Bad Oeynhausen "Früher dachte ich, designen wäre einfach"

Interview: André Borchers aus Bad Oeynhausen entwirft Mode

Der extravagante Modedesigner André Borchers ist immer auf der Suche nach Ideen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Oft inspirieren ihn Menschen auf der Straße. - © FOTO: ANDRÉ BORCHERS
Der extravagante Modedesigner André Borchers ist immer auf der Suche nach Ideen, die die Welt noch nicht gesehen hat. Oft inspirieren ihn Menschen auf der Straße. | © FOTO: ANDRÉ BORCHERS

Bad Oeynhausen. Seinen Stil als extravagant zu bezeichnen, wird der Sache fast nicht mehr gerecht. Was André Borchers entwirft, muss auffällig sein. Comicoptik und grelle Neonfarben machen die Mode des 27-jährigen Designers mit Bad Oeynhausener Wurzeln zu Blickfängen. Das Magazin "Gala" zählte ihn jüngst zu den 101 einflussreichsten Deutschen. Im Interview mit NW-Volontär Björn Prüßner sprach Borchers über sein neues Leben unter Weltstars, alte Freunde und seine Pläne für den Ruhestand.

Herr Borchers, für das Otto-Versandhaus haben Sie schon zum zweiten Mal eine Modekollektion entworfen.

ANDRÉ BORCHERS: Richtig, in der Arbeit mit Otto fühle ich mich sehr wohl. Die Stücke aus der Kollektion werden hochwertig produziert und sind trotzdem günstig. Ich finde das zeitgemäß und freue mich, wenn sich am Ende auch jeder einen Teil meiner Mode leisten kann. Karl Lagerfeld hat übrigens auch dort mit seinen ersten Arbeiten angefangen.

Von Ihnen gibt es aber auch Mode, die ganz andere Geldbeutel anspricht. Zum Beispiel haben Sie eine brillantenbesetzte Handtasche für fast 85.000 Euro in einer Kollektion.

BORCHERS: Das stimmt, Handarbeit und besonders exklusive Materialien haben ihren Preis. Ein eigenes Label im hochwertigen Segment war immer mein Traum. Die Kollektionen werden in den exklusivsten Läden der Welt verkauft, in Edelboutiquen in Los Angeles, New York, London, Paris, Mailand, Zürich, aber auch in Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin. Das hilft mir natürlich sehr dabei, auf diesem Markt Fuß zu fassen.

Warum sollte ich mich als Käufer für Ihre Mode und nicht für andere Designer entscheiden?

BORCHERS: Weil ich viel Wert auf Qualität lege. Wir nutzen die besten Zulieferer und produzieren hier in Deutschland, größtenteils sogar in Handarbeit. Das macht nicht jeder. Mit Asien arbeite ich zum Beispiel gar nicht zusammen.

Wie haben Sie den Weg aus Bad Oeynhausen in die Welt des professionellen Modedesigns gefunden?

BORCHERS: Ich wollte mir immer eine Base (deutsch: Basis, Anm. d. Red.) in Amerika schaffen. Schon während meines Studiums habe ich in New York gearbeitet. Viele Leute versuchen, mit ihrer Mode hier bei uns bekanntzuwerden und diesen Erfolg in Amerika zu wiederholen. Aber die meisten Designer von hier kennt dort niemand, darum habe ich es genau umgekehrt versucht. Es gibt bestimmt noch viele talentierte Leute in der Branche, die aber in Amerika unbekannt bleiben.

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