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Sie nehmen den Christus ab: Arnhold Steffan (r.), Franz Müller (m.) und Günter Markowka.
?Fotos: Joern Spreen-Ledebur - © Joern Spreen-Ledebur
Sie nehmen den Christus ab: Arnhold Steffan (r.), Franz Müller (m.) und Günter Markowka.
?Fotos: Joern Spreen-Ledebur | © Joern Spreen-Ledebur

Espelkamp Neues Zuhause für Michaels-Christus

Das von Bildhauer Rudolf Weber geschaffene Symbol der Michaelskirche soll in der Thomaskirche einen eigenen Andachtsraum erhalten

Karsten Schulz
18.05.2019 | Stand 18.05.2019, 17:03 Uhr

Espelkamp. Die 200 Kilogramm schwere Christus-Figur, das Symbol für das 1982 eingeweihte Michaels-Gemeindezentrum in der alten Heinrich-Drake-Siedlung, hat die Kirche verlassen. Bald soll das vom bekannten Bildhauer Rudolf Weber, der viele Kunstwerke im öffentlichen Raum für die neue Stadt Espelkamp schuf, kreierte Kunstwerk einen kleinen Andachtsraum in der Thomaskirche beherrschen. Dieser soll im Bereich des Flüchtlingsfensters eingerichtet werden und den Gläubigen Raum für Stille und Andacht bieten. Pfarrer Christoph Seiler erinnert sich Pfarrer Christoph Seiler, der vor vielen Jahren im Michaelsbezirk wirkte, kann sich noch gut daran erinnern, dass die 200 Kilogramm schwere Bronze-Plastik 1971 in die Vorgängerkirche des heutigen Michael-Gemeindezentrums aufgehängt wurde. Dieses Gotteshaus ist 1956 in der Heinrich-Drake-Siedlung errichtet worden. Direkt nach dem Krieg hielten die Gläubigen der „Kolonie" zunächst in einer provisorisch zu einem Kirchengebäude umfunktionierten Schulbaracke ihre Gottesdienste. Als der Neubau der Michaelskirche wegen der stark gewachsenen Gemeinde notwendig geworden war, zog der von Rudolf Weber geschaffene Kruzifix kurzerhand in das neue Sakralgebäude um. Dort ist er seither Blickfang und Orientierung zugleich. in der damaligen Beschreibung des Kunstwerkes zitiert Seiler folgenden Satz: „Gezeigt wird der Gekreuzigte als ’König Gottes im Bettlergewand gekrönt". Es handele sich hier um einen plastischen Korpus in „romanisierender Form". Drei Männer nahmen 200 Kilogramm Kruzifix ab Fast drei Tage lang hatte Küster Arnhold Steffan benötigt, um ein Gerüst aufzubauen, das es ermöglicht das 200 Kilogramm schwere Kreuz mit Korpus abzunehmen. Er selbst sowie Franz Müller und Günter Markowka nahmen es schließlich vom Gerüst ab und zogen es mit einem Wagen über eine mobile Rampe bis zu einem großen Pkw-Anhänger, wo es vorsichtig bis zur Thomaskirche gefahren wurde. Während der Abnahme kam der frühere Pfarrer Falk Becker in die Michaelskirche, der sich das Kruzifix noch einmal genauer anschaute: „Es ist eine sehr starke Darstellung. Christus trägt die Bettler-Krone, die aus seinem Kopf erwächst. Er hat den Tod besiegt und das Leiden überwunden."

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