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Eine Firma interessiert sich offenbar für den Bahnhof Vlotho. - © FOTO: OLIVER PLÖGER
Eine Firma interessiert sich offenbar für den Bahnhof Vlotho. | © FOTO: OLIVER PLÖGER

VLOTHO Neue Chance für Bahnhof Vlotho

Gespräche mit Bauträgergesellschaft / Büroräume und Vermietungen

VON OLIVER PLÖGER
26.11.2010 | Stand 25.11.2010, 20:51 Uhr

Vlotho. Neue Chance für den Vlothoer Bahnhof: Eine Bauträgergesellschaft visiert möglicherweise den Kauf des Gebäudes an.

Ohne den konkreten Namen der Firma zu nennen, bestätigten Bürgermeister Bernd Stute und Kämmerer Herbert Obernolte das Ansinnen eines regional tätigen Unternehmens, den zusehends vom Verfall bedrohten Vlothoer Bahnhof zu nutzen. Und zwar sollten im Erdgeschoss Büroräume eingerichtet werden. Weitere Räumlichkeiten im Obergeschoss sollen vermietet werden.

Aus Vlotho gebe es durchaus Interesse an diesen Vermietungen, wie Herbert Obernolte meinte. Er könnte sich auch eine weitere geschäftliche Nutzung vorstellen: Er sprach von Gartenbetrieb, Campingartikeln und "allem, was der Innenstadt nicht schadet." Für Stute ist das "Einfallstor" am Bahnhof noch ein rotes Tuch, ganz im Gegensatz zu Exter oder Uffeln: "Jetzt haben wir die Chance, das auch für die Innenstadt zu ändern."

Die Kontakte zu der Firma kamen laut Stute und Obernolte durch den FDP-Ratsherr Ulrich Ammon zustande. Der wiederum lässt aktuell von der Firma "Brock-Haus" einen Bungalow am Stift zu Wüsten bauen.

Die Kontakte zur Vlothoer Verwaltung sind mittlerweile hergestellt, ein erstes Gespräch hat bereits stattgefunden. Die Öffentlichkeit soll in Kürze über Einzelheiten informiert werden. Ulrich Ammon legte Wert darauf, dass er den Kontakt hergestellt habe, über Einzelheiten solle das Unternehmen berichten. Er befürworte aber dessen Einsatz, wenn der - ursprünglich von der FDP geforderte Abriss - nicht durchzusetzen sei.

Die Firma "Brock-Haus" hat ihren Firmensitz in Bielefeld, verfügt aber auch über ein Büro in Lemgo. Das Thema Bahnhof war auf Anfrage bei "Brock-Haus" bekannt, eine konkrete Bestätigung gab es jedoch nicht. "Noch ist nichts in trockenen Tüchern", hieß es. Erst in einigen Wochen wolle man an die Öffentlichkeit gehen.

Alte Fehler will die Stadt Vlotho in jedem Fall vermeiden und behält sich das Rückkaufsrecht vor. Bernd Stute erinnerte an den ehemaligen Berliner Privatinvestor, der die Immobilie gekauft und sich dann nicht darum gekümmert hatte. Zusehends verfiel der Bahnhof. Ein Abriss war nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Mittlerweile hat die Stadt den Bahnhof von den Erben des einstigen Investors zurückgekauft. Ein Arbeitskreis ist aktuell dabei, mögliche künftige Nutzungen zu checken.

Unabhängig von diesem Arbeitskreis und den bekannt gewordenen Plänen wandte sich der Vlothoer Mediziner Dr. Ghassan Haouache an die Öffentlichkeit: Er schlug vor, den Bahnhof mit einem "eingetragenen Verein" zu erhalten.

"Das Gebäude muss uneigennützig in die Hand der Vlothoer Bevölkerung gelegt werden", ist seine Meinung. Firmen, Stiftungen und der Denkmalschutz sollten angesprochen werden. Zweiter Schritt sei dann die Nutzung und der Erhalt, wobei die Miete ausschließlich an den Verein gehe. "Alle Bürger, die mitmachen, könnten sich etwa zu jährlich zehn Stunden Mitarbeit am Erhalt des Bahnhofs verpflichten", so Haouache. Als ausgesprochen gut wertete er die Idee der Kirchengemeinde Valdorf, Tafeln von Kirchen-Gönnern aufzustellen und entsprechende Bodenplatten zu markieren.

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