Knapp 200 Gäste waren in die Druckerei gekommen, als Peggy Wehmeier dort einen Querschnitt aus ihren Büchern vorlas. Das Publikum, darunter viele alte Schulfreunde der Autorin, war begeistert. - © FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER
Knapp 200 Gäste waren in die Druckerei gekommen, als Peggy Wehmeier dort einen Querschnitt aus ihren Büchern vorlas. Das Publikum, darunter viele alte Schulfreunde der Autorin, war begeistert. | © FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Bad Oeynhausen So ein Heimspiel ist kein Kinderspiel

Peggy Wehmeier gibt als Carla Berling in der Druckerei amüsante Kostproben aus ihren Büchern

VON ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Bad Oeynhausen. Lampenfieber hat sie, das ist keine Frage. Und zwar ziemlich heftiges, das merkt man sofort. Dabei ist Carla Berling mitten in einer Lesereise durchaus routiniert, wenn es darum geht, einem fremden Publikum aus den eigenen Büchern vorzulesen. Die meisten der knapp 200 Gäste, die am Mittwoch Abend in die Druckerei kamen, waren der Autorin aber alles andere als fremd. Und so ein Heimspiel ist schließlich alles andere als ein Kinderspiel.

Auf die Minute pünktlich betritt die Autorin die Bühne, rückt den Strahler über dem Schreibtisch gerade und setzt die Lesebrille auf. Aus der aufgeregten Bad Oeynhausenerin mit Wahlheimat Köln wird im selben Moment die routinierte Schriftstellerin.

"Hier sitzen ja meine ganzen alten Schulfreunde. Manche von euch habe ich 30 Jahre lang nicht mehr gesehen", beginnt Carla Berling und erklärt damit, warum sie so aufgeregt war. Und das anscheinend nicht erst am Abend der Lesung: "Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Wochen in der Druckerei angerufen und gefragt habe, wie viele Karten schon verkauft sind. Am Ende müssen die schwer genervt von mir gewesen sein", gibt die Autorin zu.

"Wer mich von früher kennt, sollte mich weiterhin Peggy Wehmeier nennen und nicht Carla Berling", schlägt die 53-Jährige mit Blick auf ihren Künstlernamen vor. Und dann geht es auch schon los. In einem rasanten Querschnitt stellt Peggy Wehmeier Kostproben aus den meisten ihrer acht veröffentlichten Bücher vor. Und orientiert sich in ihrer Auswahl an besonders bekannten Schauplätzen aus ihrer Heimatstadt.

Mit einem humorvollen Auftakt in einem Gottesdienst aus ihrem Buch "Jesses Maria" führt Peggy Wehmeier ihre Gäste in dem Kapitel "Wechseljahre" aus dem gleichnamigen Roman mitten in die Praxis eines Bad Oeynhausener Gynäkologen. Von dort geht es mit einer Kostprobe aus ihrem Buch "Hochzeitstage" erst in das Café Finselbach und dann über das Einkaufszentrum Werre-Park zu einer typischen ostwestfälischen Hochzeitsfeier im Rehmer Bürgerhaus.

Was sie vorträgt, amüsiert das Publikum nicht nur wegen der ostwestfälischen Mundart, sondern auch wegen der vertrauten zwischenmenschlichen Einblicke und dem geschmeidigen Humor. Als die Pause beginnt, hat die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht und viele Gäste sichern sich einen der Romane von Peggy Wehmeier, den die Autorin mit Carla Berling signiert.

Als sie sich dann wieder an den Schreibtisch begibt und die Lesebrille aufsetzt, nimmt sie ihr Publikum in der Geschichte "Isa Schmidt wandert aus" erst mit in ein kleines Häuschen am Borstenbach und dann ins Kurtheater zu Heidi Kabel.

Der Abend endet nach mehr als zwei Stunden mit dem Applaus des schwer begeisterten Publikums.

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