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Dirk Schürmann, Vorsitzender Bernd W. Brockmann und Karl-Friedrich Witte zeigen die alte Ofenklappe, die demnächst im Backhaus (Hintergrund) zur Geltung kommt. Sie stammt aus der ehemaligen Volmerdingsener Bäckerei Seeger. - © FOTO: NICOLE SIELERMANN
Dirk Schürmann, Vorsitzender Bernd W. Brockmann und Karl-Friedrich Witte zeigen die alte Ofenklappe, die demnächst im Backhaus (Hintergrund) zur Geltung kommt. Sie stammt aus der ehemaligen Volmerdingsener Bäckerei Seeger. | © FOTO: NICOLE SIELERMANN

Bad Oeynhausen-Rehme Feuer und Flamme für den neuen Ofen

Rehmer Heimatfreunde bauen Backhaus von Hansmeiers Hof wieder auf / Einweihung im Herbst

VON NICOLE SIELERMANN
12.08.2010

Bad Oeynhausen-Rehme. Den neuen Ofen schon zum Rehmer Markt anfeuern? Ofenbauer Harry Peter winkt ab: "Vergesst es. Da wird nichts draus." Noch sei er nicht fertig, noch habe die sechswöchige Trockenphase nicht begonnen. Frühestens im Oktober könnten die Rehmer Heimatfreunde ihr Backhaus in Betrieb nehmen. Das wurde im November 2008 auf Hansmeiers Hof in Dehme ab-, nun neben dem Heimathaus in Rehme wieder aufgebaut (die NW berichtete).

Gut anderthalb Jahre ist es her, dass die Fachleute von Holzbau Reinkensmeier das Haus am Alten Postweg Balken für Balken abgebaut haben. "Das Ständerwerk ist komplett erhalten geblieben, die Giebelspitzen und das Dach sind neu gemacht", erklärt Horst Jäcker, Pressesprecher des Heimatvereins. Weil das Haus um die Hälfte - auf vier mal fünf Meter - verkleinert worden sei, hätten sich die Fachleute die besten Balken aussuchen können.

Das Haus steht, Tür und Ofen fehlen noch. "Der Ofen wurde in Dehme offenbar schon vor vielen Jahren ausgebaut", sagt Bernd W. Brockmann, Vorsitzender des Heimatvereins. Vor allem das Loch gen Autobahn zeugt davon, dass Ofenbauer Harry Peter (Inhaberin der Firma, die schwedische Kachelöfen und eben Backöfen baut, ist Tochter Cathrin) mit seinen Mitarbeitern noch einiges an Arbeit vor sich hat. Zirka sieben Arbeitstage, so schätzt er, bräuchten sie mindestens noch, bis Schamott-Steine, Ziegel und Lehm an Ort und Stelle sitzten.

"So ein Ofen muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit er später auch funktioniert", erklärt der Mindener Harry Peter. Denn: "Jeder Ofen hat seinen Charakter." Somit sei jeder Bau auch für ihn handwerkliches Neuland. "Wir haben in der Umgebung bereits einige Backhäuser ausgestattet." Der Ofen brauche vor allem eins - Gleichmäßig- und Speicherfähigkeit. "Die Wärme kommt aus der Glut, nicht aus der Flamme."

Nicht nur für den Bau, auch für das Heizen und Backen brauche es Gefühl. "Aber das kommt mit der Zeit", beruhigt er Dirk Schürmann von der gleichnamigen Rehmer Bäckerei. Schürmann soll das Backen fachlich unterstützen und bei Backtagen Brot und Kuchen nach alten Rezepten herstellen. "So ein richtiges Steinofenbrot, dass nach Holz schmeckt", schwärmt Peter und weist gleich daraufhin: "Aber nur Buchenholz. Obst- und Nadelhölzer taugen nichts. Die halten die Wärme nicht." Horst Jäcker liegt dagegen eines besonders am Herzen: "Passt da ein Spanferkel durch die Tür?", fragt er und bekommt ein Kopfschütteln zur Antwort. "Das müsst ihr durchschneiden - die Ofentür ist zu niedrig", so Peter.

Der Türbalken des wiederbelebten Backhauses stammt übrigens aus dem alten Heuerlingshaus, das bis 1970 neben dem Heimathaus stand. Zwei Vereinsmitglieder haben den Balken gesichert. Das ist aber nicht die einzige historische Besonderheit des Hauses: "Wir haben festgestellt, dass die Vorfahren des jetzigen Besitzers vom ,Alten Fährhaus von Ditzen', Werner Baumann, von Hansmeiers Hof stammen", erklärt Horst Jäcker. "Dieses Haus, das ist für uns schon eine tolle Sache", urteilt er. Immerhin sei die gesamte Finanzierung des Backhauses aus Vereinsmitteln (Einnahmen, Spenden) erfolgt. "Das ist ein Werk für Generationen."

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