0
Die gebürtige Eidinghausenerin Caroline Obermeyer steht vor den Toren der Deutschen Botschaft in Sofia. Rechts am Haus prangt das Symbol der Bundesrepublik. - © FOTO: PRIVAT
Die gebürtige Eidinghausenerin Caroline Obermeyer steht vor den Toren der Deutschen Botschaft in Sofia. Rechts am Haus prangt das Symbol der Bundesrepublik. | © FOTO: PRIVAT

BAD OEYNHAUSEN/SOFIA Weißer Fleck am Schwarzen Meer

Caroline Obermeyer arbeitet zurzeit in der Deutschen Botschaft in Sofia

VON NICOLE SIELERMANN
18.03.2011 | Stand 17.03.2011, 21:43 Uhr

Bad Oeynhausen/Sofia. Caroline Obermeyer rührt die Werbetrommel. Und zwar für ein Land, das vielen nur unter dem Aspekt Korruption, Prostitution oder Massentourismus ein Begriff ist. Das aber doch viel mehr zu bieten hat. "Bulgarien hat neben dem Schwarzen Meer eine wunderschöne Naturlandschaft, fabelhafte Menschen und viele kulturelle Highlights", zählt die 27-jährige gebürtige Bad Oeynhausenerin auf. Caroline Obermeyer absolviert zurzeit ein Praktikum in der Deutschen Botschaft in Sofia.

Im Juli beendete Caroline Obermeyer in Dresden ihr Bachelor-Studium in Germanistik und Spanisch (Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften) und hatte dann das Glück, eine der begehrten Praktikumsstellen des Auswärtigen Amtes zu bekommen. "Deshalb habe ich nun ein Semester Pause eingelegt." Und das verbringt sie in der Deutschen Botschaft in Sofia, in dem Referat für Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

"Viele meiner Freunde waren verdutzt und wussten erst gar nicht, wo Sofia liegt", erinnert sich die Eidinghausenerin. Außer den Touristenhochburgen am Schwarzen Meer sei Bulgarien für die meisten Deutschen ein weißer Fleck auf der Landkarte.

"Als ich dann noch gesagt habe, dass ich mein Snowboard mitnehme, gab es noch mehr Erstaunen", sagt sie lachend. "Es gibt dort nämlich jede Menge Berge, das Vitosha-Gebirge liegt quasi vor der Tür. Und mit den günstigen Taxen kann man sogar bis an die Sessellifte fahren - für Skifahrer und Wanderer ein Paradies."

Ansonsten sei das Land leider noch relativ weit von westeuropäischen Standards entfernt. "Die Zeichen des Kommunismus lassen sich nicht einfach ausradieren." Davon zeugten kaputte Gehwege, eine Unzahl an Straßenhunden, Plattenbauten soweit das Auge reiche und jeden Tag neue Nachrichten über Korruption. "Aber die Bulgaren an sich sind ein unglaublich freundliches Volk und helfen, wo sie nur können." Zudem seien gerade Deutsche in Bulgarien hoch angesehen, "auch wenn mein Bulgarisch noch recht holprig ist", spüre sie das.

Das Essen erinnere teilweise an türkische Speisen in Deutschland: "Ayran gibt es hier zu jedem Essen, Tarator ist eine typische bulgarische Suppe, die an flüssiges Tzatziki erinnert, aber sehr lecker ist. Außerdem gibt es immer viel Schafskäse und Fleisch."
In der Botschaft kümmert sich das Wirtschaftsreferat und somit nun auch Caroline Obermeyer um alles, was mit der deutsch-bulgarischen Wirtschaft zu tun hat. Deutschland gelte als einer der wichtigsten Handelspartner und die Zusammenarbeit sei von größter Bedeutung. "Gleichzeitig unterstütze ich das Kulturreferat bei der Planung der ,Deutschlandwochen', die in den ersten zwei April-Wochen in Sofia und weiteren größeren Städten stattfinden." Durch die vielseitigen Veranstaltungen sollen die Bulgaren einen Eindruck des modernen Deutschlands bekommen. "Neben der Bürotätigkeit bekomme ich natürlich auch Einblicke in Empfänge, politische Sitzungen oder Kulturveranstaltungen", sagt die 27-Jährige. "Das ist immer spannend."

Im April endet das Praktikum und für Caroline Obermeyer beginnt in der östlichsten Stadt Deutschlands, in Görlitz, ein neuer Lebensabschnitt. "Dort beginnt mein Master-Studium ,Kultur-Management'." Seit anderthalb Jahren arbeitet die Bad Oeynhausenerin schon als Werksstudentin bei Siemens im Turbinenwerk und kann das auch im kommenden Semester fortführen: "Also hat es mich dorthin verschlagen." Was danach kommt - Caroline Obermeyer wird sehen. "Vielleicht bewerbe ich mich ja beim Auswärtigen Amt - aber die Aufnahmeprüfungen sind sehr hart. So dass man auf jeden Fall alternative Berufsziele haben sollte." Doch darüber mache sie sich erst Gedanken, wenn es soweit sei.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

Newsletter abonnieren

Newsletter Bad Oeynhausen

Jeden Donnerstag informieren wir Sie über die wichtigsten Nachrichten aus Bad Oeynhausen. Erhalten Sie einen bunten Mix an Informationen aus Ihrer Region.

Wunderbar. Fast geschafft!

Newsletter abonnieren

NW Newsletter - die wichtigsten News

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

© Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG