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Zwischen den Erlenstämmen am Kaarbach erläutern Brigitte Fauck (v. l.), Baustellenleiter Jürgen Schaper, Carsten Vogt und Wilfried Winkelmann die Baupläne für den Bach. - © FOTO: JÖRG STUKE
Zwischen den Erlenstämmen am Kaarbach erläutern Brigitte Fauck (v. l.), Baustellenleiter Jürgen Schaper, Carsten Vogt und Wilfried Winkelmann die Baupläne für den Bach. | © FOTO: JÖRG STUKE

Bad Oeynhausen Ein "Bypass" für den Kaarbach

Gewässer wird zwischen Gemeindehaus Eidinghausen und Schloss Ovelgönne für 200.000 Euro umgestaltet

10.02.2011 | Stand 09.02.2011, 19:49 Uhr

Bad Oeynhausen (juk). Bauabschnitt 14 ist etwas Besonderes: Für das 900 Meter lange Teilstück des Kaarbachs und seiner Nebenbäche zwischen dem Gemeindehaus Eidinghausen und dem Wasserschloss Ovelgönne brauchte es ein förmliches Planfeststellungsverfahren. Das dauerte drei Jahre und wurde im Dezember abgeschlossen. Gestern haben die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Wasserläufe begonnen.

Erst wird gesägt, dann gebaggert. "Wir müssen etwa 60 Bäume fällen", erläutert Carsten Vogt vom Projekt Weser-Werre-Else (WWE). Dünne Bäume sind dabei, viele kranke, also kein allzu herber Verlust, betont der Ingenieur für Landschaftsarchitektur. Denn schließlich ist Naturschutz der erste Grund für die Umgestaltung des Baches. "Und es geht auch um den Hochwasserschutz", erklärt Brigitte Fauck, die das Projekt bei der Stadtverwaltung betreut.

Seit 2006 läuft diese naturnahe Gestaltung des Kaarbaches schon. 2,7 Bachkilometer - von der Werremündung bis zur Eidinghausener Straße - wurden in 13 Bauabschnitten naturnah umgebaut.

In Abschnitt 14 geht es nun nur zum kleinen Teil direkt um den Kaarbach. "Denn der ist sehr eingepfercht. Da können wir wenig machen", so Vogt. Umgebaut werden vor allem der Meerbruchbach und die Kaarbach-Umflut. Spielraum dafür hat die Stadt geschaffen, indem sie gut 5.000 Quadratmeter Acker und Wiesen angekauft hat. Das soll den Wasserläufen Platz verschaffen. "Die Bäche bekommen einen rund 20 Meter breiten Streifen Platz", erläutert Brigitte Fauck. Hier soll sich der Bach wieder winden, und auch Raum haben, mal über die Ufer zu treten, ohne gleich Schaden anzurichten.

Das, so die Gewässerexperten, habe sich am Unterlauf des Kaarbaches schon bewährt. Zum Beispiel bei den Hochwasserständen im August 2010 oder jüngst erst im Januar. Auf dem Abschnitt bis Ovelgönne gab es da noch Probleme. "Da waren etliche Keller der Anwohner im Norden überschwemmt", weiß Wilfried Winkelmann, Baukirchmeister der Kirchengemeinde Eidinghausen-Dehme. Denn die stellt auch einen Teil ihres des Grunds für die Bachsanierung zur Verfügung.

Nach der Umgestaltung soll mehr Wasser durch Umflut und Meerbruchbach fließen und so den Kaarbach entlasten. "Das ist wie ein Bypass für den Kaarbach", erläutert Vogt.

80.000 Euro wird der erste, 340 Meter lange Teilabschnitt kosten, rund 200.000 Euro die gesamte Maßnahme bis Ovelgönne. 80 Prozent der Kosten trägt das Land. Ab April soll das Ausbaggern des Bachbettes beginnen. 8.000 Kubikmeter Erde werden dabei bewegt, ein Teil des Bodens ist für den Deichbau in Werste vorgesehen.

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