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Espelkamp "Drogenkriminalität ist kein Thema"

Wachleiter Andreas Jürgensmeyer erläutert Kriminalitätsstatistik aus Espelkamper Sicht

Von Karsten Schulz
26.01.2014 | Stand 24.01.2014, 21:30 Uhr

Espelkamp. Espelkamp ist kein gefährliches Pflaster. In der Stadt gibt es nicht mehr Überfälle oder Einbrüche als in vergleichbaren Städten. Das ist die Grunderkenntnis eines Vortrages von Wachleiter Polizeihauptkommissar Andreas Jürgensmeyer vor den Mitgliedern des Ausschusses für Feuerschutz, Rettungswesen und Sicherheit.

Auf die Frage, ob es in Espelkamp eine signifikante Drogenszene gebe, wurde er sehr deutlich: "Das ist hier einfach kein Thema". Natürlich gebe es in der Stadt Drogenabhängige, wie in jeder anderen Stadt auch. Aber von "irgendwelchen Auffälligkeiten kann hier keine Rede sein." Er macht das in der Statistik an einer bestimmten Zahl deutlich. Und zwar anhand der Einbrüche aus Fahrzeugen. Dort ist die Zahl von 290 im Jahre 2011 auf nur noch 46 im Jahr 2012 zurückgegangen. Hierbei handele es sich in der Regel um eine Form der Beschaffungskriminalität. Wenn beispielsweise ein Drogenabhängiger einen gestohlenen Auto-Navi auf dem Schwarzmarkt verkaufe, erhalte er dafür in der Regel zwischen zehn und 20 Euro. Um seine Sucht zu befriedigen, müsste er dafür täglich ein bis zwei Fahrzeuge aufbrechen. "Andere Städte würden sich angesichts dieser Zahlen die Finger danach lecken. Das ist erstrebenswert" , so der Espelkamper Polizeichef.

Anders sieht es bei den Wohnungseinbrüchen aus. 20 Fälle wurden 2012 angezeigt. "Die Täter kommen in der Regel nicht aus Espelkamp, sondern machen hier nur auf der Durchreise Halt." Eine Tätergruppe aus Dortmund beispielsweise habe an einem Tag 15 Einbruchs-Versuche und Einbrüche verübt. Landesweit würden zum Thema Wohnungseinbrüche Kampagnen gestartet, damit sich Haus- und Wohnungseigentümer besser schützen könnten.

Zum ersten Mal überhaupt einzeln aufgeführt waren die Handtaschenraube. Davon wurden 2012 drei bekannt. Jürgensmeyer wies in diesem Zusammenhang auf die Schwere dieser Übergriffe hin. In der Regel handele es sich um sehr alte Menschen, die häufig dabei verletzt würden. Bei der Unfallstatistik fiel - auf Espelkamp bezogen - vor allem die hohe Zahl von Unfällen mit Fahrrädern auf. "Das ist eine Baustelle. Da müssen und da werden wir auch etwas tun", sagt der Wachleiter. Im laufenden Jahr werde an dieser Stelle ein Schwerpunkt der Arbeit liegen. Jürgensmeyer ließ jedoch durchblicken, dass es "nicht ohne Repression geht".Auch die Eltern sollen zukünftig stärker in die Pflicht genommen werden.

Jürgensmeyer wies ausdrücklich darauf hin, dass die Espelkamper Wache rund um die Uhr besetzt sei. Ein Dienstfahrzeug sei nachts für Rahden und Espelkamp zuständig. Die Einsatz-Reaktionszeiten liegen zwischen vier und fünf Minuten. 24 Männer und Frauen sind für die Sicherheit der Bürger in Espelkamp und Rahden zuständig. Espelkamp ist auch Ausbildungsstation.

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