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Espelkamp "Wir sind dann mal kurz weg"

Pilgerweg verbindet fünf Gotteshäuser in der "Nacht der offenen Kirchen"

Von Karsten schulz
04.06.2014 | Stand 03.06.2014, 19:44 Uhr
(v. l.) Arthur Wall, Birgit Stockmann, Adalbert Detering, Martina Nolte-Bläcker, Tobias Krügel und Falk Becker. Das Foto zeigt sie im Sakralraum der Michaelskirche, wo der Pilgerweg enden wird. - © Foto: Karsten schulz
(v. l.) Arthur Wall, Birgit Stockmann, Adalbert Detering, Martina Nolte-Bläcker, Tobias Krügel und Falk Becker. Das Foto zeigt sie im Sakralraum der Michaelskirche, wo der Pilgerweg enden wird. | © Foto: Karsten schulz

Espelkamp (nw). Der Anlass führte sie zusammen und zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit: Die sechste "Nacht der offenen Kirchen" am Pfingstsonntag, 8. Juni, brachte die evangelisch-lutherische Gemeinde Isenstedt/Frotheim, die evangelische Martins-Kirchengemeinde Espelkamp und die Evangelische Freikirche an einen Tisch. Gemeinsam öffnen sie an diesem Abend und in der Nacht ihre Gotteshäuser.

Gleichzeitig sorgen sie für eine ungewöhnliche Verbindung zwischen ihnen: Ein Pilgerweg soll die Bauwerke und die Menschen noch näher zusammenrücken lassen. Hape Kerkeling hat in seinem Buch "Ich bin dann mal weg" das Pilgern wieder ins Gespräch gebracht und zu einer neuen Bewegung geführt, die eigentlich ganz alt ist. Unter diesem leicht veränderten Motto "Wir sind dann mal kurz weg" wollen die drei Gemeinden alle Menschen aus der Region zu einer Pilger-Erfahrung am Pfingstsonntag in heimischen Gefilden einladen.

Birgit Stockmann vom CVJM Frotheim organisierte gemeinsam mit Pfarrer Adalbert Detering aus Isenstedt/Frotheim, Pfarrerin Martina Nolte-Bläcker und Pfarrer Falk Becker von der Martinsgemeinde, Arthur Wall von der Evangelischen Freikirche, Kantor Tobias Krügel und Jugendreferent Klaus-Peter Hüsemann die Kirchen-Nacht. Es handelt sich beim Pilgern um ein "Beten mit den Füßen", sagt Stockmann im Gespräch mit der NW.

So werden die Teilnehmer bewusst dazu aufgerufen, auch einmal eine Wegstrecke schweigend zu gehen und sich die Geräusche des Sommerabends wie den Gesang der Vögel oder das sanfte Säuseln des Windes bewusst anzuhören. In den einzelnen Kirchen, die als Ziele dienen, werden meditative Angebote unterbreitet. Das kann sowohl ein Gebet wie ein einfacher Gesang sein.

Insbesondere die beiden Pfarrer der Martinsgemeinde freuen sich darüber, dass an der Pilgerstrecke auch die Martinskirche liegt, die von der Martinsgemeinde an die Evangelische Freikirche verkauft worden war. "So schaffen wir wieder eine Verbindung und heilen dabei Wunden", sagt Pfarrer Falk Becker. Die Pilgergruppe startet um 18 Uhr gemeinsam an der Isenstedter Christuskirche. Dort heißt das Motto natürlich "Aufbrechen". Es wird ein "Wort mit auf den Weg gegeben". Möglicherweise gibt es auch "etwas Leckeres als Wegzehrung". Jeder Pilger erhält einen Pass, den er an jeder Station abstempeln lassen kann, genauso wie die Pilger auf dem berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Nächstes Ziel ist die Kapelle "Alte Klus" in Frotheim, der Weg ist 2,6 Kilometer lang. Dort kann "Luft geholt" werden. Auch hier hat sich ein Vorbereitungsteam "etwas Schönes ausgedacht", das mit Sauerstoff zu tun hat. Der längste Weg folgt anschließend bis zur Thomaskirche nach Espelkamp, es geht viereinhalb Kilometer durch die Felder und kleinen Wälder, Wiesen und Weiden und schließlich durch die Grünzone am Biberteich zu Espelkamps größtem Gotteshaus. Taizé-Gesänge, Meditationen, verschiedene Lieder des Chores Vokal Fatal und "Impulse zum Thema", vorgetragen von Martina Nolte-Bläcker, werden hier die Pilger erwarten. "Zur "Quelle kommen" heißt das Motto. Es geht von hier aus nur anderthalb Kilometer weiter bis zur Martinskirche, in der "Kraft geschöpft" werden kann. Es gibt Interviews, Gesänge, Jugendliche der Gemeinde haben etwas vorbereitet und ein "Kraftschub für den Weiterweg" ist vorbereitet. Der Schlusspunkt wird an der Michaelskirche gesetzt. Die letzten anderthalb Kilometer werden die Teilnehmer mit Fackeln weitergehen. Hier können sie schließlich alle "ankommen" und werden vom "Leib &-Seele-Team" in Empfang genommen. "Wir werden auch zurückblicken auf den Weg, den wir gegangen sind", sagt Falk Becker.

Das Vorbereitungsteam hofft, das möglichst viele Menschen den Pilgerweg mitgehen. Schließlich werde für diese ungewöhnliche Aktion auch im Kirchenkreis geworben.

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