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BAD OEYNHAUSEN Salz satt

Eidinghausener Händler hat eine Quelle in Litauen aufgetan

VON ARNE HOLVERSCHEID
13.02.2010 | Stand 12.02.2010, 19:58 Uhr
Michael Timme lenkt den Schwall des Salzes mit seinem Schneeschieber in die richtige Bahn. - © FOTO: PETER STEINERT
Michael Timme lenkt den Schwall des Salzes mit seinem Schneeschieber in die richtige Bahn. | © FOTO: PETER STEINERT

Bad Oeynhausen. Kommunen und Händler beklagten in den vergangenen Wochen den Salz-Notstand. Denn trotz klirrender Kälte und andauernd überfrorener Straßen und Wege fehlte das Taumittel. Für Axel Friedrichsmeier kein Problem. Der bekam jetzt eine neue tonnenschwere Lieferung - und an Nachschub mangelt es ihm nicht.

"Ausverkauft", heißt es bei den meisten Anbietern der Region. Den Super-und Baumärkten ging der Vorrat schon vor Wochen aus. In einem Bad Oeynhausener Baumarkt erklärte eine Mitarbeiterin gestern: "In diesem Monat bekommen wir kein Streusalz mehr, und im März sowieso nicht." Erst im kommenden Herbst sei mit neuer Salz-Ware zu rechnen.

Probleme bei der Salzlieferung am Zoll

Solche Lieferschwierigkeiten lassen Axel Friedrichsmeier kalt. Der Eidinghausener Unternehmer gelangte über einen Geschäftspartner in der Holzindustrie an 48 Tonnen Streuware aus Riga in Litauen.

Problematisch wurde es dort aber zunächst am Zoll, der sich über die großen Mengen Salz wunderte. "In Osteuropa wird im Winter kein Salz zum Streuen benutzt, deshalb verstanden die Zollbeamten nicht, was sie von einer solchen Menge Salz halten sollen", erklärt Axel Friedrichsmeier, der einen Winterdienst mit vier Fahrzeugen betreibt und der auch Händler wie die Aldi, oder Jibi zu seinen Kunden zählt. "Dort streuen wir eine Mischung aus Granulat und Salz."

Derzeit sind 48 Tonnen Salz in einer Halle im Industriegebiet Eidinghausen eingelagert. Ein Teil davon wird ab heute an jedermann verkauft oder für die eigenen Streu- und Räumfahrzeuge verwendet.

Für die 25 Mitarbeiter beginnt die tägliche erste Schicht um 4 Uhr. Feierabend ist um 22 Uhr, wenn auch die letzte Eisfläche abgestreut ist. Uta Friedrichsmeier, Frau des Geschäftsführers: "Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiter. Sie arbeiten von morgens bis mittags in der ersten Schicht und dann nochmal von mittags bis abends in der zweiten Schicht. Das ist sehr anstrengend für sie."

Ihr Mann kam im vergangenen Monat auf 300 Arbeitsstunden. Trotz dieser derzeit guten Geschäfte könnte es so langsam auch für ihn wärmer werden. Axel Friedrichsmeier: "Irgendwann reicht es einem dann auch."

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