Der gerade gewählte SPD-Vorstand: Die Mannschaft um den Vorsitzenden Hartmut Stickan (6. v. l.) und seiner Vize Claudia Strobel (3. v. r.). - © Karsten Schulz
Der gerade gewählte SPD-Vorstand: Die Mannschaft um den Vorsitzenden Hartmut Stickan (6. v. l.) und seiner Vize Claudia Strobel (3. v. r.). | © Karsten Schulz

Espelkamp Espelkamper Sozialdemokraten besorgt um Mitgliederentwicklung

Jahreshauptversammlung: Schulentwicklung und Flüchtlinge bleiben die Hauptthemen

Karsten Schulz

Espelkamp. Sie gehören mit aktuell 82 Mitgliedern immer noch zu den größten SPD-Ortsvereinen im Kreisgebiet. Darauf will sich stellvertretender Fraktionsvorsitzender und wiedergewählter Kassierer André Stargardt allerdings nicht ausruhen: „Wir waren schon mal mehr. Und die Tendenz geht weiter nach unten, besonders im übrigen Kreisgebiet", sagt der Sozialdemokrat während der jüngsten Jahrshauptversammlung im Gesellschaftsraum des Bürgerhauses. Zum einen schlage nunmehr der demographische Wandel voll durch, man müsse jedoch „auch etwas tun". Stargardt: „Rechnet damit, dass wir zu jeder Versammlung und jedem Parteitag dieses Thema auf der Tagesordnung haben." Es sei nur ein schwacher Trost, dass es auch anderen Volksparteien nicht besser ergehe. Das war jedoch der einzige Wermutstropfen, der Dienstagabend die Versammlung ein wenig trüben sollte. Grundsätzlich freuten sich die Sozialdemokraten, dass sie gemeinsam mit der IG „Schule vor Ort" den Ratsbürgerentscheid erfolgreich über die Bühne gebracht hätten. Jetzt ginge es darum, so Fraktionsvorsitzender Reinhard Bösch in seinem Bericht über die Ratsarbeit, darum, den Bürgerentscheid zum Erhalt der beiden kleinen Grundschulen Ernst-Moritz-Arndt und Erlengrund durchzuziehen. „Jetzt müssen wir nur mit ’Ja’ stimmen statt mit „’Nein’ wie im Falle des Erhaltes von Isenstedt", so Bösch. Er sei sich sicher – im Gegensatz zur Rathausmehrheit – dass auch dieser Entscheid wieder positiv für die Befürworter des Erhaltes kleiner Grundschulen ausgehe. Bei den Flüchtlingen gehe es darum, dass mittelfristig gesehen unbedingt preiswerter Wohnraum geschaffen werden müsse, um diejenigen unterzubringen, die längerfristig oder für immer in Espelkamp blieben. Er verweis auf die geplanten Übergangswohnheime, die an der Trakehner Straße und in Isenstedt gebaut werden sollen. Bösch: „Diese Menschen haben es verdient, dass ihnen geholfen wird." Landtagsabgeordneter Ernst-Wilhelm Rahe outete sich als Karnevalsflüchtling und stellte fest, dass er in seinem Wahlbezirk seit Beginn der heißen Karnevalszeit 21 Termine wahrgenommen habe, darunter allein fünf in Espelkamp. Kritisch fragte André Stargardt nach, wie es sich mit dem Land in Sachen Gesetzesänderung bei privaten Ersatzschulen verhalte. Außerdem wünscht er sich mehr Initiativen beim Sozialen Wohnungsbau in Espelkamp. Rahe verweis in diesem Zusammenhang auf die Aufbaugemeinschaft hin, die seiner Meinung nach nicht nur profitorientiert agiere. Bei Schulen in privater (christlicher) Trägerschaft machte er deutlich, dass man weitere Gründungen wohl nicht verhindern könne. Rahe: „Es hat bisher keinen Anlass für Beschwerden gegeben." Den Bericht aus dem Kreistag hielt Claudia Strobel. Es folgte eine kurze Debatte über Pro und Contra eigenes Jugendamt für die Stadt Espelkamp. Die Schließung des Combi-Marktes bedauerten die Sozialdemokraten. André Stargardt stellte fest, dass die Stadt keinen Einfluss auf die Nutzung habe. Dennoch sollte das Stadtmarketing „mehr agieren statt reagieren". Wiedergewählt wurde Hartmut Stickan als Vorsitzender, ebenso wie seine Vize Claudia Strobel, Kassierer André Stargardt und Schriftführerin Iris Finke. Als Beisitzer fungieren Önder Akbas, Manfred Brand, Helga Burk-Blase, Bülent Demirdelen, Klaus Ditze, Hans Dyck, Fabian Golanowsky und Dominik Noch. Neu hinzugekommen sind Helmut Papke und Oktay Akbulut.

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