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Horst Jäcker vom Heimatverein Rehme hat bereits die ersten drei Stücke Buchenholz im Arm. Mit einem Vielfachen an Brennholz wird bald der Ofen im wiederaufgebauten Backhaus angeheizt - für leckeres Brot und Kuchen. - © FOTO: NICOLE SIELERMANN
Horst Jäcker vom Heimatverein Rehme hat bereits die ersten drei Stücke Buchenholz im Arm. Mit einem Vielfachen an Brennholz wird bald der Ofen im wiederaufgebauten Backhaus angeheizt - für leckeres Brot und Kuchen. | © FOTO: NICOLE SIELERMANN

Bad Oeynhausen-Rehme Fest fürs Fachwerk

Altes Dehmer Backhaus erstrahlt in Rehme in neuem Glanz / Einweihung beim Schlachte-Abend

VON NICOLE SIELERMANN
25.01.2011

Bad Oeynhausen-Rehme. 230 Jahre vorher hätte Horst Jäcker nasse Füße gehabt. "1774 floss hier die Werre entlang", sagt der Pressesprecher des Rehmer Heimatvereins und klettert den Hang hinter dem Backhaus hinunter. Jetzt ist dort Wiese. Und der neue Ofen in seiner ganzen Pracht zu bewundern. Vor zweieinhalb Jahren haben die Rehmer das alte Backhaus auf Hansmeiers Hof in Dehme (die NW berichtete exklusiv) abtragen lassen - nun ist es in seiner wiederhergestellten Pracht zu bewundern.

Viel Herzblut und gut 60.000 Euro haben die Rehmer Heimatfreunde bisher in ihr Backhaus investiert. "Aber damit haben wir für die zukünftigen Generationen etwas geschaffen", ist Horst Jäcker, Pressesprecher des Heimatvereins, überzeugt. "Nun können wir Kindergärten und Schulen einladen und ihnen das Backen zeigen."

Es ist ein Haus mit Geschichte. 1882 bis 1894 erbauten die Eheleute Hansmeier ihren Hof in Dehme. Irgendwann danach folgte das Backhaus. Als die Baptisten-Brüdergemeinde 2008 den alten Hof am Alten Postweg kaufte, war klar, dass einiges würde weichen müssen. Und da gaben Dehmer Heimatfreunde den Tipp nach Rehme. Deren Vorsitzender Bernd W. Brockmann griff zu. "Wir suchen schon lange eins", sagt er damals. Mittlerweile ist das Haus gekürzt und steht zwischen Remise und Haupthaus auf dem Heimathof. Bis dahin war es ein langer Weg: Holzbau Reinkensmeier baute das Haus Stück für Stück ab, nummerierte die einzelnen Teile, lagerte es ein und baute es im vergangenen Frühjahr wieder auf.

"Wir haben einen neuen Ofen einbauen lassen und den Türbalken vom ehemaligen Heuerlingshaus hier in Rehme", erklärt Jäcker. Der Balken dieses Hauses wurde, Dank der Weitsichtigkeit von zwei, inzwischen verstorbenen Heimatfreunden, gerettet." Nun ziert er die Eingangstür des neuen Backhauses. "Es gibt noch ein paar Besonderheiten an dem hübschen Bauwerk", so Jäcker. "Einmal stammt die Familie des jetzigen Besitzers des ,von Ditzen Hofes', Werner Baumann, von Hansmeiers Hof aus Dehme." Zum anderen bekam Architekt Wolfgang Rinne, der den Bau des Backhauses betreut hat, eine antiquarische Ofenklappe von der Bäckerei Seeger in Volmerdingsen geschenkt." Fachlich werden die Rehmer beim Backen von den Brüdern Schürmann unterstützt, die dafür sorgen, dass nur ganz Leckeres, nach alten Rezepten, auf die Teller der Besucher kommt.

Während das schmucke Haus am kommenden Samstag bei der Jahreshauptversammlung von außen ins rechte Licht gerückt wird, soll zum Schlachtefest im März erstmals drin gebacken werden. Bald sollen sich neben den Heimatfreunden auch die Rehmer und Dehmer vom Geschmack des selbstgebackenen Brotes überzeugen können: "Es ist ein Rehmer Backfest geplant - nur der Termin steht noch nicht fest", erklärt Jäcker. Es wird aber nicht nur Brot, sondern auch Platenkuchen und dann und wann ein Spanferkel in den Ofen geschoben.

"Angeheizt haben wir den neuen Ofen bereits - um zu gucken, ob die Wärme auch wirklich sechs bis neun Stunden erhalten bleibt." Den Test hat das Haus schon mal bestanden. Und das Brot? Hat das den Geschmackstest bestanden? "Nein", sagt Jäcker schmunzelnd, "wir haben nämlich bisher keins reingeschoben."

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