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Espelkamp Million Euro für sauberes Trinkwasser

Stadtwerke planen Bau einer 4. Reinigungsstufe für Klärwerk / Ozonierungs-Anlage vorgestellt

15.11.2014 , 08:03 Uhr
Eine Ozonierungs-Anlage soll die Spurenstoffe beim letzten Reinigungsschritt im Klärwerk eliminieren. - © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR
Eine Ozonierungs-Anlage soll die Spurenstoffe beim letzten Reinigungsschritt im Klärwerk eliminieren. | © FOTO: JOERN SPREEN-LEDEBUR

Espelkamp. Weil im Ablauf der Zentralkläranlage hohe Mikroschadstoff-Konzentrationen gemessen wurden soll eine vierte Reinigungsstufe gebaut werden. Grundsätzliche Zustimmung signalisierte der Verwaltungsrat der Stadtwerke in seiner jüngsten Sitzung für den Bau einer Ozon-Anlage, die von Dr. ing Ralf Mitsdoerffer vom GFM Planungsbüro aus München vorgestellt wurde. Dem Vorentwurf lag eine Machbarkeitsstudie zur Spurenstoff-Elimination zugrunde, die der Fachmann ebenfalls erläuterte.

In dieser Studie wurden verschiedenen Verfahren miteinander verglichen und auf die Verhältnisse in Espelkamp übertragen. Entscheidend waren schließlich, wie Ralf Mitsdoerffer den Politikern erläuterte, die Kosten und Wirtschaftlichkeit der einzelnen Verfahren. Dabei stellte sich heraus, dass die Ozonierung die für Espelkamp praktikabelste und günstigste Lösung darstellt. Auch im Hinblick auf die tatsächliche Reinigungsfähigkeit. Die Ozonierung erbrachte Abbauraten der Schadstoffkonzentrationen zwischen 80 und 90 Prozent. So wurde den Politikern im Verwaltungsrat eine Ozon-Anlage vorgestellt. Für eine solche Anlage wird ein abgedecktes Kontaktbecken inklusive einer Pumpstation mit Ozon-Injektoren benötigt. Es sollte 200 Kubikmeter fassen. Außerdem ist ein Sauerstofftank notwendig, der alle zwei Monate befüllt werden muss. Es werden 108 Tonnen Sauerstoff pro Jahr benötigt, der Tank hat ein Fassungsvermögen von 16 Kubikmeter. Ein Ozongenerator im Container erzeugt 2,8 Kilogramm Ozon pro Stunde. Der jährliche Bedarf liegt bei 10.821 Kilogramm. Zusätzlich muss ein Restozonvernichter mit Absauggebläse angeschafft werden. Es schließt sich ein Schönungsteich an, in dem die Metaboliten eliminiert werden. Dieser Teich ist auf der Kläranlage vorhanden.

Bei den Kosten konnte Mitsdoerffer konkret werden. Die Baukonstruktion muss mit 400.000 Euro verbucht werden. Die gesamte eben genannte Ozonierungsanlage ist mit 320.000 Euro zu veranschlagen. Es kommen Technikkosten in Höhe von 110.000 Euro hinzu. Einschließlich Baunebenkosten sind für die viere Reinigungsstufe, die aus einer Ozonierungsanlage besteht, mit 1,2 Millionen Euro zu rechnen.

An Betriebskosten entstehen insgesamt 54.000 Euro jährlich Darin enthalten sind Energiekosten, Sauerstoff, Wartungskosten und Sonstiges. Bei einem Realzinssatz von zwei Prozent sind mit Jahreskosten von gut 106.000 Euro, bei eine Zinssatz von fünf Prozent mit Kosten in Höhe von gut 120.000 Euro zu rechnen. Hier sind Kapitaldienst und Betriebskosten addiert worden.

Der Zuschussantrag ist bereits bewilligt worden, so dass eine Förderung in Höhe von 830.000 Euro wahrscheinlich ist. Auf den Verbraucher kommt nach ersten Berechnungen eine Erhöhung des Abwasserwasserpreises von 16 Cent pro Kubikmeter zu. Das macht pro Jahr eine Erhöhung von sechs Euro pro Einwohner aus, hatte Bürgermeister Heinrich Vieker bereits ausgerechnet.

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