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Anette Gohlke und Hartwig Rösche von der Buchhandlung Scherer präsentieren ihre persönlichen Schmökertipps für Kinder und Erwachsene. - © Anna Lena Hinder
Anette Gohlke und Hartwig Rösche von der Buchhandlung Scherer präsentieren ihre persönlichen Schmökertipps für Kinder und Erwachsene. | © Anna Lena Hinder

Buchtipps Schmöker-Tipps aus Bad Oeynhausen: Diese Bücher sind lesenswert

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse haben wir Literatur-Experten aus Bad Oeynhausen nach ihren persönlichen Empfehlungen für Kinder und Erwachsene gefragt.

Anna Lena Hinder
22.10.2022 , 10:00 Uhr

Bad Oeynhausen. Noch bis Sonntag, 23. Oktober, präsentieren die Verlage auf der Frankfurter Buchmesse eine Menge an Neuerscheinungen. Dabei steht für viele Besucher die Frage im Vordergrund: Welche Bücher lohnen sich? Welche Bücher sollte man gelesen haben? Wir haben Buchhändler in der Region nach ihren ganz persönlichen Lieblingsbüchern und Lesetipps für Erwachsene und Kinder gefragt.

Literarische Unterhaltung für Erwachsene

Für Bettina Eisler, Mitarbeiterin der Stadtbücherei Bad Oeynhausen, steht fest: „Der Roman „Saturnin“ von Jakub Malecki ist meine persönliche Empfehlung.“ Der polnische Autor erzählt die Geschichte von Saturnin – einem alleinstehenden Handelsvertreter, der nach einem Anruf seiner Mutter von Warschau aus in die polnische Provinz aufbricht, um den plötzlich verschwundenen Großvater zu suchen. Als dieser vor seinen Erinnerungen in den Wald flieht, holt ein längst vergangener Krieg die Gegenwart ein. Malecki erzählt von verdrängten Gräultaten, von vererbten Traumata und der jüngeren polnischen Geschichte. „Es ist kein einfaches Buch, aber es lohnt sich“, betont Eisler.

Wer auf der Suche nach einem anregenden Sachbuch ist, das zum Nachdenken anregt, dem legt Bettina Eisler, Andreas Schreibers Buch „Alleine“ ans Herz. Der deutsche Autor und Journalist, beschäftigt sich in seinem Essay mit dem Thema Einsamkeit und der Frage, warum sie noch heute als Scheitern gilt. Dabei greift er auf eigene Erfahrungen, soziologische und philosophische Fragestellungen zurück.

Für Anette Gohlke (Buchhandlung Scherer), ist die Sache klar: „Ich kann allen Krimi-Fans wärmstens ein Buch von Viveca Sten empfehlen“. In dem skandinavischen Polarkrimi „Kalt und Still“ erzählt die schwedische Autorin die Geschichte der Polizistin Hanna, die sich für eine Auszeit, auf den Weg in das schwedische Örtchen Åre, in das leer stehende Ferienhaus ihrer Schwester begibt. Als sie dann eine Vermisstenmeldung erreicht, beteiligt sie sich an der Suchaktion und weiß bald mehr als die örtliche Polizei. „Ein gut geschriebener, nicht zu brutaler skandinavischer Krimi mit einem roten Faden“, resümiert Gohlke.

Der Tipp von Hartwig Rösche (Buchhandlung Scherer), stammt aus der zeitgenössischen europäischen Literatur. In drei Erzählungen schreibt der rumänische Bestsellerautor Mireca Cartarescu in seinem Buch „Melancolia“ über die Kindheit und das Heranwachsen. Er enthüllt dabei die großen Themen des Lebens: Einsamkeit, Trennung und Liebe. „Das Werk zeichnet sich durch seine intensive literarische Unterhaltung und eine durchgehende Vermischung zwischen Realität, Fiktion, Traum und Albtraum aus“, beschreibt der Buchhändler seine Leseerfahrung. Einer seiner Stammkunden sei ebenfalls schwer angetan, von dem literarischen Werk.

Wer sich für den deutschen Lyriker Gottfried Benn interessiert, dem legt Rösche, das gleichnamige biografische Essay von dem Bestsellerautor Florian Illies ans Herz. Illies durchwandert die Untiefen des Lebensweges von Gottfried Benn, beleuchtet seine Freundschaften, seine Irrwege – und seine späte Wehmut. „Ein Sprachzauberer der einen gefangen nimmt“, beschreibt Rösche seine Beziehung zu dem Autor. Er ermögliche es dem Leser, auf humorvolle Art und Weise, einen Zugang zu dem deutschen Lyriker zu finden.

Spannende Geschichten für Kinder

Für Kinder ab neun Jahren empfiehlt Büchereileiterin Mareike Koch, den Comicroman „Mein Lotta-Leben. Alles Tschaka mit Alpaka“ von Alice Pantermüllers. In der internationalen Kult-Bestsellerreihe geht es um die turbulenten Abenteuer von Hauptfigur Lotta Petterman. In dem aktuellen 19. Band reist das junge Mädchen auf Klassenfahrt nach Amrum – und dort wimmelt es nicht nur vor süßen Tieren, sondern auch vor Katastrophen. Die größte von allen: Papa reist als Ersatzlehrer mit. „Die Kinderbuchreihe hat einen hohen Illustrationsanteil und ist somit auch für weniger geübte Leser geeignet“, so Koch.

Als Kinderbuchtipp nennt Anette Gohlke den Titel „Bahnsteig 13 öffnet sich wieder“, eine Fortsetzung des 1994 erschienenen Kinderbuches „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ von den Autorinnen Eva Ibbotson und Sibeal Pounder für Kinder ab neun Jahren. Der Bahnsteig ist seit 40 Jahren geschlossen. Umbauten scheitern immer wieder auf unerklärliche Weise. Der Grund: Der Bahnsteig wird von Geistern bewacht, denn hier befindet sich, der sich alle neun Jahre für neun Tage öffnende Zugang zu „der Insel“, der Gügel. Neun Jahre sind nun vergangen, seit sich das Tor das letzte Mal geöffnet hat. „Die Fortsetzung führt den Leser zurück in eine fantastische Welt voll von kuriosen Erlebnissen“, erzählt die Buchhändlerin.

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