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Espelkamp "Hier stimmt einfach alles"

Simona Meyer und Tanita Hesse schätzen an kirchlicher Jugendarbeit nicht nur Gemeinschaftsgefühl

VON ANJA SCHUBERT
12.08.2014 | Stand 11.08.2014, 19:20 Uhr
Die Betreuung von Konfirmandenfreizeiten ist nur ein Bereich, in dem Simona Meyer (l.) und Tanita Hesse in ihren Kirchengemeinden und beim CVJM aktiv sind. - © FOTO: ANJA SCHUBERT/AG EHRENAMT
Die Betreuung von Konfirmandenfreizeiten ist nur ein Bereich, in dem Simona Meyer (l.) und Tanita Hesse in ihren Kirchengemeinden und beim CVJM aktiv sind. | © FOTO: ANJA SCHUBERT/AG EHRENAMT

Espelkamp. Sie engagieren sich ehrenamtlich in zwei verschiedenen Kirchengemeinden ihrer Stadt. Doch die Begeisterung für die christliche Arbeit mit Heranwachsenden lässt Simona Meyer (19) und Tanita Hesse (18) in vielerlei Hinsicht auf einen Nenner kommen. Nicht nur bei CVJM-Aktionen, sondern mittlerweile auch im Gemeindebereich und auf Kirchenkreisebene packen die beiden jungen Damen tatkräftig mit an.

Mitgestaltung des Konfirmandenunterrichts, Betreuung von Konfirmanden-, Familien- und Jugendfreizeiten, Mitarbeit beim Kinderzeltlager und im Leitungsteam für Jugendgottesdienste - für Simona Meyer vom CVJM Isenstedt/Frotheim ein breites Feld, sich in die Gemeindearbeit einzubringen. "Das Gemeinschaftsgefühl bei Freizeiten und auch im Mitarbeiterteam ist einfach toll." Dabei habe sie sich bis zu ihrer Konfirmationszeit eigentlich nicht sonderlich für die Gemeindearbeit interessiert, gibt Simona offen zu. "Dann bekam ich mit, dass meine Freundinnen den "Timo-Treff" besucht haben (Mitarbeiterschulung in der Ev. Martinskirchengemeinde Espelkamp) und hier aktiv wurden. Da hab ich auch Lust gekriegt und über den Kirchenkreis die Jugendleiterausbildung Juleica mittels verschiedener Blockseminare gemacht."

Trotz Umzugs ins rund 15 Kilometer entfernte Bad Holzhausen (Pr. Oldendorf) hält sie der Isenstedter Gemeinde weiterhin die Treue. "Hier stimmt einfach alles. Die Atmosphäre unter den Mitarbeitern ist super. Aber es ist schade, dass so wenig neue Helfer nachkommen. Denn gerade die älteren Mitarbeiter müssten wegen studienbedingtem Umzug irgendwann aufhören. Ein Gemeindepraktikum in Verbindung mit der Konfirmandenzeit soll den Heranwachsenden jetzt Lust auf mehr machen. "Zwei neue Helfer konnten wir so bereits gewinnen", freut sie sich.

Tanita Hesse hingegen hat als Kind bereits "Kindergottesdienst-Luft" in der Ev. Martinskirchengemeinde Espelkamp geschnuppert und ist seit sechs Jahren aktiv in dessen Gestaltung ebenso involviert wie beim Kinderbibelmorgen. Dazu ist sie bei Konfirmandenfreizeiten aktiv und organisiert mit dem Helferteam die "Pizzeria für Tansania". "Auch bei uns ist die Helferschar dünn gesät. Dabei macht es so viel Spaß und die Anerkennung stärkt einem den Rücken. Selbst wenn man für sein Ehrenamt morgens mal schwer aus dem Bett kommt, ist das beim Zusammensein mit den Kindern nach wenigen Minuten vergessen."

Ehrenamt, Freunde treffen und Schule - dies alles im Terminkalender zu vereinen, war bisher für die beiden Mädchen kein allzu großer Balanceakt. "An unserem Gymnasium hier in Espelkamp wird die Gemeindearbeit unterstützt", erzählt Tanita, die im nächsten Jahr ihr Abitur macht. Freistellungen für Freizeitbetreuungen seien kein Problem. "Auch meine Schule hat mich diesbezüglich verständnisvoll unterstützt", denkt Simona, frisch gebackene Abiturientin, an die letzten Jahre zurück. Auch wenn sie bald als FSJ?lerin ihren Dienst beim Ludwig-Steil-Hof antritt, hofft sie, beides gut unter einen Hut bringen zu können. "Natürlich können wir nicht immer bei jeder Aktion mitmachen, wenn beispielsweise Klausuren anstehen, aber das verlangt auch niemand. Da geht Schule vor", bekräftigen die Mädchen. "Sich zu übernehmen bringt nichts", bedauert Simona, die sich gern auch noch im Tierschutz engagieren würde. Doch die Zeit für ein zweites Ehrenamt könne sie leider nicht aufbringen.

"Es ist immer wieder schön, das Leuchten in den Augen der Kinder zu sehen, wenn sie gespannt die biblischen Geschichten verfolgen und hinterfragen. Auch als Ansprechpartner bei Problemen wenden sich die Kids lieber zunächst an uns statt an ältere Hauptamtliche", wissen die Mädchen das ihnen entgegengebrachte Vertrauen hoch zu schätzen.

Die ehrenamtliche Arbeit mit Heranwachsenden ist für Simona mehr als ein Anlass, auch über ihre berufliche Zukunft nachzudenken. "Ich möchte später Heilpädagogik studieren", sagt sie.

"Für mich soll das soziale Engagement weiterhin ein Hobby bleiben, bei dem ich vom Alltag und irgendwann auch vom Beruf Abstand gewinnen kann", sieht Tanita ihre beruflichen Perspektiven in ganz anderer Richtung.

INFO: "Jahr des Ehrenamts"

Die Jugendämter im Kreis Minden-Lübbecke sowie die Träger und Verbände aktiver Jugendarbeit haben das Jahr 2014 zum "Jahr des Ehrenamtes in der Kinder- und Jugendarbeit" ausgerufen.

Ziel des Projektes unter Schirmherrschaft von Landrat Ralf Niermann ist es, Einstiegsmöglichkeiten zu zeigen, um neue Aktive zu gewinnen sowie das Engagement ehrenamtlich tätiger Heranwachsender und junger Erwachsener zu würdigen.

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