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BAD OEYNHAUSEN Reiner Körfer arbeitet jetzt als Berater

Chirurg hat einen neuen Vertrag mit dem Duisburger Herzzentrum

29.10.2010 | Stand 28.10.2010, 21:06 Uhr
Vor einem Jahr war Reiner Körfer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. - © FOTO: ARCHIV
Vor einem Jahr war Reiner Körfer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. | © FOTO: ARCHIV

Bad Oeynhausen. Offiziell lautet sein neuer Titel "Berater". Doch wer die Leidenschaft kennt, mit der Prof. Reiner Körfer sein ganzes bisheriges Medizinerleben operiert hat, ahnt, was er auf die Frage nach seiner konkreten Tätigkeit antwortet: "Na ja, wenn Not am Mann ist, greife ich noch zum Skalpell."

Seit 1. Oktober hat der ehemalige Chefarzt der Klinik für Thorax-und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen einen Vertrag mit dem Evangelischen und Johanniter Klinikum Niederrhein. Die Gesellschaft betreibt vier Krankenhäuser, darunter das Herzzentrum Duisburg. Das gehört nach eigenen Angaben zu den "fünf größten Herzkliniken Deutschlands".

Neben den Kliniken für Kardiologie und Angiologie sowie für Kinderkardiologie gibt es die von Prof. Dr. Sabine Däbritz geleitete Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie. In den vier zur Verfügung stehenden Op-Sälen werden jährlich über 3.500 herzchirurgische Eingriffe durchgeführt. Zum Vergleich: Am Herzzentrum Bad Oeynhausen haben die Chirurgen sechs Operationssäle, in denen jährlich über 5.000 Eingriffe vorgenommen werden.

Die Duisburger Zahlen könnten - auch dank Körfers Beteiligung - schon bald steigen. "Wir wollen eine neue Abteilung für die Behandlung der terminalen Herzinsuffizienz aufbauen", teilt Frauke Gettler aus der Presseabteilung des Klinikverbunds mit. Patienten, die an einer chronischen lebensbedrohlichen Herzleistungsschwäche leiden, können nur mit einem Spenderherz gerettet werden. Mit mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen und Kunstherzen muss die Zeit bis zur Transplantation häufig überbrückt werden.

"Hier im Ruhrgebiet gibt es noch Millionen Menschen, die unsere Hilfe brauchen", ist sich Prof. Körfer mit seinen neuen Arbeitgebern einig. Erst recht, nachdem das Klinikum Essen, in dem Körfer eine ähnliche Abteilung aufbauen wollte, vor einigen Monaten geschlossen wurde (die NW berichtete). "Essen ist für mich abgehakt", sagt der 68-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung und lässt gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass er sich seiner neuen Aufgabe mit vollem Einsatz widmen wird: "Ich bin Arzt geworden, weil ich gern operiere. Und ich fühle mich nach wie vor fit." Zum 1. November bezieht er mit Ehefrau Friederike die neue Wohnung in Mühlheim. Von dort sind die Wege kurz - zur ans Herz gewachsenen Borussia aus Mönchengladbach - aber auch zum Op-Raum in Duisburg.

Denn, so Körfer: "Erfahrung kann man nicht kaufen, die muss man nutzen." Erst recht, wenn man einen Berater hat, der nicht nur reden kann.

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