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In Bremen sind die knuffigen Gefährte bereits im Dauereinsatz. - © FOTO: BREMEN-TOURMISMUS
In Bremen sind die knuffigen Gefährte bereits im Dauereinsatz. | © FOTO: BREMEN-TOURMISMUS

BAD OEYNHAUSEN Der Mini-Bus macht’s möglich

Elektro-Mobilität: Kreisübergreifendes Projekt soll Tourismus im ländlichen Raum stärken

VON NICOLE BLIESENER
12.07.2012 | Stand 11.07.2012, 19:32 Uhr

Bad Oeynhausen. Morgens und abends bringt der ElektroMinibus Pendler vom Bahnhof zum Arbeitsplatz am Stadtrand. Anschließend machen Kurgäste eine Stadtrundfahrt und nachmittags fährt das umweltfreundliche Vehikel Bewohner eines Seniorenzentrums zum Kaffeetrinken in die Innenstadt. Unrealistische Zukunftsmusik? "Keineswegs", sagt Catharina Behl. Sie ist seit Februar Managerin des Projekts "Mobilität mit Spaß", das beim Amt für Wirtschaftsförderung des Kreises angesiedelt ist.

Der Plan ist: Kommunen, Unternehmen, Energieversorger, Transportunternehmen, Hotels sowie Tourismusveranstalter sollen Impulse erhalten, um die Mobilität im ländlichen Raum zu stärken. "Und zwar mit allem, was sich bewegt", sagt Catharina Behl. Wobei der Schwerpunkt klar auf der zukunftsweisenden Elektro-Mobilität liege. "Das können Mini-Busse sein oder E-Rikschas, Therapieräder, sogenannte Tuk-Tuks für vier bis acht Personen oder auch Kanus und Draisinen", zählt Catharina Behl auf. Dabei zählt vor allem das Ungewöhnliche und Neue.

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Schnittstelle Bad Oeynhausen

Mit dem Projekt "Elektrisch bewegt" setzt auch der Kreis Lippe auf die zukunftsweisende E-Mobilität. Es wird genauso wie das beim Mühlenkreis angesiedelte Projekte von der EU gefördert. Die Stadt Bad Oeynhausen ist nicht nur an beiden Projekten beteiligt, sie kreuzen sich sozusagen in Bad Oeynhausen.

Das Projekt "Elektrisch bewegt" baut auf einem ganzheitlichen Ansatz der E-Mobility in Heilbädern auf und zielt auf die bedarfsgerechte gesundheitsorientierte Nutzung der Elektromobilität ab.

Geografisch orientiert sich das Projekt am Verlauf der Weserbahn (die zwischen Hildesheim und Bünde verkehrt) und der Ravensberger Bahn (Bielefeld - Rahden). Somit kommt auch der ÖPNV ins Spiel.

Profitieren soll vor allem der Tourismus. Und das seien nicht nur Gäste von außerhalb, sondern auch Einheimische, die statt mit dem eigenen Auto beispielsweise mit dem Elektro-Tuk-Tuk einen Ausflug zum Spargelessen nach Tonnenheide machen.

"Entscheidend bei solchen Angeboten ist die Auslastung", wissen Catharina Behl und Oliver Gubela. Und daher ist ein wesentlicher Punkt die Vernetzung. "Es macht keinen Sinn, wenn beispielsweise der Mini-Bus nur am Wochenende im Einsatz ist", sagt Gubela.

Das Projekt mit dem Arbeitstitel "Mobilität mit Spaß" ist auf drei Jahre angelegt und wird mit 660.000 Euro von der EU gefördert. "Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 825.000 Euro", sagt Oliver Gubela, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. Bei der finanziellen Ausstattung sei klar, dass der Kreis keinen großen Fuhrpark an E-Vehikeln anschaffen könne. "Denkbar ist, das beispielsweise Taxi-Unternehmen oder Hoteliers Elektro-Fahrzeuge anschaffen und vermieten", so Gubela.

Ziel des Projekts ist eine Internetplattform, auf der alle Angebote zusammengefasst sind. "Die Seite soll dann nicht nur alle Information über E-Mobilität, Sehenswürdigkeiten und andere touristische Angebote enthalten", so Catharina Behl. Zudem sollen die Angebote dann auch auf dieser Internetseite direkt buchbar sein.

Partner in diesem Projekt sind bisher der Kreis Minden-Lübbecke mit seinen Kommunen, darunter auch Bad Oeynhausen, der Kreis Herford sowie die Stadt Bielefeld.

"Der Fokus in den Städten Bad Oeynhausen, Pr. Oldendorf und Vlotho liegt beispielsweise auf der gezielten Ansprache der Kurgäste. Diese sollen durch spezielle Therapieräder wieder mobilisiert werden und die Möglichkeit haben, die nähere Umgebung zu erkunden", erläutert Behl.

In anderen Kommunen sei der Geschäftsreisetourismus und Pendlerverkehr stark ausgeprägt. Hier ist es wichtig, Transportmöglichkeiten für die Gäste und Mitarbeiter vom Bahnhof zu den Firmen und Hotels zu gewährleisten. Im Gespräch seien hier Fahrradverleihsysteme und alternative Taxis wie Tuk-Tuks oder eine Rikscha.

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