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Automuseum in der Sackgasse

Immer mehr Besucher stehen vor verschlossener Tür / Umbauten bis Herbst

VON NICOLE SIELERMANN
21.07.2009
Kerstin und Jörg Griesert aus Rostock machten sich vergebens auf den Weg zum Rehmer Automuseum. Dort sind bei einigen Fenstern die Jalousien herunter und das Museum ist seit mehr als einem Jahr geschlossen. - © FOTO: PETER STEINERT
Kerstin und Jörg Griesert aus Rostock machten sich vergebens auf den Weg zum Rehmer Automuseum. Dort sind bei einigen Fenstern die Jalousien herunter und das Museum ist seit mehr als einem Jahr geschlossen. | © FOTO: PETER STEINERT

Bad Oeynhausen-Rehme. Der Weg war umsonst. Auch wenn Kerstin und Jörg Griesert nicht direkt aus Rostock anreisten, ärgerten sie sich zurecht über das seit mehr als einem Jahr geschlossene Automuseum. "Das wird überall beworben", bemängeln sie. "Obwohl es zu hat." Wegen Bauarbeiten, so Inhaber Holger Veh, sei das Musuem vorübergehend geschlossen (die NW berichtete). Noch vor einem Jahr berichtete Veh von mehrmonatigen Bauarbeiten, die im dritten Quartal 2008 abgeschlossen sein sollten. Mittlerweile spricht er von Herbst 2009.

Ein Ferienhaus im Kalletal - dort verbringen Kerstin und Jörg Griesert aus Rostock ihre Sommerferien. "Bei uns zuhause ist um diese Zeit die Hölle los. Da fliehen wir immer vor den Touristen", winkt Kerstin Griesert ab. Damit sie im Urlaub auch die Region kennenlernen, haben sich die Grieserts für jeden Tag ein anderes Ziel ausgesucht. Und an diesem Tag sollte es halt das Motor-Technica-Museum an der Weserstraße sein. Dort angekommen standen Grieserts vor verschlossenen Pforten. "Vorübergehend bis Ende 2009 geschlossen" steht auf dem Schild an der Eingangstür. Zur Erinnerung: Vor ziemlich genau einem Jahr stand dort das "3. Quartal 2008" als Wiedereröffnungstermin vermerkt.

"Ein solcher Umbau dauert seine Zeit", erklärte Holger Veh gegenüber der NW. Der hänge immer von vielen Faktoren ab. "Als nächstes kommt der Außenanstrich." Und wenn alles gut gehe, wolle er im Herbst wieder aufmachen. Gut "200 Autos haben wir noch drinstehen", ergänzte er. Mehr Auskunft zum Umbau wollte Veh allerdings nicht geben.

Noch vor sechs, sieben Jahren war vor allem ein Panzer aus dem Automuseum Star mancher RTL-Serie. So drehte Hans-Werner Olm für seine damalige gleichnamige Serie in Rehme. Auch das Team von "Alarm für Kobra 11" lernte Bad Oeynhausen durch den Panzer kennen.

Kerstin Griesert bemängelt indessen, dass das Museum überall beworben werde und ausgeschilder sei - obwohl es geschlossen ist. "Sogar im aktuellen Flyer für die Region OWL steht es drin." Ihr Vorwurf an Holger Veh: "Warum kleben Sie nicht wenigstens die Wegweise ab?" Dass wiederum kann Holger Veh sofort entkräften: "Weil es nicht unsere sind."

Die meisten der Wegweiser gehören Straßen NRW. Doch ganz so einfach sei es nicht, wie Sven Johanning, Pressesprecher beim Landesbetrieb, erklärt. "Solche Hinweise von den Schildern zu bekommen, ist genauso schwierig, wie sie hinaufzubekommen." Soll heißen, weder der Betreiber noch Straßen NRW haben eine Handhabe. Nur die Stadt kann dieses in die Wege leiten. "Sie muss bei der Straßenverkehrsbehörde einen Antrag stellen." Erst dann könnten die Hinweise überklebt werden. Von Seiten Straßen NRW werden die Mitarbeiter mit der Stadt Kontakt aufnehmen. Die sich dann nochmal mit dem Betreiber des Museums kurzschließen muss. "Das kann dauern", fasst es Johanning zusammen. Wie der Umbau des Museums.

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