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Dr. Christina Oldenburg ist nach der Abschlussuntersuchung zufrieden. Die Wunde an Jonahs Fuß nach der Amputation der sechsten Zehe (kleines Foto) ist verheilt. Mama Nicole Tissen kann ihrem Sohn gleich seine Schuhe anziehen und mit ihm laufen üben. - © FOTO: HEIDI FROREICH
Dr. Christina Oldenburg ist nach der Abschlussuntersuchung zufrieden. Die Wunde an Jonahs Fuß nach der Amputation der sechsten Zehe (kleines Foto) ist verheilt. Mama Nicole Tissen kann ihrem Sohn gleich seine Schuhe anziehen und mit ihm laufen üben. | © FOTO: HEIDI FROREICH

Bad Oeynhausen Sechs sind einer zuviel

In kinderorthopädischer Abteilung des Krankenhauses werden Missbildungen an Füßen korrigiert

VON HEIDI FROREICH
21.11.2013 | Stand 19.11.2013, 20:22 Uhr

Bad Oeynhausen. Victoria ist erst vier Wochen alt – und trägt schon ihren vierten Gips. "Vier weitere werden bis Mitte Dezember folgen", erläutert Dr. Christina Oldenburg, Kinderorthopädin in der unfallchirurgischen Klinik des Krankenhauses. Viktoria wurde mit einem Klumpfuß geboren, hat aber nach Einschätzung der Ärztin dank der frühzeitigen und erprobten Behandlung beste Aussichten, später auf gesunden Füßen durchs Leben zu gehen.

Der Klumpfuß ist die häufigste angeborene knöcherne Missbildung des Neugeborenen, etwa ein von 500 Kinder kommen mit dieser Deformität zur Welt.

Die Ursache der Erkrankung ist nicht genau bekannt, wahrscheinlich liegt eine genetische Störung zu Grunde. "Sie haben nichts falsch gemacht", kann Dr. Oldenburg die besorgte Mutter beruhigen.

Und ihr gleichzeitig ein seit Jahren bewährtes Behandlungskonzept vorschlagen. Die Ponsettimethode sieht drei Behandlungsabschnitte vor: gleich nach der Geburt werden die Fehlstellungen durch wöchentlich zu wechselnde Gipsverbände korrigiert.

Nach etwa zwei Monaten muss die stark verkürzte Achillessehne in einem kleinen operativen Eingriff unter Vollnarkose durchtrennt werden. "Die wächst später narbenlos zusammen", zieht Dr.Oldenburg nach über 35 Behandlungen ein sicheres Fazit. Und dann ist Durchhaltevermögen auch von den Eltern gefragt. Bis zum fünften Lebensjahr muss Viktoria dann nachts mit Schienen schlafen. "Sonst bildet sich der Klumpfuß zurück", erläutert die Ärztin.

Für Jonah besteht dagegen keinerlei Rückfallgefahr. Der sechste Zeh am rechten Fuß des Einjährigen wurde erfolgreich entfernt. "Unser erster Fall seit Eröffnung der Abteilung vor fünf Jahren", bilanziert Dr. Oldenburg.

Etwa 30 von 100.000 Säuglingen kommen mit einem überzähligen Zeh zur Welt. Auch dieser Fehlbildung liegt eine genetische Störung zugrunde. Die Therapie ist verhältnismäßig einfach und aus Sicht der Kinderorthopädin unverzichtbar: Der überzählige Zeh muss etwa ein Jahr nach der Geburt entfernt werden, weil sonst keine normalen festen Schuhe getragen werden können.

Blau, mit gutem Fußbett und flexibler Sohle – so sieht das Einsteigermodell aus, mit dem Jonah seine ersten Schritte wagt. Gleich in Größe 21 – den Kauf von Modellen in Größe 19 und 20 konnte Mama Nicole Tissen sparen: Bis zur Operation konnte Jonah nur Socken tragen. 

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