0
Benedikt Harre hat am Stand des Obsthofes Kossack für jeden Kunden die passende Geschmacksrichtung. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Benedikt Harre hat am Stand des Obsthofes Kossack für jeden Kunden die passende Geschmacksrichtung. | © Elke Niedringhaus-Haasper

Markt in der Innenstadt Gelungene Kombination: Verkaufssonntag ergänzt den Bauernmarkt in Bad Oeynhausen

90 Aussteller lockten am Wochenende jede Menge Publikum auf den Herbst- und Bauernmarkt in die Bad Oeynhausener Innenstadt. Übel mitgespielt wurde den Mitgliedern des Treckervereins.

Elke Niedringhaus-Haasper
09.10.2022 | Stand 09.10.2022, 16:16 Uhr
Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Die Halterung ist porös und der Gummizug zu stramm. Aber der Haken sitzt noch perfekt: Christian Schneider hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun, um kleinere und größere Wehwehchen zu heilen. Der Puppendoktor aus Düsseldorf gehörte zu den Hauptanziehungspunkten unter den 90 Ausstellern des Herbst- und Bauernmarktes, der jede Menge Besucher bei bestem Herbstwetter in die Stadt lockte.

Ein halbes Jahrhundert ist das Püppchen alt, das Ursula Roew unter dem Arm hält. Und vor 50 Jahren gehörte es noch ihrer Tochter Carola. Inzwischen plagt das historische Exemplar so manches Zipperlein. Mit Kennermiene nimmt der Puppendoktor seinen Schützling unter die Lupe und greift zum Ersatzteillager. An den grünen Haaren kann der Fachmann allerdings nichts ändern. „Dabei handelt es sich um eine chemische Reaktion des Kunsthaares aus den 50er, 60er und 70er Jahren“, sagt der Fachmann. Ein paar Meter weiter beobachtet Bernd Bolte, der gemeinsam mit dem Staatsbad den Herbst- und Bauernmarkt organisiert, fasziniert die lange Schlange vor dem Stand von Christian Schneider.

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen eine Puppe haben, die repariert werden muss. Da haben wir ja mit dem Puppendoktor in eine Lücke gestoßen“, sagt der Organisator über den neuen Aussteller. Und freut sich. Auch sonst ist Bernd Bolte zufrieden mit dem Andrang. Und sagt: „Auch, weil nicht nur geguckt, sondern auch gekauft wird“. Zu kaufen gab es jede Menge: Von Kartoffeln, Äpfeln und Kürbissen aus der Region über selbst gestrickte Socken bis hin zu Fleisch- und Fischspezialitäten.

Für jeden den richtigen Apfel finden

Einer der Stammaussteller ist Tom Schwabe aus Hille, der mit seinen Haushaltswaren vom Besen bis zum Hosenträger auf jedem Markt in Bad Oeynhausen vertreten ist. Anders ist das mit den Marktbeschickern vom Obsthof Kossack in Volmerdingsen. „Das letzte Mal waren wir vor zehn Jahren hier“, sagt Simon Kossack. Er und sein Team haben ihre Ernte für den Herbst- und Bauernmarkt unterbrochen und zwei Tonnen Äpfel unterschiedlichster Geschmacksrichtungen auf vier Anhänger gepackt, die sie mit einem Trecker zum Markt gefahren hatten. „Wir versuchen, für jeden Kunden den richtigen Apfel zu finden“, sagt der Obstbauer. Und bietet den Schaulustigen kleine Apfelstücke zum Probieren an.

Marleen Oesterhoff (l.) und Renate Hasselmeyer nutzen den verkaufsoffenenmem Sonntag in Bad Oeynhausen zum Stöbern. - © Jörg Stuke
Marleen Oesterhoff (l.) und Renate Hasselmeyer nutzen den verkaufsoffenenmem Sonntag in Bad Oeynhausen zum Stöbern. | © Jörg Stuke

Weniger Glück hatte in diesem Jahr der Treckerverein aus Bad Oeynhausen, dessen Mitglieder traditionell beim Herbst- und Bauernmarkt das alte Handwerk des Dreschens vorführen und immer ein Publikumsmagnet sind. Nicht nur, weil zwischendrin der Drescher verstopft war und gereinigt werden musste. Sondern vor allem, weil sie am Samstagmorgen die Polizei rufen mussten. In drei Wohnwagen hatten Mitglieder neben dem Dresdener Dreschkasten aus den 1930er Jahren und dem Hanomag-Trecker übernachtet. „Als ich heute Morgen um sechs Uhr wach geworden bin und herausgeschaut habe, musste ich sehen, dass in der Nacht Randalierer auf das Dach des Treckers gestiegen sind und den Leuchtenträger komplett zerstört haben“, erzählt Vereinsmitglied Robert Fissenewert.

Auf Stöbertour am verkaufsoffenen Sonntag

Dichtes Gedrünge herrschte am Sonntag beim Herbst- und Bauernmarkt. - © Jörg Stuke
Dichtes Gedrünge herrschte am Sonntag beim Herbst- und Bauernmarkt. | © Jörg Stuke

Besser meinte es da das Herbstwetter mit dem Bauernmarkt, das von Mini-Schauern am Samstag abgesehen, die Sonne so strahlen ließ, dass sich am Stand von Dirk Borgsen so mancher Besucher noch ein spätsommerliches Eis genehmigte. Und nach dem vielversprechenden Auftakt am Samstag folgte ein wahrhaft goldiger Herbstsonntag. Bei perfektem Wetter lockte da nicht nur der Markt, sondern auch noch von 13 bis 18 Uhr der verkaufsoffene Sonntag. Viele Innenstadthändler hatten ihre Läden geöffnet, und rasch füllte sich die Klosterstraße mit Menschen, die bummeln, stöbern, aber auch einkaufen wollten. So wie Marleen Oesterhoff, die mit ihrer Mutter Renate Hasselmeyer auf Stöbertour war. "Die Verbindung von Herbst- und Bauernmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag ist schon klasse", findet sie.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
Newsletter abonnieren

Newsletter Bad Oeynhausen

Jeden Donnerstag informieren wir Sie über die wichtigsten Nachrichten aus Bad Oeynhausen. Erhalten Sie einen bunten Mix an Informationen aus Ihrer Region.

Wunderbar. Fast geschafft!