Mord: Hartmut Lehnert (Mitte) ermittelt als Kommissar am Tatort. Gedreht wurde in Espelkamp-Schmalge. Fotos: Camcore Filmproduktion|| - © Camcore Filmproduktion
Mord: Hartmut Lehnert (Mitte) ermittelt als Kommissar am Tatort. Gedreht wurde in Espelkamp-Schmalge. Fotos: Camcore Filmproduktion|| | © Camcore Filmproduktion

Espelkamp/Rahden Vom Keller in die Kinos

"Phantomschmerz": Der Espelkamper Kinofilm erobert die deutschen Leinwände. Die Premiere im Neuen Theater ist ausverkauft. Es gibt aber noch Tickets für die Exklusiv-Vorstellung in Rahden

Espelkamp/Rahden (nw/hvs). Die Espelkamper Jungs von Camcore starten am Donnerstag, 6. September, mit ihrem Debütkinofilm "Phantomschmerz" deutschlandweit in den Kinos. Auch bei uns in der Region wird es den Film zu sehen geben. Ganz exklusiv veranstalten die Filmemacher am Sonntag, 2. September, eine Vorstellung noch vor dem deutschen Kinostart im Dersa-Kino Rahden. Hierbei sind das Filmteam und die Schauspieler persönlich anwesend und stehen für Fragen und Diskussionsrunden zur Verfügung. Wenige Tickets sind noch auf der Website des Dersa-Kinos zu erwerben unter www.dersakino-rahden.de Leidenschaft für Produktion und Drehbuch Die Premiere am Samstag, 1. September, im Espelkamper Neuen Theater sei bereits ausgebucht, teilt Daniel Littau mit. Er ist für Drehbuch, Produktion und Schauspiel zuständig. Der 27-Jährige wuchs gemeinsam mit Andreas Olenberg (Regie, Drehbuch, Produktion, Schnitt) in Espelkamp auf. Im Alter von zwölf Jahren (Sommer 2003) gründete er mit Olenberg das Filmteam "Camcore", bei dessen Produktionen er überwiegend die Figuren vor der Kamera verkörperte und zusätzlich eine Leidenschaft für das Produzieren sowie Drehbuchschreiben entwickelte. Im Herbst 2016 schrieben die beiden das Drehbuch zu "Phantomschmerz". Zunächst als Kurzfilm geplant, entstand daraus ihr erster Spielfilm, den sie, trotz abgelehnter Filmförderung, im Jahr 2017 mit einem Team filmbegeisterter Kollegen auf eigene Faust produzierten (die NW berichtete). Bewusste Entscheidung gegen Berlin "Phantomschmerz" wurde in Espelkamp, Rahden, Lübbecke, Minden und Bielefeld an 53 Tagen gedreht und laut Littau mit einem Budget von 50.000 Euro produziert. Littau: "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht wie Anfangs geplant in Berlin zu drehen, sondern bei uns in der Heimat. Dies hat uns eine Menge Kosten sowie organisatorische Schwierigkeiten erspart. Zudem war es deutlich einfacher, eine Drehgenehmigung für ein Gefängnis oder ein Krankenhaus zu bekommen." Der offizielle Weg über die Filmförderungen sei ihnen leider nicht gewährt worden, so Littau. "Wir starteten eine Crowdfunding-Kampagne und zum Ende haben wir 10.500 Euro zusammenbekommen. Die restlichen 40.000 Euro haben wir über regionale Sponsoren erhalten. Alle Schauspieler sowie Crewmitglieder haben auf ihre Gage verzichtet. Auch Schauspieler Sven Martinek war so sehr von dem Projekt überzeugt, dass er uns ohne Bezahlung über zwei Monate zur Verfügung stand. Zusätzlich haben wir große Unterstützung in Form von Lebensmittelspenden sowie kostenlosen Hotelübernachtungen bekommen", berichtet Littau. "Phantomschmerz" sei somit einer der ersten Kinospielfilme Deutschlands, der komplett ohne Filmförderung, Filmstudios oder sonstige Finanzierung aus der Filmbranche produziert wurde.

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