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Nach erfolgreicher Banddurchschneidung: Paul Gauselmann hebt die Hand, um den Mitgliedern einer Jazzband das Zeichen zu geben, dass sie weiterspielen können. Links neben ihm seine Frau Karin, daneben Bürgermeister Heinrich Vieker und CDU-Landtagsabgeordneter Friedhelm Ortgies. Rechts von ihm klatschen Landrat Ralf Niermann und SPD-Landtagsabeordneter Ernst-Wilhelm Rahe Beifall. - © FOTO: TYLER LARKIN
Nach erfolgreicher Banddurchschneidung: Paul Gauselmann hebt die Hand, um den Mitgliedern einer Jazzband das Zeichen zu geben, dass sie weiterspielen können. Links neben ihm seine Frau Karin, daneben Bürgermeister Heinrich Vieker und CDU-Landtagsabgeordneter Friedhelm Ortgies. Rechts von ihm klatschen Landrat Ralf Niermann und SPD-Landtagsabeordneter Ernst-Wilhelm Rahe Beifall. | © FOTO: TYLER LARKIN

Espelkamp Die Eroberung von Schloss Benkhausen

Eigentümer-Familie Gauselmann feierte mit 200 Gästen Ende der Umbau-und Renovierungsarbeiten

Karsten Schulz
30.05.2015 | Stand 01.06.2015, 07:56 Uhr

Espelkamp-Gestringen. Es war von allem etwas: Renovierung, Restaurierung, Rekonstruktion, Neubau und auch ein wenig Phantasie.Fast sechs Jahre lang hat es gedauert, bis alles so weit war, dass alle Bereiche wieder mit Leben gefüllt werden konnten. „Jetzt hoffen wir, dass alles noch einmal mindestens 500 Jahre halten wird. Das werden wir aber nicht mehr erleben“, sagte Unternehmer und „Schlossherr“ Paul Gauselmann gestern Mittag im nunmehr vereinigten Kamin- und Sommersaal vor 200 geladenen Gästen in „seinem“ Schloss Benkhausen. Gefeiert wurde die Fertigstellung aller Arbeiten im und am Schloss und in den umliegenden Parkanlagen. „Erobern Sie mit uns das Schloss. Nehmen Sie viele gut Eindrücke dabei mit nach Hause“, hatte zuvor Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister in Vertretung von Armin Gauselmann den Gästen zugerufen. Gauselmann konnte nicht an der Einweihungsfeier teilnehmen, weil er zur Beerdigung eines hochrangigen Repräsentanten der Unternehmensgruppe in die USA reisen musste. Erobert werden musste das Schloss und seine umliegenden Anlagen zunächst von der Unternehmerfamilie selbst, denn nicht alle Familienmitglieder standen zunächst voll hinter dem waghalsigen Projekt. „Heute sind diese Stimmen jedoch alle verstummt. Alle konnten voll und ganz überzeugt werden“, so Patriarch Paul Gauselmann. Als „Geburtshaus der Stadt Espelkamp“ bezeichnete Bürgermeister Heinrich Vieker die Anlage. Ein Großteil des früheren Mittwald, auf dem die Kernstadt gebaut wurde, sei früher Privatbesitz des Barons gewesen. Später sei hier das Hauptquartier der britischen Rheinarmeee gewesen, wo General Bishop des öfteren residierte, vollzog Vieker einen kleinen Streifzug durch die Geschichte. „Jetzt ist es ein Ort der Begegnung geworden. Eine sehr durchdachte Anlage, die eine perfekte Symbiose mit der Geschichte eingegangen ist“, sagte Vieker. Landrat Ralf Niermann lobte Familie Gauselmann dafür, dass sie „die einzigartige Chance wahrgenommen hat, diesen optimalen Standort wieder zum Leben zu erwecken“. Es sei ein „Glücksfall für die Region“. Entstanden sei ein neuer, hochmoderner Bau mit historischer Ausstrahlung und sehr aufwendiger Ausstattung. Es sei „alles unternommen worden den ursprünglichen Charakter zu erhalten“. Die Entwicklung des Schlosses und Gutes Benkhausen sei ein „echtes Vorbild“ für die übrigen 20 Schlösser und Herrenhäuser im Kreis Minden-Lübbecke. „Hier wird noch viel passieren. Es wird ein bedeutendes kulturelles Zentrum für die Region“, sagte Niermann abschließend. Paul Gauselmann erinnerte noch einmal dran,wie alles anfing: „Es war ein Frühstück bei Kirsten Beste. Sie sagte mir, dass das schloss jetzt leer steht und ob ich das jetzt nicht nehmen will?“ Ortsheimatpfleger Friedrich-Wilhelm Hüsemann und „Herr Lomberg“ waren auch dabei. Gauselmann: „Bei mir funkte es sofort, als ich das Schloss sah.“ Es habe sich sehr schnell gezeigt, dass das „mehr ist als einfach mal ein Haus zu bauen“. Allein der Architekt habe 30.000 Stunden investiert. Alles sei immer im „Einklang mit der Denkmalpflege“ vollzogen worden.Er persönlich habe „nie etwas Negatives mit dieser Behörde erlebt“. Etwas Probleme habe der Glaskörper im Übergang vom Herrenhaus zum Maidenheim gemacht. Hier mussten 30 Stahlträger 16 Meter tief in den morastigen Untergrund gerammt werden. Noch ein paar Zahlen aus dem Munde des Schlossherrn: 250.000 Handwerkerstunden wurden geleistet. 48 Firmen wurden beschäftigt, 39 aus der Region. Mindestens sieben von ihnen waren mit jeweils mehr als 20.000 Arbeitsstunden vertreten. Entstanden sind elf Schulungsräume und ein Hotelbereich mit 50 Betten.

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