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In der Oeyne darf trotz Dürre und Pumpverbots weiter Werre-Wasser den Kurpark herunter fließen. - © Ulf Hanke
In der Oeyne darf trotz Dürre und Pumpverbots weiter Werre-Wasser den Kurpark herunter fließen. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Trotz Dürre: Die Oeyne bekommt weiter Werre-Wasser - vorerst

Trotz Dürre und Pump-Verbot darf das Staatsbad weiter Wasser aus dem Fluss entnehmen. Das gilt auch für die Stadtwerke. Doch der Mühlenkreis überprüft das derzeit.

Ulf Hanke
14.08.2022 , 02:00 Uhr

Bad Oeynhausen. Der Kurpark und seine Wasserspiele werden trotz Dürre vorerst weiter durch Wasser aus der Werre versorgt. Seit vielen Jahrzehnten pumpt das Staatsbad Flusswasser über 30 Meter hoch in den Kurpark. Der Kokturkanal wurde 1753 eigentlich zur Salzgewinnung von der Werre abgezweigt. Heutzutage fließt das Werre-Wasser aus dem Kanal aber durch Teile des Kurparks, zum Beispiel durch das künstlich angelegte Bächlein "Oeyne", in mehrere Teiche und Fontänen. Und das wird vorerst auch so bleiben, obwohl der Kreis Minden-Lübbecke das Abpumpen von Flusswasser aus der Werre und damit auch aus dem Kokturkanal untersagt hat. Laut Allgemeinverfügung droht bei Zuwiderhandlung ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Das Staatsbad verfügt aber nach Angaben von Betriebsleiter Dirk Henschel über eine "wasserrechtliche Erlaubnis". Darin sei sehr genau geregelt, wie viel Wasser, gestaffelt über den Tagesverlauf, aus dem Kokturkanal entnommen werden darf. Auch die Stadtwerke nutzen derzeit Wasser aus dem Kokturkanal - und dürfen das in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde auch weiterhin tun, um zum Beispiel den neuen Rasen im Sielbad damit zu beregnen.

Staatsbad und Stadtwerke ziehen Wasser aus dem Kokturkanal

Der Kreis Minden-Lübbecke dagegen weist darauf hin, dass es für die Versorgung des großen Teiches im südlichen Teil der Kurparkanlage, des künstlichen Wasserlaufes "Oeyne" sowie den Springbrunnenanlagen "Mittelfontäne", "Heckengarten" und vor dem Badehaus II eine Genehmigung gab, "die aber durch Fristablauf erloschen ist und nun neu beantragt werden muss", schreibt Pressesprecherin Sabine Ohnesorge auf Nachfrage. Für die Rasen-Bewässerung im Sielbad gebe es ein laufendes Antragsverfahren.

Nach Ansicht des Kreises ist der Kokturkanal allerdings "ein gestautes Gewässer mit einem auch bei Niedrigwasserzeiten relativ großen Wasservolumen". Der Kanal gehöre deshalb nicht zu den Gewässern im Kreisgebiet, auf die das Pumpverbot vordringlich abziele. Ohnesorge: "Hier besteht derzeit keine erhöhte Gefahr, dass das Gewässer komplett austrocknet."

Wie die Ausnahme begründet wird

Auch die Stadtwerke Bad Oeynhausen bedienen sich derzeit aus dem Kokturkanal. Nach Auskunft von Stadtwerke-Pressesprecher Rüdiger Ernst werden derzeit nur in den Morgenstunden maximal vier Kubikmeter Wasser aus dem Kokturkanal zur Bewässerung der neuen Pflanzen im Sielbad entnommen. Der Ort, an dem das Wasser aus dem Kokturkanal gepumpt wird, ist ebenfalls mit dem Kreis abgesprochen, "um eine Beeinflussung des Gewässers auszuschließen".

Die Stadtwerke begründen die Ausnahme von der kreisweit geltenden Allgemeinverfügung auch damit, dass das Sielbad "eine Alternative zu hauseigenen Pools" biete und verweisen auf die immer wieder angespannte Liefersituation beim Leitungswasser durch den Wasserbeschaffungsverband "Am Wiehen" und die eigenen Trinkwasserbrunnen an der Weser.

Verdunstetes Wasser wird mit Frischwasser ersetzt

Die Wasserspiele in der Innenstadt wie zum Beispiel der Schweinebrunnen werden indes weiter mit Leitungswasser betrieben. Allerdings verfügen die Spiele allesamt über ein Kreislaufsystem und ein nicht sichtbares Wasserreservoir. Die Stadtwerke ersetzen lediglich das verdunstete Wasser mit Trinkwasser. "Dies sind wenige Kubikmeter im Jahr", so der Pressesprecher.

Ein Großteil des Werre-Wassers aus dem Kokturkanal, das in den Kurpark gepumpt wird, fließt über den Umweg der Oeyne auch wieder zurück in den Fluss. Und in den Wasserspielen, die mit Werre-Wasser betrieben werden, laufen Kreislaufsysteme. Hier wird immer wieder das gleiche Wasser in die Höhe gepumpt. Insgesamt schätzt Betriebsleiter Henschel die Wasserfläche im Kurpark auf etwa 1.500 Quadratmeter. An heißen Tagen könnten womöglich zehn bis 15 Kubikmeter Wasser verdunsten. Die Kurhaus-Fontänen vorm Kaiserpalais und die Lenné-Fontänen am Badehaus I werden mit Leitungswasser gespeist. Dieses Fontänen-Wasser muss Schwimmbadqualität haben, auch weil viele Kinder an heißen Tagen in den Fontänen spielen. Insgesamt speist das Staatsbad jedes Jahr etwa 2.000 Kubikmeter Trinkwasser in die Umlaufsysteme der Springbrunnen.

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