Margarete Zimmermann mit der Medaille der französischen Ehrenlegion, einem weiß emaillierten Stern mit fünf Doppelarmen und zehn Kugeln. - © FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER
Margarete Zimmermann mit der Medaille der französischen Ehrenlegion, einem weiß emaillierten Stern mit fünf Doppelarmen und zehn Kugeln. | © FOTO: ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

BAD OEYNHAUSEN Eine Ritterin aus Bad Oeynhausen

Margarete Zimmermann ist Mitglied im Orden der französischen Ehrenlegion

VON ELKE NIEDRINGHAUS-HAASPER

Bad Oeynhausen/Berlin. Für Margarete Zimmermann war es einer der schönsten Augenblicke ihres Lebens. Ende Januar wurde die Professorin für französische und vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin vom französischen Botschafter Bertrand de Montferrand zur Ritterin der französischen Ehrenlegion ernannt.

Der Brief mit der Ankündigung der Auszeichnung kam am 8. Juli 2009 für Margarete Zimmermann, 1949 in Rehme geboren und in Bad Oeynhausen aufgewachsen, völlig überraschend. "Davon habe ich nichts geahnt", erzählt die Leiterin des Frankreich-Zentrums an der Freien Universität Berlin - einer interdisziplinär arbeitenden und auf intensive Kooperation ausgerichtete Institution.

Dabei liegen die Wurzeln für ihre frankophilen Neigungen in Bad Oeynhausen: "Mein Vater war überaus begeistert von Frankreich. Und mein zweiter Motivator war Kurt Krutemeier, mein Französischlehrer am Immanuel-Kant-Gymnasium, ein Mann von fachlicher Kompetenz, mitreißender Intellektualität und Jugendlichkeit", schwärmt die 61-Jährige.

Ein weiß-emaillierter Stern mit fünf Doppelarmen, an denen zehn Kugeln befestigt sind, ziert die höchste Auszeichnung der Franzosen am roten Band. Die Doppelarme sind an einer Krone aus Eichen- und Lorbeerblättern befestigt. In der Mitte des Sterns befindet sich eine goldene Medaille mit dem Bildnis der Republik. Zwar handelt es sich bei der Medaille der Ehrenlegion um einen Stern, doch in der Umgangssprache wird er respektvoll das "Kreuz der Tapferen" genant.

Margarete Zimmermann bekam das Kreuz der Tapferen überreicht, weil sie sich für die "Ausstrahlung der französischen Kultur eingesetzt und sie internationalisiert" habe. Dass sie das Berliner Frankreich Zentrum leitet, ist die eine Seite der Medaille. "Ausschlaggebend war auch, dass ich in Nordamerika einige Vorträge zum Thema Frankreich gehalten habe und das Land und seine Kultur dort bekannter gemacht habe."

Brigitte Bardot hat den Nationalorden der Ehrenlegion bekommen, kam aber nicht zur Verleihung. Jean Paul Sartre, Albert Camus und Simone de Beauvoir haben ihn abgelehnt, um nicht als etabliert zu gelten. Und der französische Autor Victor Marguerite wurde aus dem Orden entfernt, als sein Skandalroman "La Garconne" erschien. "In Frankreich sieht man die Auszeichnung häufiger, in Deutschland habe ich sie noch nie gesehen", bestätigt Kurt Krutemeier den Seltenheitswert von Rittern der französischen Ehrenlegion hierzulande.

Den Orden selbst bewahrt Margret Zimmermann in ihrem Sekretär auf. Für den täglichen Gebrauch begnügt sich dieProfessorin mit der kleinen Ausgabe des Ehrenzeichens: Ein symbolisches, winziges rotes Band, das sie am Kragen trägt. Den trägt sie auch, wenn sie in Bad Oeynhausen ist. Denn den Kontakt zu ihrer Heimatstadt, wo sie 1967 am Immanuel-Kant-Gymnasium Abitur machte, hat die Professorin nicht aufgegeben: "Einmal im Monat komme ich und besuche hier meine Mutter".

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