Der Belegungsplan: Frank Engelhardt demonstriert hier, wie oft es Parallelnutzungen gibt. Ganz rechts Karola Thielking. - © Karsten Schulz
Der Belegungsplan: Frank Engelhardt demonstriert hier, wie oft es Parallelnutzungen gibt. Ganz rechts Karola Thielking. | © Karsten Schulz

Espelkamp Jugendzentrum Isy 7 hat mit Problemen zu kämpfen

Veränderungen: Zunehmende Doppelnutzungen machen stärkeren Schallschutz notwendig. Hinterer Eingang ist so marode, dass er dringend saniert werden muss

Karsten Schulz

Espelkamp. Aller guten Dinge sind drei: Im sozio-kulturellen Zentrum Isy 7 müssen - gerade einmal sieben Jahre nach Fertigstellung des Neubaus - aktuell drei Probleme in den Griff zu bekommen sein. Zum einen hat die Nutzung so stark zugenommen, dass es zu vielen Parallelbuchungen der Räume kommt. Dem steht der gewollt offene Charakter des Hauses allerdings entgegen. Denn aufgrund der unterschiedlichen Angebote der einzelnen Gruppen gibt es auch unterschiedliche Anforderungen. Und da kommt es immer häufiger zu Kollisionen, vor allem was die Lautstärke angeht. Zum anderen gibt es bauliche Mängel am Hintereingang und jetzt hat auch noch Sozialarbeiterin Friederike Frerichs gekündigt. "Da muss etwas geschehen", da sind sich Stadtjugendpfleger Frank Engelhardt und Karola Thielking einig. Gemeinsam hielten sie den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung vor Ort die Notwendigkeit vor Augen, die Situation im Isy 7 zu verbessern. "Es sind einfach mehr Nutzungen als wir seinerzeit gerechnet hatten", sagt Engelhardt und weist auf ein großes Schild hin, das im Bühnenbereich steht und eine Vielzahl von Angeboten aufweist. "Es ist oft sehr schwierig" Sozialarbeiterin Karola Thielking ergänzt: "Es ist oft sehr schwierig für die Jugendlichen, die im Bistrobereich sitzen und einfach nur chillen wollen. Sie kommen gegen die Power-Musik von unten nicht an." Es störe auch, wenn gleichzeitig im vorderen Bereich etwas stattfindet. "Es ist zurzeit überhaupt kein Schallschutz vorhanden. Viele verschwinden deshalb wieder um 18 Uhr", sagt die Jugendleiterin. "Im offenen Bereich ist jeden Tag etwas los. Und wir haben hier eher zunehmendenen als abnehmenden Bedarf", so Engelhardt. Bisher seien schon einmal 10.000 Euro für schallschluckende Maßnahmen vorgesehen gewesen, sagt Sachgebietsleiter Gebäudemanagement André Köster. Deshalb habe man auch die Dekra mit ins Boot genommen, um herauszufinden, wie man die Problematik lösen könne. Man habe versucht, mit bestimmten Würfeln oder auch Tüchern und Vorhängen etwas zu machen. Doch das habe sich nach Messungen und Untersuchungen als "nicht zielführend" erwiesen, so der Fachmann. Das einzige, was hier wirklich helfen würde, sei eine massive Schalldämmwand, die zwischen Bühnenbereich und offenem Bistrobereich hochgezogen werden müsse. Es müsste sich um Profilit handeln mit einer Füllung aus Milchglas. Darin eingebaut werden müsse eine massive Schallschutz-Tür. Dies habe die Dekra als "zielführend" bezeichnet, so Köster. Insgesamt sei mit Kosten von 40.000 Euro zu rechnen. Offener Charakter des Hauses ist ausdrücklich erwünscht Bürgermeister Heinrich Vieker erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass bei der Planung des Hauses ausdrücklich ein offener Charakter gewünscht worden sei. Die Politik habe schon seinerzeit Bedenken gehabt. Insgesamt merkten die anwesenden Politiker an, dass die Vorteile des offenen Charakters aufgegeben würden. André Stargardt (SPD) wünscht sich zudem Alternativen. "Ich erwarte da auch vom Jugendzentrum Ideen, wie man das vielleicht noch anders regeln kann." August-Wilhelm Schmale (CDU) sieht die Probleme der Überschneidung als "nachvollziehbar" an. Er hob jedoch hervor, dass die Attraktivität des Zentrums gemindert werde. "Die tolle Atmosphäre geht verloren", so Schmale. Eine weitere Baustelle hat sich im überdachten hinteren Eingangsbereich des Isy 7 gezeigt (die NW berichtete). Inzwischen sind noch mehr Schäden sichtbar geworden,wie André Köster jetzt den Politikern eindrucksvoll erläutern konnte. Feuchtigkeit und Pilze bedrohen Fassadenplatten Die Holzunterkonstruktion für die Fassadenplatten ist teilweise durch Feuchtigkeit und Pilze so extrem verrottet, dass die Schrauben der Fassadenplatten aus der Holzverlattung herausgerissen sind. Die horizontalen Fugen der Fassadenplatten sind offen, es handelt sich um eine hinterlüftete Konstruktion. Als Gründe vermutet das Gebäudemanagement Mängel in der Bauausführung, zusätzlich scheint sich ein Holzschädling im Ständerwerk zu befinden. Köster stellte fest, dass man bei der Sanierung der Schäden komplett auf Aluminium setzen werde und von Holzverlattungen absehen werde. Damit nicht noch andernorts Schäden auftreten, soll nunmehr das gesamte Gebäude untersucht werden.

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