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Während Fachbereichsleiterin Dr. Marion Jacob ihr Rad nur in der Freizeit nutzt, legt Olaf Körtner häufig auch den Weg ins Rathaus mit dem Rad zurück. Und das grüne Dienstrad nutzt er natürlich auch. - © FOTO: HEIDI FROREICH
Während Fachbereichsleiterin Dr. Marion Jacob ihr Rad nur in der Freizeit nutzt, legt Olaf Körtner häufig auch den Weg ins Rathaus mit dem Rad zurück. Und das grüne Dienstrad nutzt er natürlich auch. | © FOTO: HEIDI FROREICH

BAD OEYNHAUSEN "Radler auf der Straße leben gefährlich"

INTERVIEW: Dr. Marion Jacob, Klaus Rinne und Olaf Körtner zur Fahrradfreundlichkeit

24.04.2012 | Stand 23.04.2012, 21:25 Uhr

Bad Oeynhausen. In der Nachbarstadt Porta wurden jetzt alle blau-weißen Schilder, die Radfahrer zur Nutzung eines Radwegs verpflichten, abgebaut. "In Bad Oeynhausen brauchen wir die Schilder weiter, um Radfahrer vor gefährlichen Begegnungen mit Autofahrer zu schützen", betonen dagegen Fachbereichsleiterin Dr. Marion Jacob und ihreMitarbeiter Klaus Rinne (Bereichsleiter) und Olaf Körtner (Sachbearbeiter) im Gespräch mit NW–Redakteurin Heidi Froreich.

Herr Körtner, der neue Weg an der Weserstraße ist fertig. Die aufgestellten Schilder verpflichten zusätzlich zu Fußgängern auch die Radfahrer zur Benutzung in beiden Fahrtrichtungen Dabei ist der Weg nur 2,25 Meter breit. Warum gibt es hier die Benutzungspflicht für Radfahrer?
OLAF KÖRTNER: Die Weserstraße war lange Zeit so marode, dass wir es aus Sicherheitsgründen für sinnvoller gehalten haben, die Radfahrer zur Nutzung des provisorischen Radwegs zu verpflichten. Diese Beschilderung ist nach dem Abschluss der Sanierungsmaßnahme in 2012 zunächst übernommen worden. Nach einem entsprechenden Hinweis eines Bürgers haben wir das noch einmal überprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Radwegbenutzungspflicht hier nicht mehr erforderlich ist. Der Landesbetrieb Straßen NRW als Straßenbaulastträger wird die Schilder in Kürze entfernen bzw. ersetzen. Unsicheren Radfahrern soll auch künftig das Recht erhalten bleiben, den geschützten Weg zu nutzen.

Gilt das auch für das zweite neue Stück zwischen Kerksiek und Oberbecksener Straße?
DR. MARION JACOB: Auch hier wird die Benutzungspflicht aufgehoben, Radfahrer können frei entscheiden, ob sie auf oder neben der Straße fahren.

Das Bundesverwaltungsgericht hat 2010 klar gestellt, dass eine Benutzungspflicht für Radfahrer nur angeordnet werden darf, wenn eine erhebliche Gefährdung der Verkehrsteilnehmer beispielsweise durch Schwerlastverkehr oder Höchstgeschwindigkeiten von Tempo 70 besteht. Warum ist der Radweg an der Steinstraße benutzungspflichtig?
KÖRTNER: Zu Spitzenzeiten fahren hier viele Lkws. Außerdem ist es an der Einmündung Breitenbachstraße zu zahlreichen Unfällen gekommen. Durch die Benutzungspflicht zwingen wir Radfahrer an der Einmündung zu halten und den Autoverkehr durch zu lassen. Damit verringern wir die Unfallgefahr für Radfahrer sowie die Unfallbeteiligung von Radfahrern an der ohnehin gefährlichen Einmündung .

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