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Begehrt: So wie in der Wandelhalle ging es auch an den anderen sieben Spielorten zu. Wer keinen Sitzplatz ergattern konnte, musste stehen. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper - © Elke Niedringhaus-Haasper
Begehrt: So wie in der Wandelhalle ging es auch an den anderen sieben Spielorten zu. Wer keinen Sitzplatz ergattern konnte, musste stehen. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen Innenstadt bei Bad Oeynhausener Kulturnacht proppevoll

Allein in die Auferstehungskirche kamen bei der dritten Veranstaltung dieser Art am Freitagabend rund 1.400 Gäste. Zeitweise gab es in der Wandelhalle nur noch Stehplätze.

Elke Niedringhaus-Haasper
15.09.2019 | Stand 15.09.2019, 16:59 Uhr

Bad Oeynhausen. Normalerweise ist der Freitagabend in der Innenstadt eine überschaubare Sache. Das war am Wochenende ganz anders. Wie auf Ameisenstraßen zogen sich Menschenmengen kreuz und quer durch die Stadt von einem Programmpunkt zum nächsten. Anziehungsmagnet waren die acht Spielorte, an denen die dritte Kulturnacht ihre vergangenen Publikumserfolge offensichtlich noch einmal kräftig gesteigert hat. Auch wenn die Bändchen als Eintrittskarten noch nicht ausgezählt worden sind: Allein in die Auferstehungskirche kamen rund 1 400 Besucher, wie Pfarrer Hartmut Birkelbach schätzt. Das vielfältige Mammutprogramm der Bad Oeynhausener Kulturschaffenden reichte einmal mehr von Musik und Bildender Kunst über Tanz und Theater bis hin zu Literatur. Und auch diesmal traten alle Akteure und Akteurinnen wieder komplett ohne Gage auf. Wer alles erleben wollte, was an den einzelnen Spielorten im halbstündigen Rhythmus über vier Stunden hinweg gezeigt wurde, brauchte einen ausgeklügelten Plan und Selbstdisziplin. Kein Wunder, dass etliche Besucher die Distanzen per Fahrrad zurücklegten, um sich nichts entgehen zu lassen. Ein Bild in nur 30 Minuten Während im Märchenmuseum die Bildhauerin Astrid Mulch sowie das Künstlerehepaar Rosemarie und Bernhard Sprute erklären, wie sie sich in ihren Arbeiten dem Thema „Visionen und Verwandlungen" nähern, sorgt die Rockband Crossroads in der Wandelhalle für Stimmung und liest die Autorin Maria Sagert in der Volkshochschule aus ihrem neusten Buch. In der Stadtbücherei verblüfft der Architekt Michael Rother sein Publikum, in dem er innerhalb von einer halben Stunde auf einer schneeweißen Leinwand in einer Art „Speed-Dating" ein Bild entstehen lässt. Erst sind es nur Farbflächen. Dann fügt er Linien und Umrisse ein. Und am Ende gibt es für die Betrachter eine Menge zu entdecken. Dass die Angebote der Kulturnacht den Geschmack der Oeynhausener Bürger treffen, ist offensichtlich. Denn brechend voll ist es überall: In der Volkshochschule versuchen die Besucher noch zwei Stockwerke tiefer im Treppenhaus etwas davon mitzubekommen, was die Glücklichen oben auf ihren Stühlen erleben, als das Kleine Theater Rehme Szenen aus der Inszenierung von „Gretchen 89ff" spielt. Nicht anders ist es in der Stadtbücherei. Zum Glück konzertiert die Gruppe „Mockin´Jay" laut genug, damit auch die Besucher außerhalb des Gebäudes noch etwas von dem atmospährischen Konzert mitbekommen können. Trotz des Andrangs bleibt die Stimmung überall entspannt. An allen Orten gab es nur noch Stehplätze Nur noch Stehplätze gibt es auch in der Wandelhalle, als die Big Band „Great Moods" für Stimmung bis an den Siedepunkt sorgt. Und so geht es kreuz und quer durch die Stadt. Selbst dann noch, als der Vollmond längst die Straßen beleuchtet und Toshies Tanzband in der Druckerei einen fulminanten Schlussakkord unter die dritte Kulturnacht setzt. Und es dabei immer wieder schafft, die Gäste zum Tanzen zu animieren. Mehr als nur zufrieden mit der Kulturnacht sind nicht nur die Besucher, sondern auch die Organisatoren: Johannes Kindler, Chef des Kleinen Theaters Rehme, fasst seinen Eindruck so zusammen: „Ein gut gelauntes, aufgeschlossenes Publikum. Und eine tolle Möglichkeit, Kunstschaffende und -interessierte zu treffen und sich zu unterhalten". Ein positives Resümee zieht auch Hartmut Birkelbach: „Die Atmosphäre war wunderbar und die Resonanz der Gäste darauf einfach großartig. Was mich beeindruckt hat, ist die Vielfalt und das generationsübergreifende Format". Eine Einschätzung, die Maren Doehmen vom Team der Druckerei nur bestätigen kann: „Die Kulturnacht war super gut besucht. Und ein absoluter Erfolg". Und, wie Museumsleiterin Hanna Dose ergänzt: "Wir hatten ein wunderbares Publikum".

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