Dr. Volker König (v. l.), Schwester Birte und Michael Grosskurth engagieren sich für das Projekt "Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik". - © FOTO: HEIDI FROREICH
Dr. Volker König (v. l.), Schwester Birte und Michael Grosskurth engagieren sich für das Projekt "Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik". | © FOTO: HEIDI FROREICH

Bad Oeynhausen Selbsthilfe gehört zur Therapie

Klinik Bad Oexen beteiligt sich an bundesweitem Modellprojekt und will neue Auszeichnung erwerben

VON HEIDI FROREICH

Bad Oeynhausen. Massagen, Entspannungsbäder, Lymphdrainage und Krankengymnastik – das Behandlungsspektrum für die Krebspatienten der Klinik Bad Oexen ist jetzt noch umfangreicher geworden. Auf dem Therapieplan steht nun auch noch "Selbsthilfe".

"Auch wenn die Therapie Erfolge zeigt – die Angst vor einem Rückfall oder einem neuen Tumor bleibt", weiß Birte Werkmeister-Piehl. Sie ist seit vielen Jahren Krankenschwester in der Klinik, hat die Zusatzqualifikation "Fachschwester für Brusterkrankungen" und kennt daher die Sorgen vieler Krebspatienten aus erster Hand. "Die Klinik bietet ja noch einen Schonraum, aber zu Hause fühlen sich viele mit ihrer Angst alleingelassen."

Doch Birte Werkmeister weiß auch, wie dieses Problem gelöst werden kann: "Selbsthilfegruppen bieten die Chance zum Erfahrungs- und Informationsaustausch mit anderen Betroffenen, geben die Sicherheit, nicht allein zu sein."

Geteilt wird diese Ansicht nicht nur von Michael Grosskurth, Verwaltungschef der Klinik Bad Oexen. Auch der Bundesverband der Betriebskrankenkassen und die Agentur Selbsthilfefreundlichkeit NRW sehen in der Beteiligung von Selbsthilfegruppen einen wichtigen Therapiebestandteil.

Sie haben daher ein bis Jahresende befristetes Modellprojekt ausgelobt, an dem die Klinik Bad Oexen nun als eine von zwei Rehakliniken in Nordrhein-Westfalen teilnimmt. Die Ernennung von Schwester Birte zur Selbsthilfebeaufragten ist ebenso Teil des Auftrags wie die Gründung eines Qualitätszirkels. An den regelmäßigen Treffen nehmen neben Grosskurth, Schwester Birte und Chefarzt Dr. Volker König unter anderem Mitglieder von Selbsthilfegruppen für Menschen mit Magen-, Darm-, Prostata-, Blasen- und Brustkrebs sowie Vertreter der Selbsthilfe-Kontaktstelle PariSozial Minden-Lübbecke.

"Die ein bis zweistündige Beratung und Information über Selbsthilfegruppen auch am Heimatort der Patienten ist fester und unverzichtbarer Bestandteil des Therapieplans", lautet eine der (bereits) umgesetzten Empfehlungen des Qualitätszirkels.

"Wenn wir alle Vorgaben erfüllen, erhalten wir die offizielle Auszeichnung als selbsthilfefreundliche Rehabilitationseinrichtung", erläutert Grosskurth. Ein Siegel, das nach Ansicht des Verwaltungschefs nicht nur einen neuen Qualitätsstandard setzt, sondern der Klinik am Gesundheitsstandort Bad Oeynhausen derzeit auch ein Alleinstellungsmerkmal sichert.

Und vielen Krebspatienten die Rückkehr in den Alltag erleichtern wird.

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