Enttäuscht: Mir rund drei Dutzend Vertretern nahm die Interessengemeinschaft Schule vor Ort an der Sitzung teil. Die von der IG gemachten Vorschläge fanden jedoch bei der Stadtverwaltung wie auch bei der Mehrheit des Schulausschusses indes kein Gehör. - © Joern Spreen-Ledebur
Enttäuscht: Mir rund drei Dutzend Vertretern nahm die Interessengemeinschaft Schule vor Ort an der Sitzung teil. Die von der IG gemachten Vorschläge fanden jedoch bei der Stadtverwaltung wie auch bei der Mehrheit des Schulausschusses indes kein Gehör. | © Joern Spreen-Ledebur

Espelkamp Ausschuss gibt Empfehlung für Schulentwicklungsplanung

Schulausschuss spricht sich mit acht zu sieben Stimmen für Garbe-Empfehlung aus

Hans Kracht
09.09.2015 | Stand 08.09.2015, 20:48 Uhr

Espelkamp. Die von der Mehrheitsfraktion im Stadtrat angestoßene schnelle Umstrukturierung der Espelkamper Schullandschaft erfuhr in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Schule, Erziehung und Eltern zwar einigen Widerstand, aber keinen bleibenden Aufschub. Mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, den Empfehlungen im Garbe-Gutachten zur Schulentwicklung zu folgen. Das bedeutet im Klartext das Aus für die Grundschule in Isenstedt und die Fortführung der beiden Grundschulen Im Erlengrund und Ernst-Moritz-Arndt am Standort Waldschule. Acht Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, sieben waren dagegen. Zu den Nein-Stimmen zählte auch die des CDU-Mannes Marius Schumacher, der Bedenken gegen die Schließung der Isenstedter Schule äußerte und deshalb gegen seine Fraktion votierte. Zuvor war mit neun Nein- bei sechs Ja-Stimmen die SPD mit ihrem Antrag gescheitert, alle Grundschulstandorte zu erhalten und einen Ideenwettbewerb zur künftigen Nutzung der Waldschule zu starten. Über das Konzeptpapier der IG Schule vor Ort gingen die Meinungen arg auseinander. Bürgermeister Heinrich Vieker („Wir haben’s uns aufmerksam angeschaut“) sprach von unrichtigen Zahlen und widerlegten Behauptungen, die sich auf das alte, nicht auf das aktualisierte Garbe-Papier zur Schulentwicklung beziehen würden. Er bedauerte auch die „Angriffsmentalität“ der IG. Die IG „hat keine fiktiven Zahlen genommen“, widersprach Jens Bölk (SPD). Es fänden sich viele interessante und wichtige Dinge in dem IG-Papier. „Ich find’s gut, dass sie so viel Zeit und Arbeit investiert haben“. Ernst-August Schmale betonte den Standpunkt der CDU: die drei Schulen der Südschiene seien einzügig und könnten so nicht weiter geführt werden „Fakt ist: wir haben zu viel Raum“, so Schmale. Eine Grundschule Waldschule sei machbar und würde jährliche Einsparungen von 500.000 Euro bedeuten. Schmale kritisierte die IG, weil sie auf die Probleme der Südschiene nicht eingegangen sei, äußerte zugleich aber auch Dank und Respekt für deren geleistete Arbeit. Ob Einsparungen aber auch wirklich eintreffen würden, das sei noch völlig offen, entgegnete SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Bösch. Sein Fraktionskollege André Stargardt bezeichnete das IG-Papier als „eine ausgezeichnete Arbeit mit fundierten Zahlen“. Bis 2020 sollten alle Grundschulstandorte erhalten bleiben, bekräftigte er den Willen seiner Partei. Den richtigen Zeitpunkt, über die Zukunft der Grundschulen zu entscheiden, sieht Paul-Gerhard Seidel „in sechs Jahren“. Zu dem Hinweis von Seiten der CDU auf „überflüssige Flächen“ merkte der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen an, dass dies nicht die Entscheidung ersetzen könne, die es im Sinne der Kinder zu fällen gelte. Wenn es nur ums Geld sparen ginge, sei dies „die falsche Priorität“. Jens Bölk befürchtete hinsichtlich der Schließung der Isenstedter Schule, dass der seit sieben Jahren bestehende Schulverband zerrissen werde. Isenstedt sei der Standort mit dem größten Potenzial. Es gebe „keine sachliche Begründung gegen Isenstedt“. Und: „Wir sind nicht in der Not, Schulen jetzt zu schließen.“ Mit der Schulentwicklungsplanung wird sich heute ab 16 Uhr auch der Hauptausschuss befassen. Beraten wird dann auch über einen Ratsbürgerentscheid.

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