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Bad Oeynhausen Ein Mann für Alt und Neu

Archivar Quaschny soll Bücherei leiten

VON NICOLE SIELERMANN
29.06.2010 | Stand 28.06.2010, 20:31 Uhr
Stadt-Archivar Rico Quaschny. - © FOTO: BLIESENER
Stadt-Archivar Rico Quaschny. | © FOTO: BLIESENER

Bad Oeynhausen. Auf Stadtarchivar Rico Quaschny warten ab dem kommenden Jahr neue Aufgaben. Ab November 2011 soll er mit einer halben Stelle zusätzlich die Leitung der Stadtbücherei übernehmen. Er soll damit Nachfolger von Cornelia Lindhorst-Braun werden, die in den Vorruhestand geht. Mit diesen Plänen will die Stadt Bad Oeynhausen weitere Sparvorhaben in die Tat umsetzen. Das wiederum trifft auf wenig Gegenliebe.

"Das geht so nicht", erklärte Cornelia Lindhorst-Braun auf Nachfrage der NW. "Rico Quaschny ist Archivar und kein Bibliothekar. Und das wissen alle Beteiligten." Der Verwaltung gehe es in erster Linie ums Sparen, "uns um die Fachkompetenz", so die Leiterin der Bücherei. Zudem gebe es gewisse Standards des Landes NRW - werden die nicht erfüllt, würden Fördermittel gestrichen. "Eine Voraussetzung ist auch, dass die Bücherei-Leitung ein Bibliothekar innehaben muss."

Auch die Vierer-Koalition im Stadt-Rat (SPD, Grüne, FDP und UW) spricht sich für den Sparvorschlag aus - wenn er der fachlichen Prüfung standhalte. Ob es auch Pläne gibt, Bücherei und Archiv unter dem Dach des Lenné-Karrees zusammenzulegen, dazu machte Stadt-Pressesprecher Rainer Printz gestern keine Angaben. "Was im einzelnen wird, hängt von der Beschlusslage ab. Wenn es soweit ist, werden die Pläne sicherlich weiter konkretisiert."

Seit dem 1. Juli 1979 ist Cornelia Lindhorst-Braun Leiterin der Stadtbücherei. Die 57-Jährige hat "Höhen und Tiefen mitgemacht", wie sie sagt. Und sie hat viel Herzblut in die Stadtbücherei gesteckt. "Wir haben viel von uns selbst investiert - da können wir den Untergang nicht einfach so hinnehmen", betont Lindhorst-Braun. Wobei die gebürtige Verdenerin noch nicht gänzlich Schwarz sieht.

Aber: "Wenn in der Bücherei eine halbe Stelle fehlt, müssten wir zum Beispiel die Öffnungszeiten weiter einschränken. Das ist sicherlich nicht der Sinn der Sache." Zudem sei Fachkompetenz vor allem in Zeiten der neuen Medien äußerst wichtig. "Bücher sind nicht mehr das Hauptsächliche, es ist zurzeit vieles im Umbruch", sagt Lindhorst-Braun. Da brauche es jemanden, der sich auskenne.
Mit 40.000 Medien und 110.000 Ausleihen im vergangenen Jahr ist die Stadtbücherei die zweitgrößte im Kreis Minden-Lübbecke. Ein Standard, den die 57-Jährige halten möchte. Dafür braucht es nicht nur attraktive Angebote und einen ausreichenden Etat. "Auch eine vernünftige Nachfolge muss geregelt sein", sagt sie. "Es liegt mir nämlich schon am Herzen, wie es in Bad Oeynhausen weitergeht."
Stadt-Archivar Rico Quaschny äußert sich nicht zu den Plänen der Stadtverwaltung.

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