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Bad Oeynhausen Schwalbenfreunde gesucht

NABU startet "Schwalbenfreundliches Haus"

19.04.2011 | Stand 18.04.2011, 21:01 Uhr
Louis (6) hält die Schwalbenplakette in Händen, die seit 2010 das Haus seiner Eltern Sandra und Maik Biethahn ziert. Eines der zahlreichen Schwalbennester ist unterm Dachüberstand zu sehen. Überreicht hat die Platte Erwin Mattegiet (r.). - © ARCHIVFOTO: NICOLESIELERMANN
Louis (6) hält die Schwalbenplakette in Händen, die seit 2010 das Haus seiner Eltern Sandra und Maik Biethahn ziert. Eines der zahlreichen Schwalbennester ist unterm Dachüberstand zu sehen. Überreicht hat die Platte Erwin Mattegiet (r.). | © ARCHIVFOTO: NICOLESIELERMANN

Bad Oeynhausen (nisi/nw). Erwin Mattegiet ist gerüstet. Der Landschaftswart setzt auf die Bad Oeynhausener, die sich ab sofort für die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" bewerben können. "Die Aktion war im vergangenen Jahr so erfolgreich, dass wir als AG Natur gerne wieder dabei sind." Gemeinsam mit der NABU-Kreisgruppe Minden-Lübbecke werden Anträge entgegen genommen. Allein in Bad Oeynhausen wurden 2010 sechs Plaketten vergeben.

Die ersten Rauchschwalben wurden hierzulande schon gesichtet, meldet der NABU NRW. Im Laufe des April werde ihnen sicherlich der Großteil der Artgenossen in die hiesigen Brutgebiete gefolgt sein. Auch die etwas später aus dem afrikanischen Überwinterungsgebieten heimkehrenden Mehlschwalben werden erwartet.

Vielerorts ist ihr Gezwitscher in der Nähe von Häusern, Schuppen und Ställen dann wieder zu hören. Nicht immer sind sie willkommen. Doch noch gibt es viele Menschen, die sich über das Glück freuen, das die Schwalben sprichwörtlich an ihre Häuser bringen. Darum setzt der NABU die 2010 mit großem Erfolg gestartete Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" fort.

Zusammen mit seinen Kreis- und Stadtverbänden zeichnet der NABU schwalbenfreundliche Hausbesitzer und ihre Immobilie mit einer Plakette aus. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstlern und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt.

Denn so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch in NRW. Eine der Ursachen ist der fortschreitende Verlust von Nistmöglichkeiten. Während früher in jedem Kuhstall Platz für mehrere Rauchschwalbenpaare war, sind heute viele Viehställe verschlossen - sofern es sie überhaupt noch gibt. Nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten, ideale Orte für die Schwalben, um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, sind heute eine Seltenheit. Mehlschwalbennester fallen den teilweise überzogenen Hygienevorstellungen einiger Hausbesitzer zum Opfer und werden illegal von der Hauswand entfernt.

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