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BAD OEYNHAUSEN Überraschender Gewinn von 1,6 Millionen Euro

Quartalsbericht der Mühlenkreiskliniken / Entscheidung über Krankenhaus-Küche in diesem Jahr

VON NICOLE BLIESENER
28.05.2010 | Stand 27.05.2010, 19:50 Uhr
Dr. Olaf Bornemeier. - © FOTO: NICOLE BLIESENER
Dr. Olaf Bornemeier. | © FOTO: NICOLE BLIESENER

Bad Oeynhausen. Mit dem Ergebnis ist Dr. Matthias Bracht, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, mehr als zufrieden. Erwartet hatte der Vorstand für das erste Quartal ein Minus von 200.000 Euro im operativen Geschäft. Tatsächlich erwirtschafteten die Krankenhäuser im Mühlenkreis von Januar bis März einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro.

Der Grund sei ein einfacher: "Wir sind besser geworden, wir sind produktiver geworden", sagt Bracht. Mit weniger Ressourcen werde die gleiche Leistung erbracht. Gemeint sind damit neben den Sachkosten vor allem das Personal. 170 Stellen wurden 2009 abgebaut, im ersten Quartal sind noch einmal 25 dazugekommen. "Darunter sind zehn ärztliche Stellen, die wir allerdings gerne wieder besetzen würden", so Bracht gestern bei der Vorstellung des Quartalsberichts. Am momentanen Personalbestand solle sich künftig "nichts Wesentliches ändern".

Gründe und Zahlen für das positive Quartalsergebnis nannte Finanzvorstand Dr. Olaf Bornemeier: "Verglichen mit dem ersten Quartal 2009 haben wir knapp 200 Patienten mehr versorgt." 17.227 Menschen waren es Anfang 2009 und 17.426 Patienten von Januar bis März 2010. Auch habe sich die Aufenthaltsdauer der Patienten von durchschnittlich 7,3 auf 7,1 Tage verkürzt. "Das hört sich wenig an, ist aber mit viel organisatorischem Aufwand verbunden", fügt Dr. Matthias Bracht hinzu. Beispielsweise werde die Entlassung der Patienten in Nachsorgeeinrichtungen schon bei deren Aufnahme geplant.

Der Umsatz konnte im Vergleichszeitraum von 59 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro gesteigert werden. Das entspräche einer Verbesserung von sieben Prozent. "Wir werden produktiver, es kommen auch mehr Menschen zu uns", sagt Bracht. Als positives Beispiel führte der Vorstandsvorsitzende das Krankenhaus Bad Oeynhausen an. "Bad Oeynhausen ist sehr produktiv in der Pflege. Aber auch dort gibt es Baustellen", so Bracht. "Die Verweildauer der Patienten ist länger als in unseren anderen Häusern."

Wenig Neues gibt es in punkto Krankenhausküche, in der 37 Mitarbeiter beschäftigt sind. "Zwei haben befristete Verträge, die wir bis Herbst verlängert haben." Zurzeit werde über die Zukunft der Patientenversorgung diskutiert. Bei der Versorgung der Mitarbeiter stehe man in Verhandlungen mit dem Herz- und Diabeteszentrum. Eine Entscheidung soll bis Ende 2010 fallen.

Die gesamten Personalkosten sind bei 40 Millionen Euro etwa konstant geblieben. Gestiegen um 300.000 Euro auf 21,8 Millionen Euro sind die Sachkosten im Vergleichszeitraum.

Ziel für dieses Jahr sei insgesamt ein Plus von 6,3 Millionen Euro im operativen Geschäft. Abgezogen davon werden die Investitionen und vor allem die Finanzzahlungen - und die betragen zurzeit rund 20 Millionen Euro. Um das große Ziel des Sanierungsprozesses zu erreichen, Ende 2012 ein ausgeglichenes Gesamtergebnis vorzulegen, muss also in 2011 und 2012 der operative Gewinn noch mal kräftig gesteigert werden.

"Das, was wir noch vor uns haben, ist nicht im Vorbeigehen zu bekommen", so Bracht. Um dieses Ziel zu erreichen, gebe es eine konkrete Maßnahmenplanung. 30 Projektteams arbeiteten in den Mühlenkreiskliniken an diversen Maßnahmen zur Leistungssteigerung. Denn sparen alleine reiche bei weitem nicht aus, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

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