin, ist ein digitales Angebot der Bücherei. Dabei geht es um das Live-Streeming von Musik mit dem Namen „Freegal" – mehr soll noch nicht verraten werden. Die Büchereileiterin freut sich darüber, dass aber nach wie vor auch die analogen Angebote – auch bei Kindern und Jugendlichen – angenommen werden. So nehmen etwa 75 Prozent aller Kunden immer noch ein Buch in die Hand, ein Viertel nutzen auch andere Medien. Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher 8.305 Medien ausgeliehen.

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