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Auch das Löhner Kreuz, letzte große Baustelle der Nordumgehung, ist seit Anfang August weitgehend fertig. Auf der Hauptachse der neuen Autobahn rollt der Verkehr schon seit dem 9. Dezember 2018. - © Jürgen Krüger
Auch das Löhner Kreuz, letzte große Baustelle der Nordumgehung, ist seit Anfang August weitgehend fertig. Auf der Hauptachse der neuen Autobahn rollt der Verkehr schon seit dem 9. Dezember 2018. | © Jürgen Krüger

Bad Oeynhausen Raser, Opa, Tempolimit: Beigeordneter stellt in Hamm Fragen zur Nordumgehung

Zuständigkeit hat nach Fertigstellung der neuen Autobahn gewechselt. Straßen.NRW ist jetzt nicht mehr Ansprechpartner. Der neue sitzt in Hamm.

Jörg Stuke
17.09.2019 | Stand 18.09.2019, 14:09 Uhr

Bad Oeynhausen. Solange gebaut wurde, war Bielefeld verantwortlich. Nachdem die Nordumgehung nun aber als fertig gilt, hat die OWL-Niederlassung von Straßen NRW die neue Autobahn abgegeben. Zuständig ist nun das Autobahnamt in Hamm, wie Jan-Marin Müller, Leiter des Infrastrukturmanagements bei der Stadtverwaltung, dem Ausschuss für Stadtentwicklung mitteilte. Der Wechsel der Zuständigkeit sei bei Autobahnen ein ganz normaler Vorgang, sagte dazu Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW in Bielefeld. "Wir müssen uns um Planung und Bau einer Autobahn kümmern, das Autobahnamt in Hamm um Betrieb und Unterhaltung." Deshalb fällt formal die Nordumgehung seit ihrer Verkehrsfreigabe am 9. Dezember 2018 schon in den Zuständigkeitsbereich von Hamm. "Die Nordumgehung ist frei für Raser" Einen bunten Strauß an Fragen trugen die Ausschussmitglieder zusammen, die nun überwiegend mit der Hammer Behörde zu klären sein werden. Punkt 1: die Geschwindigkeit. "Die Nordumgehung ist jetzt frei für Raser", stellte Rainer Müller-Held von der BBO (Bürger für Bad Oeynhausen) fest. Was Müller-Held für gefährlich hält. "Ist da ein Tempolimit im Gespräch?" fragte er. Seitdem die Bauarbeiten an der Straße beendet sind, gebe es auch keine Geschwindigkeitsbegrenzungen mehr auf der Strecke, erklärte Müller. "Da können Sie 350 fahren - wenn Sie wollen." Er persönlich halte auf der Nordumgehung ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern für angemessen, sagte Müller. "Aber zuständig für Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist die Bezirksregierung." Eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei auf der Nordumgehung unumgänglich, konstatierte Reiner Barg (BBO). "Das sollten Sie nachdrücklich bei der zuständigen Behörde kundtun", forderte Barg. "Wir wollen die lärmmindernde Wirkung von Opa unbedingt erhalten" Punkt 2: Opa. Der offenporige Asphalt, der zur Lärmminderung auf Wunsch und auch mit erheblicher Kostenbeteiligung der Stadt Bad Oeynhausen in Höhe von einer knappen Million Euro auf der Nordumgehung eingesetzt wurde, habe ja bekanntlich nur eine begrenzte Lebensdauer, sagte Barg. "Gibt es Gespräche, was passiert, wenn der Belag erneuert werden muss?", fragte er. Müller verwies dazu auf die bisherigen Äußerungen von Andreas Meyer, Leiter der Niederlassung Bielefeld von Straßen NRW. "Er hat immer erklärt, dass eine Sanierung nach dem dann gültigen Stand der Technik durchgeführt werde", sagte Müller. Was im Klartext wohl bedeuten würde, dass es nicht wieder den offenporigen Spezialasphalt gäbe. "Wir werden das in Hamm vortragen, dass wir in Bad Oeynhausen die lärmmindernde Wirkung des Opa auf jeden Fall erhalten haben wollen", sagte Müller. Punkt 3: verunstaltete Lärmschutzwände. "Die sind in Eidinghausen von Anfang an mit Graffiti beschmiert", sagte Barg. "Und das direkt gegenüber dem Schloss Ovelgönne. Das ist eine Zumutung, das geht so nicht", schimpfte Barg. "Darauf haben wir Straßen NRW schon hingewiesen", sagte Müller. Die Antwort aber habe gelautet, dass Graffiti nur entfernt würden, wenn sie rassistischen oder beleidigenden Inhalts seien. "Normale Schmierereien werden nicht beseitigt", so Müller. Sonst, so habe Straßen NRW erklärt, käme man der Aufgabe nicht hinterher. Auch hier wäre aber nun wohl Hamm Ansprechpartner. Nach zwei trockenen Sommern sind etliche Pflanzen eingegangen Punkt 4: Lücken im Lärmschutz. "Die wären prinzipiell relativ leicht durch Erdwälle zu schließen", sagte Müller-Held. Jan Martin Müller versprach: "Auch das werden wir mit dem Autobahnamt erörtern." Punkt 5: Die Ausgleichsmaßnahmen. "Die Ausgleichspflanzungen sind bis auf eine Fläche erledigt", teilte Müller mit. Allerdings habe es durch zwei trockene Sommer Probleme gegeben. "Immer wieder vertrocknen etliche der neu gesetzten Pflanzen." Dafür aber bleibt Straßen NRW in Bielefeld zuständig. Allerdings sei es Sache der Gartenbaufirmen, dafür zu sorgen, dass die Pflanzen auch anwachsen. "Gegebenenfalls müssen die Firmen für Ersatz sorgen", sagte Johanning. "Bei dieser Fülle der Themen werde ich nach Hamm fahren und die Fragen und Probleme im Autobahnamt persönlich vortragen", sagte der Technische Beigeordnete Thomas Lüer zu.

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