Ein markantes Profil: Die Bundesministerium ließ sich das neue und bunte Espelkamp zeigen. - © Foto: Tyler Larkin
Ein markantes Profil: Die Bundesministerium ließ sich das neue und bunte Espelkamp zeigen. | © Foto: Tyler Larkin

Espelkamp Barbara Hendricks besuchte Espelkamp

Bundesbau-Ministerin beeindruckt von Burano und neuen Wohnformen

Karsten Schulz
27.06.2015 | Stand 27.06.2015, 09:59 Uhr

Espelkamp. Als die große schwarze Limousine mit der Bundesbau-Ministerin Barbara Hendricks am Wohnpark Mittwald 2 vorfuhr, war sie bereits mitten im neuen Espelkamp angekommen. Von Bürgermeister Heinrich Vieker und "Hausherr" Hans-Jörg Schmidt begleitet, ging's zunächst in den Gemeinschaftsraum. Bei Kaffee und belegten Brötchen war Zeit für eine kurze Plauderei, um schließlich zum Quartiersspaziergang zu starten. Die Bundesministerin war neugierig auf das, was in Espelkamp mit den Mitteln aus dem Topf "Soziale Stadt" in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren passiert ist. Und Aufbaugeschäftsführer Schmidt wie auch der Bürgermeister konnten stolz die Ergebnisse vorzeigen. Aus der großen Schiebetür ging's gleich in die parkähnlich gestaltete Landschaft zwischen Wohnpark Mittwald II und dem gerade fertiggestellten Lichtpark. Wasserflächen, kleine Holzbrücken, blühende Staudenbeete und kleine Aufenthaltsflächen zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Am Lichtpark wies Schmidt die Ministerin auf die roten Sonnenrollos vor den großen Wohnzimmerfenstern hin. "Das haben alle Bewohner gemeinsam bestellt und auch die Farbe entsprechend der Farbgebung am Gebäude ausgesucht".Eines der ältesten Viertel der Kernstadt Zwischen Lichtpark und Mittwald II liegen acht Jahre. "Schon in dieser kurzen Zeit haben sich bei den älteren Menschen die Bedürfnisse geändert, denen wir Rechnung getragen haben", so Schmidt. Wie auf Kommando winkten bei diesen Worten einige Bewohner den Besuchern zu. Die Delegation mit der Ministerin an der Spitze ging die geschwungenen Wege durch den Park zwischen den Wohnkomplexen mit den unterschiedlichen Wohnformen weiter und betrat ein völlig anderes Wohnquartier. Das "Burano"-Viertel ist eines der ältesten Quartiere der Kernstadt und wurde jetzt nach dem Vorbild der Fischerinsel vor den Toren Venedigs mit den bunten Fischerhäusern umgestaltet. Barbara Hendricks, die auf Vermittlung des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Achim Post nach Espelkamp gekommen war, legte ein forsches Tempo vor. Immer mit dabei war Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland-Westfalen.Von Espelkamp nach Bünde Beim Vorbeigehen an einem kleinen Spielplatz änderte die Ministerin kurzfristig das Protokoll. "Na, wie sind denn heute die Zeugnisse ausgefallen. Bist Du denn damit zufrieden", fragte sie einen Jungen. "Ja, ich habe lauter Zweien", kam es prompt zurück. "Ich gehe aufs Söderblom-Gymnasium und mein Bruder hier geht schon in die siebte Klasse", wurde das Gespräch mit der Ministerin noch eine kleine Zeit lang fortgeführt. Doch schließlich musste sich die Politikern wieder verabschieden. Noch einige hundert Meter weiter wartete bereits in Höhe der Isenstedter Straße am Ende von "Burano" die schwarze Limousine auf den Gast aus Berlin. In einer halben Stunde musste sie schon wieder in Bünde sein. Doch für ein ganz kurzes Gespräch mit der versammelten Presse blieb noch ein wenig Zeit: "Hier ist es in beispielloser Weise gelungen in zehn bis zwölf Jahren was abzurutschen drohte wieder aufzurichten. Die Lebensqualität der Menschen hat sich deutlich verbessert." Nach diesem kurzen Statement verschwand die Bundesministerin wieder hinter den abgedunkelten Scheiben der Dienstlimousine. Die Aufbaugemeinschaft gehöre zu einem der "ganz starken Unternehmen" in seinem Verband, so Alexander Rychter. Es sei nicht einfach, in einem nicht ganz leichten Wohnungsmarkt mit viel Fantasie solche Projekte umzusetzen. Das Unternehmen gebe die richtigen Antworten auf die Energiewende und den demografischen Wandel. Am 2. November werden die Ergebnisse aus Espelkamp in der Landesvertretung NRW in Berlin gezeigt, informierte Rychter die Anwesenden.Espelkamp wächst wieder Hans-Jörg Schmidt freute sich darüber, dass der Veränderungsprozess in Espelkamp bis zu höchsten Stellen in Berlin wahrgenommen werde. In allen Kleinstädten gebe es Schrumpfungsprozesse, Espelkamp wachse wieder, so der Geschäftsführer der Aufbaugemeinschaft. Und Bürgermeister Heinrich Vieker zeigte sich "stolz über das Erreichte" und freute sich, zeigen zu dürfen, dass in Espelkamp das Geld von Bund und Land "gut angelegt" worden sei.

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