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Heinze Werkzeugbau stellt Insolvenzantrag

Zahlungsunfähig trotz voller Auftragsbücher / 60 Mitarbeiter hoffen auf schnelle Lohnzahlung und eine Lösung für die Zukunft

27.06.2009 | Stand 26.06.2009, 22:14 Uhr
Betriebsrat Wolfgang Niepert.
Betriebsrat Wolfgang Niepert.

Bad Oeynhausen (juk). Die bittere Botschaft kam gestern Morgen zur Frühstückspausenzeit: Um 9.30 Uhr informierte Geschäftsführer Peter Twele die 60 Mitarbeiter der Heinze Werkzeugbau darüber, dass er in Bielefeld Insolvenzantrag für das Unternehmen gestellt habe.

Eine Nachricht, die die Beschäftigten nicht unvorbereitet traf. "Wir hatten mit diesem Schritt schon gerechnet", sagt Betriebsrat Wolfgang Niepert. Schließlich müssen die Mitarbeiter der Heinze-Werkzeugbau schon auf große Teile ihrer April- und Mai-Löhne warten. Insgesamt stehen 1,5 Monatslöhne aus. Das sei auch ein Grund gewesen, nun den Weg zum Insolvenzgericht zu gehen, erläuterte Twele der NW. "Die Mitarbeiter gehen ja finanziell am Stock. Das ist ja kein Zustand", so der Geschäftsführer.
Nun können die Beschäftigten laut Niepert schon in der kommenden Woche auf Insolvenzausfallgeld hoffen.

Der Grund für die Zahlungsunfähigkeit ist laut Twele immer noch derselbe, der auch schon dazu geführt hatte, dass Heinze Werkzeugbau die Löhne nicht vollständig auszahlen konnte: "Unsere Kunden zahlen nicht", so Twele.

Am Mittwoch habe es noch ein Gespräch mit Kunden und Banken gegeben. Das aber, so Twele, nicht zum Erfolg geführt habe. "Es ist eine paradoxe Situation", sagt Twele. "Woanders wird Kurzarbeit gemacht. Wir aber haben Arbeit - und sind trotzdem zahlungsunfähig."

Ein Punkt, der auch Wolfgang Niepert bitter aufstößt. "Wir haben samstags gearbeitet, wir haben sonntags gearbeitet", so der Betriebsrat. Und auch in der nächsten Woche erwartet Niepert, dass die Produktion weiterläuft.

Niepert sieht aber auch etwas Positives in dem nun gestellten Insolvenzantrag. "Nun kommt wenigstens wieder Bewegung in die Sache", so der Betriebsrat. "Womöglich hätte man diesen Schritt noch eher machen sollen."

Auch Peter Twele hofft auf die Zukunft: "Wir haben sicherlich eine Perspektive", sagt er.

Heinze Werkzeugbau gehört zur Hanse Industriekapital-Beteiligungs-GmbH (Hanse IK), Hamburg, die im Mai die Balda Solutions und den Balda Werkzeugbau erworben hatte.

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