"Da war Flexibilität gefragt": Evgenij Haustov ist mit seinem Gesellenstück Kammer- und Landessieger unter den Auszubildenden zum Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Drehtechnik geworden. Ausgebildet wurde er im Unternehmen Pressen und Maschinen Schling in Fiestel. - © Sonja Rohlfing
"Da war Flexibilität gefragt": Evgenij Haustov ist mit seinem Gesellenstück Kammer- und Landessieger unter den Auszubildenden zum Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Drehtechnik geworden. Ausgebildet wurde er im Unternehmen Pressen und Maschinen Schling in Fiestel. | © Sonja Rohlfing

Espelkamp Zerspanungsmechaniker Evgenij Haustov ist Kammer- und Landessieger

Kammer- und Landessieger: Evgenij Haustov lernte beim Unternehmen Schling in Fiestel Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Drehtechnik

Sonja Rohlfing

Espelkamp-Fiestel. "Nur im Büro sitzen, das ist nicht so meins", erklärt Evgenij Haustov und lässt die Metalleinzelteile seines Gesellenstücks passgenau ineinander gleiten. Mit dem Präzisionsstück ist der Zerspanungsmechaniker Fachrichtung Drehtechnik zum Abschluss seiner Ausbildung Kammer- und Landessieger geworden. Dabei hätte ihm mit seinem Fachabitur im Bereich Wirtschaft auch ein anderer Berufsweg offen gestanden. Um am Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks auf Kammer- und Landesebene teilzunehmen, sind gute Noten in der Abschlussprüfung Voraussetzung. Dass sein Gesellenstück gleich so gut ist, dass es für einen Sieg reicht, damit hat der 23-Jährige aus Espelkamp nicht gerechnet. "Das war ganz unerwartet", freut sich Evgenij Haustov, der im Unternehmen Pressen und Maschinen Schling in Fiestel ausgebildet wurde. Qualifiziert hat er sich mit seinem Sieg auf Landesebene für den Bundeswettbewerb. Dass er dort ganz knapp den dritten Platz verfehlt hat, wurmt den Espelkamper. "Wir mussten da noch einmal praktisch ran", berichtet Evgenij Haustov, "allerdings unter erschwerten Bedingungen." Die Aufgabenstellungen hätten alle Fachrichtungen der Zerspanungstechnik umfasst. Gearbeitet worden sei an fast historisch anmutenden Maschinen. "Da war Flexibilität gefragt", hebt der junge Mann hervor. An fast historisch anmutenden Maschinen gearbeitet "Es ist das erste Mal, dass einer unserer Auszubildenden so weit vorne platziert ist", freut sich Frank Hallmann, Schling-Geschäftsführer und alleiniger Inhaber des Unternehmens. Evgenij Haustov sei wissbegierig und zielstrebig und habe schon gute Vorleistungen aus der Schule mitgebracht. "Wie sich jemand entwickelt, weiß man bei Jugendlichen in dem Alter jedoch nicht gesichert", merkt Frank Hallmann an - und schmunzelt. Auch er sei nicht immer so strukturiert gewesen, gibt Evgenij Haustov zu. Nach dem Fachabitur für Wirtschaft sei ihm jedoch klar gewesen, dass er Wirtschaft mit Handwerk kombinieren wolle, und zwar im Bereich Metall. "Metall ist vielseitig einsetzbar von Flugzeugen bis Immobilien, darin sehe ich die Zukunft." Seine Erwartungen seien bisher übertroffen worden, erklärt der junge Mann. Er sei mit der Wahl des Ausbildungsberufes und des Lehrbetriebes voll zufrieden. Der Arbeitsalltag sei abwechslungsreich und erfordere Mitdenken. "Das macht mir am meisten Spaß", unterstreicht der 23-Jährige. Hergestellt werden in dem 1972 gegründeten, überregional tätigen Unternehmen mit heute 20 Mitarbeitern Pressen sowie Teile und Technik für Schienenfahrzeuge, Mobilkrane und ähnliches. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der CNC-Dreh- und Frästechnik. Die als Einzelteile, Serien oder Baugruppen gefertigten Produkte werden an namhafte Kunden geliefert. Ein bis zwei junge Menschen bildet das Unternehmen pro Jahr aus. Für den Beruf des Zerspanungsmechanikers braucht es Interesse an Technik und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Die passenden Lehrlinge zu finden, sei nicht immer einfach, erklärt Frank Hallmann, der auch Prüfungsausschuss-Vorsitzender ist. Voraussetzung für die dreieinhalbjährige Ausbildung sei mindestens ein Realschulabschluss. Evgenij Haustov hat sich seine nächsten Ziele schon gesteckt. "Ich möchte die Meisterprüfung machen oder ein Studium anfangen." "Er wird seinen Weg gehen", ist sich Frank Hallmann sicher.

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