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Die Rückansicht des Fachwerkhauses zeigt, wie sich die modernen Elemente geschickt in den historischen Bau einfügen. - © Oliver Windus
Die Rückansicht des Fachwerkhauses zeigt, wie sich die modernen Elemente geschickt in den historischen Bau einfügen. | © Oliver Windus

Bad Oeynhausen Tag des offenen Denkmals: Zwischen Kulturerlebnis und Denkmalerhalt

Das Architektur-Büro Bökamp gibt am Sonntag Einblicke in das historische Bauwerk mitten in der Innenstadt.

09.09.2022 , 13:00 Uhr

Bad Oeynhausen. Koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz findet am kommenden Sonntag, 11. September, bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“ statt. Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ bieten Henning Bökamp und sein Team von 13 bis 17 Uhr Führungen durch den komplett sanierten ehemaligen Mülke-Hof, ehemals Bretthauer in Bad Oeynhausen an.

Im heutigen Wohnkern der Stadt Bad Oeynhausen sind nur noch wenige Spuren der ursprünglichen bäuerlichen Besiedlung übrig geblieben. Bis heute erhalten ist jedoch das 1834 erweiterte malerische Fachwerkhaus des ehemaligen Mülke-Hofes, der versteckt hinter den Häusern der Ravensberger Straße und der Steinstraße liegt. Die Geschichte der Hofstelle lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Projekt lässt durch Geschichte, Charme und Atmosphäre das Herz höher schlagen. Hier wurde eines der letzten und ältesten Gebäude Bad Oeynhausens – der letzte erhaltene von ehemals fünf Colon Höfen - saniert und in Ergänzung zum alten Fachwerkhaus ein Gebäudeensemble mit zwei komfortablen Stadthäusern entwickelt. Durch die aufwendige Restauration und die visionäre Neuinterpretation des Gebäudes wird hier Stadtgeschichte in einem neuen Kontext erlebbar gemacht.

Respekt vor den historischen Wurzeln

Mit großem Respekt für die historischen Wurzeln wurde das denkmalgeschützte Gebäude unweit des Bad Oeynhausener Kurparks energetisch hochwertig, in ökologisch nachhaltiger Bauweise und unter Verwendung der entsprechenden Baumaterialien vollständig nutzbar gemacht. Henning Bökamp: "Dabei wird gezeigt, wie man den Anforderungen des 21. Jahrhunderts in einem historischen Bau aus dem 19. bzw. 20. Jahrhundert gerecht werden und ein ideales Umfeld für modernes Wohnen und Arbeiten schaffen kann." Die Planung und Realisation der Sanierung dieses Schmuckstücks führte sein eigenes Architekturbüro durch. 2013/2014 wurde der Hof komplett restauriert und saniert, technisch und energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Ganz im Sinne des Denkmalschutzes blieb der charmante Fachwerkcharakter erhalten.

Im ersten Bauabschnitt entstand eine Praxis mit zwei freistehenden Kuben und acht weiteren Räumlichkeiten zur Praxisnutzung. Im zirka 1930 errichteten Anbau in Massivbauweise, dem ehemaligen Bauernwohnhaus, entstand ein separat erschlossener und abgeschlossener Wohnbereich. Respektvoller Umgang mit der Bausubstanz, aber auch die Anforderung an heutige und zukünftige Nutzungsbedingungen wurden harmonisch in Einklang gebracht. Bökamp: "Hier ist ein neuer Mix aus alt und neu entstanden."

2019 erfolgte der nächste Schritt mit besonderem Augenmerk der behutsamen Einfügung der modernen Elemente in den denkmalgeschützten Bestandsbau im Dachgeschoss. Darunter fällt auch die Schaffung eines neuen Eingangs an der Ostseite des Gebäudes. "Dabei ist es gelungen, den Prozess der Gestaltung, das Nebeneinander historischer und moderner Gebäudeelemente mit ihren charakteristischen Materialien und Proportionen sichtbar und für den Besucher erlebbar zu machen", urteilt Henning Bökamp.

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