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Interessiert folgen die Besucher aus dem Volkeninghaus den Erläuterungen des Küchenhelfers (v.l.) Otto Bautz, Heinrich Voss, Helga Schugardt und Jürgen Kaufmann. - © FOTO: LUDWEG-STEIL-HOF/ RALF KAPRIES
Interessiert folgen die Besucher aus dem Volkeninghaus den Erläuterungen des Küchenhelfers (v.l.) Otto Bautz, Heinrich Voss, Helga Schugardt und Jürgen Kaufmann. | © FOTO: LUDWEG-STEIL-HOF/ RALF KAPRIES

Espelkamp "Was für ein Riesending"

Bewohner des Volkeninghauses beeindruckt von der Leistung "ihrer" Zentralküche

02.03.2014 | Stand 28.02.2014, 19:14 Uhr

Espelkamp (nw). "Ich hätte nicht gedacht, dass hier für so viele Menschen gekocht wird." Helga Schugardt ist Mitglied im Beirat des Volkeninghauses, das auf dem Gelände des Ludwig-Steil-Hofes an der Präses-Ernst-Wilm-Straße steht, auf dem auch die Zentralküche untergebracht ist.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Heinrich Voss und Otto Bautz wollte sie "eigentlich nur mal schauen, wo unser tägliches Essen her kommt" und hat sich gemeinsam mit Sozialarbeiter Andreas Fischer auf den kurzen Weg ins Reich der großen Kochtöpfe gemacht.

Jürgen Kaufmann, der schon seit vielen Jahren in der Küche arbeitet, freut sich über die Gäste und zeigt ihnen alles, was sie sehen wollen: Die Listen, die erforderlich sind, damit jeder das gewünschte Essen bekommt. Das Lager, das auch die "Spezialitäten" für die Internatsschüler enthält. "Die sind ganz verrückt nach Ketchup und einer bestimmten rosa Salatsoße. Die verbrauchen sie literweise", lacht Küchenleiterin Birgitt Griepenstroh.

Statt eines Kühlschranks und einer Gefriertruhe gibt es hier verschiedene Kühlräume und einen Tiefkühlraum. Die Besucher wollen überall hineinsehen und kehren fröstelnd in die Küche zurück. Außer Birgitt Griepenstroh arbeiten hier ihre Stellvertreterin, zwei Köchinnen, zwei Auszubildende und mehrere Küchenhelfer.

Fasziniert schauen die Besucher auf eine riesige Bandtransport-Spülmaschine, die auf der einen Seite mit schmutzigem Geschirr befüllt wird und die Sachen ununterbrochen spülend auf der anderen Seite dampfend und sauber wieder "ausspeit".

"Friedward" ist Kaufmanns ganzer Stolz. Die Küchenmitarbeiter nennen ihn so, "damit er immer brav ist und seine Arbeit tut", scherzt der Helfer. Gemeint ist die neue Kipppfanne, die auf Knopfdruck den Deckel hebt und allerlei Bewegungen ausführen kann. Blank poliert stehen auch die Wasserbad-Kochkessel aus Edelstahl mit offenen Deckeln da. Daneben meterlange Rührlöffel und in einem Regal Körbe und Einsätze.

Kaufmann schleppt einen Stahlkorb herbei. "Den nehmen wir zum Kartoffelkochen, damit alle gleichzeitig ins Wasser und wieder raus kommen und alle gleichmäßig gar sind", weiß der Helfer.

"Die Bewohner des Altenheims essen gerne Salzkartoffeln", ergänzt die Küchenleiterin, "die Jugendlichen im Internat bevorzugen Bratkartoffeln oder Kartoffelbrei. Besonders beliebt sind Nudeln und Reis.

Bei den Senioren kommt Reis nicht so gut an." Darum braucht sie täglich 60 bis 80 Kilogramm geschälte Kartoffeln. Dazu kommen noch 40 Kilogramm Gemüse.

Stars unter den Kochgeräten aber sind die schrankartigen Kombidämpfer, die aus der modernen Großküche gar nicht mehr wegzudenken sind. Programmgesteuert können sie kochen, backen, braten, warmhalten und regenerieren. Mit Temperaturfühlern ausgerüstet, garen sie Fleisch auf den Punkt. 60 Kilo saftiger, zarter Rinderbraten zum Beispiel ist kein Problem.

Erstaunt nehmen die Besucher zur Kenntnis, dass damit sogar die Eier gekocht werden. "Einen großen Kessel mit Wasser aufzuheizen, dauerte viel zu lange und verbrauchte zu viel Energie", weiß Jürgen Kaufmann. Insgesamt 360 Eier verbraucht die Küche in der Woche. Schließlich gibt es noch einen Blick in den großen Saal des Ernst-Wilm-Hauses und seine Essenausgabe. Hier werden täglich 80 bis 100 Internatsschüler verpflegt.

Die Arbeit des Küchenpersonals beginnt im halb sieben in der Frühe. Als erstes werden rund 120 Portionen "Essen auf Rädern" gekocht, in vorgewärmte Servierschalen aus Porzellan gefüllt, sodann in Warmhalteboxen verpackt und in vier Touren ausgefahren - ein Service übrigens, den Jedermann bestellen kann.

Dabei wird neben den täglichen Wahlmöglichkeiten auch Rücksicht auf Sonderwünsche genommen. Es folgen 200 Portionen für die Bewohner der Altenpflege und danach die Mahlzeiten für das Internat.

Die 52-jährige Hauswirtschaftsmeisterin, die seit elf Jahren am Steilhof arbeitet und die Zentralküche seit sechs Jahren leitet, hat alle Abläufe fest im Griff. Dabei hat Birgitt Griepenstroh für Wünsche und Anregungen stets ein offenes Ohr.

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