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Energiekosten können durch energetische Sanierungen eingespart werden. - © Pixabay
Energiekosten können durch energetische Sanierungen eingespart werden. | © Pixabay

Kreis Minden-Lübbecke/Kreis Herford Wie Tennisbälle und ein Quiz das Thema "Gebäudesanierung" veranschaulichen

In der Wandelhalle informieren Experten aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke über ihre gemeinsame Initiative "Altbauneu". Sie soll Bürgern bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser helfen.

Elke Niedringhaus-Haasper
10.10.2019 | Stand 09.10.2019, 20:57 Uhr

Bad Oeynhausen. Wie sich staubtrockene Fakten unterhaltsam verpacken lassen, erlebten Gäste aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke jetzt bei einem Informationsabend in der Wandelhalle. Das Thema: Energetische Gebäudesanierung. Um in diesem Bereich einen Beitrag für die Erreichung der Klimaziele zu leisten, haben sich beide Kreise entschieden, bei der Internetplattform Altbauneu einzusteigen. Für den offiziellen Auftakt hatten die Organisatoren am Dienstag den fernsehbekannten Bauingenieur Ronny Meyer eingeladen, der mit Humor und praxisorientiert zeigte, dass die Sanierung eines Eigenheimes mit Fördermitteln finanziert werden kann. "Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus Gebäuden" Mit Informations- und Beratungsständen hatten die Initiative Altbauneu, die Energieberatung der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale und das Klimabündnis im Mühlenkreis das Thema praxisorientiert aufgegriffen. Denn: „Etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus Gebäuden, wie Experten wissen. Und genau an dieser Stelle setzt das Projekt an: Die gemeinsame Initiative von Kommunen und Kreisen in NRW unterstützt die teilnehmenden Gebietskörperschaften bei der Beratung ihrer Bürgerinnen und Bürger zur sinnvollen Umsetzung von Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung. Das Internetportal ist das zentrale Element Koordiniert wird das Projekt von der Energie-Agentur.NRW, Unterstützung gibt es vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, der Verbraucherzentrale NRW sowie dem Handwerk in Bundesland. Das zentrale Element ist das Internetportal, auf dem über Sanierungsthemen, Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen informiert wird. Außerdem gibt es eine Expertendatenbank mit regionalen Handwerkern, Energieberatern und Architekten. Wie groß der Handlungsbedarf für Hauseigentümer ist, zeigt Beatrix Walberg, die Leiterin des Kreisumweltamtes in Lübbecke in einem einleuchtenden Vergleich: „Rund ein Siebtel der Energie in unseren Gebäuden heizen wir aus dem Haus heraus". Exakte Beispiel dafür, wo genau das Einsparungspotenzial liegt, bekommen die Gäste von Bastian Peukert, Mitarbeiter der Energie-Agentur NRW. Verteuerung der Heizölpreise seit 2016 Mit einem ungewöhnlichen Vergleich steigt Ronny Meyer in seinen Vortrag ein: „Während sehr viele Menschen den Untergang eines einzigen Schiffes in Form des Kinofilms „Titanic" gesehen haben, hat der Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit" über den Untergang der ganzen Welt weit weniger Zuschauer interessiert. In welchen Dimensionen sich die Heizölpreise seit 2016 gestiegen sind und wie viele Häuser in den beiden Kreisen Minden und Herford dringend energetisch saniert werden müssen, erfahren die Zuhörer bei einem Quiz. Mit zwei Tennisbällen die Wärmeentwicklung von Molekülen erklärt Meyer erklärt anhand von zwei Tennisbällen anschaulich die Wärmeentwicklung von Molekülen und faltet eine goldfarbene Rettungsdecke auseinander, um so zu zeigen, dass ein ungedämmtes Haus nicht mehr Schutz hat, als so eine Decke bieten würde. Hans Joachim Schneider ist aus Petershagen gekommen, um sich bei der Auftaktveranstaltung Anregungen für sein Haus zu holen. „Das ist bereits 25 Jahre alt und befindet sich gefühlt in einer schlechteren energetischen Situation als alles, was wir hier zu hören bekommen haben", stöhnt der Eigentümer. Die Informationsangebote weiß der Westfale durchaus zu schätzen: „Das hilft mir auf jeden Fall", sagt Hans Joachim Schneider. Damit die Energiekosten nicht über den Kopf wachsen Wie es um den energetischen Status in der Wandelhalle bestellt ist, erlebt derweil Klaus Müller. Der Gast aus Lübbecke hat sich eine sogenannte Virtual-Reality-Brille auf den Kopf gesetzt und kann so jedes einzelne Detail entdecken. Im Anschluss versorgt er sich mit ausreichend Informationsmaterial. Denn: "Auch ich muss dringend etwas tun, damit mir die Energiekosten nicht über den Kopf wachsen", gibt der Lübbecker zu. Und erleichtert über die Rechenbeispiele, mit denen Ronny Meyer zeigt, wie viel staatliche Zuschüsse er bekommen wird, wenn er in Projekt in Angriff nimmt.

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