Die Klus-Orgel wird häufiger gespielt und ist direkt über dem kleinen Altar inmitten des Raumes pisitioniert, so dass sie auch ein fortiger Blickfang ist. - © Tanja Dittmann
Die Klus-Orgel wird häufiger gespielt und ist direkt über dem kleinen Altar inmitten des Raumes pisitioniert, so dass sie auch ein fortiger Blickfang ist. | © Tanja Dittmann

Espelkamp Die "Alte Klus" ist der Renner unter den Sehenswürdigkeiten

Anfang Juni gibt es einen bedeutenden Termin mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege. Die Orgel und die Heizung sind dabei fest im Blick

An historischen Gebäuden ist die Stadt Espelkamp nicht reich gesegnet. Wenn man die wenigen noch übrig gebliebenen Reste der Bebauung aus der Muna-Zeit für die Kernstadt hinzurechnet, stehen entsprechende Gebäude mit historischer Bausubstanz vor allem in den Dörfern. Und hier müssen vor allem Frotheim, Fiestel, Isenstedt und Gestringen-Benkhausen genannt werden. In Frotheim sind es hier die Alte Klus als Kapelle und den historischen Dorfkern mit den alten Bauernhäusern. Ferner gibt es die Isenstedter Christuskirche, das Ensemble rund um den alten Herrensitz Benkhausen und die benachbarte Ellerburg, die allerdings nur noch als Ruine zu besichtigen ist. Insbesondere die Alte Klus gehört zu den bekanntesten und vor allem auch die am stärksten genutzte und besuchteste Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Das bestätigt auch Rüdiger Kanning im Gespräch mit der NW. Von der Gemeinschaft zum "Klus-Beauftragten" bestimmt Er ist von der Dorfgemeinschaft als Klus-Beauftragter bestimmt worden und hat den Überblick über die Besucherzahlen und wie die Kapelle insgesamt genutzt wird. Er führt Interessierte selbst durchs Gebäude und outet sich gerne als Klus-Fan. So ist, wie im übrigen auch die Mitglieder der Dorfgemeinschaft, sehr daran interessiert, was mit "ihrer"Alten Klus so passiert. Und da gibt es immer etwas zu tun, wie jetzt André Köster vom Gebäudemanagement der Stadt Espelkamp bestätigt. Seit zwei Jahren Sanierungsarbeiten In den vergangenen zwei Jahren habe es verschiedenste Sanierungsarbeiten an der Alten Klus gegeben. So sei die Dachrinnenanlage komplett erneuert worden, ebenso ein Schwellholz. Mauern seien zurückgebaut worden, die zu dicht ans Gebäude grenzten, eine Mauer sei saniert und die Turmverschalung repariert worden. Vor allem der damalige Dorfgemeinschaftsvorsitzende Günter Bünemann hatte immer wieder ein anderes Problem in die öffentliche Diskussion gebracht. Es ging hier um die Frage, ob man in dem Gebäude eine Heizungsanlage installieren sollte. Dafür waren zunächst 40.000 Euro im vergangenen Haushalt eingestellt, aber schließlich wieder gestrichen wurden, weil noch nicht so ganz klar war, wie man genau in dem Gebäude vorgehen solle. Diesem Problem soll aber jetzt auf den Grund gegangen werden, wie André Köster bestätigte. In den jüngsten Diskussionen sei es vor allem um die Frage gegangen, ob man eine Heizungsanlage installieren sollte. Man sei allerdings wohl noch nicht zu einem Ergebnis gekommen, da eine Beheizung zu "einer für die Gebäudesubstanz schädlichen Klimaveränderung führen kann". Dadurch sei wohl auch bereits die Orgel geschädigt worden. Ortstermin mit Denkmalpflegerin Barbara Pankoke Köster wie auch Stadtpressesprecher Torsten Siemon bestätigten, dass Anfang Juni zu dieser Problematik ein Ortstermin mit Denkmalpflegerin Barbara Pankoke vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster, stattfinden werde. Sie ist zuständig für die Kreise Minden-Lübbecke und Gütersloh. Köster gab ferner bekannt, dass für die kommenden Jahre auch eine Sanierung der Fachwerkmauer geplant sei. Eine genaue Zeitplanung gibt es dazu noch nicht. Stadtpressesprecher Torsten Siemon bestätigte den Gesprächstermin und präzisierte: "Wir werden wohl verschiedene Heizsysteme mit der Fachfrau besprechen und uns gemeinsam für das am wenigsten Orgel schädigende entscheiden." Darüber freut sich Klus-Beauftragter Rüdiger Kanning natürlich sehr, denn in Sachen Heizung müsse dringend etwas getan werden. Bisher habe man bei Veranstaltungen bei Bedarf Gasöfen genutzt, die hätten aber zu einer hohen Luftfeuchtigkeit gefüht und damit einige Orgelpfeifen in Mitleidenschaft gezogen. Möglicherweise, so Kanning, könne man an den Klus-Wänden Platten befetigen, die bei Bedarf Wärme in Richtung Besucher abstrahlen. Dieses Heizsystem würde elektrisch betrieben. 30 Veranstaltungen und 1.100 Besucher jährlich Als 2018 die 40.000 Euro gestrichen worden seien habe sich die Dorfgemeinschaft insgesamt sehr geärgert. Dazu hätten auch Äußerungen von Bürgermeister Heinrich Vieker beigetragen, der festgestellt hatte, dass es sich wohl hauptsächlich um kirchliche Veranstaltungen handele,die in der Klus stattfinden. "Da hat er zwar recht, aber gleichzeitig ist die Alte Klus das am stärksten besuchte historische Gebäude in der Stadt. Sie wird intensiv von allen Bürgern und Touristen genutzt. Darüber können wir nur alle froh sein." Insgesamt gibt es rund 30 Veranstaltungen jährlich, darunter befinden sich auch zwölf Andachten und drei Passionandachten sowie Trauungen und Taufen. Insgesamt hat Kanning 1.100 Besucher gezählt. "Wo gibt es das in Espelkamp denn noch einmal?", fragt er sich.

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