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Im Kreis Minden-Lübbecke wird das Glasfasernetz für 110 Millionen Euro flott gemacht. - © Verwendung weltweit
Im Kreis Minden-Lübbecke wird das Glasfasernetz für 110 Millionen Euro flott gemacht. | © Verwendung weltweit

Bad Oeynhausen Bad Oeynhausen soll als letztes schnelles Internet bekommen

Die Arbeiten zum Breitbandausbau im Kreis Minden-Lübbecke haben mit Stemwede begonnen. Firma verlegt 1.700 Kilometer Glasfaserkabel. In der Kurstadt aber beginnen sie erst im Sommer 2022.

Jörg Stuke
14.09.2019 | Stand 14.09.2019, 19:14 Uhr

Bad Oeynhausen. Die Letzten werden die Ersten sein: Wenn das von Land und Bund mit rund 100 Millionen Euro geförderte Projekt Breitbandausbau im Kreis Minden-Lübbecke beendet ist, werden die jetzt noch unterversorgten Gebiete das schnellste Internet in Europa haben. Das versprach Uwe Krabbe, Geschäftsführer der Internexio Pacht & Management GmbH, am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung. Allerdings wird Bad Oeynhausen erst zum Ende der Bauphase mit den schnellen Glasfaserkabeln ausgestattet. Eben weil die Kurstadt im Kreisvergleich aktuell nicht zu den Letzten gehört. Anfang September sei der endgültige Förderbescheid für das Projekt eingegangen, berichtete Krabbe. Und unmittelbar danach hätten die Bauarbeiten zur Verlegung der Glasfaserkabel begonnen, so Krabbe. In Stemwede. Insgesamt 1.700 Kilometer Glasfaserkabel will Internexio in den nächsten vier Jahren im Mühlenkreis unter die Erde bringen. Das Hamburger Unternehmen hatte die Ausschreibung für das Projekt gewonnen und organisiert nun nicht nur die Bauarbeiten, sondern vermarktet hinterher auch die Anschlüsse. "Wie kommen Sie darauf, dass das Netz hier gut ist?" Bis zu 10 Gigabit pro Sekunde betrage die Leistungsfähigkeit des Netzes, versprach Krabbe. Ein Spitzenwert in Europa, warb er. Rund 21.500 Haushalte, die bislang eine dauerhafte Netzgeschwindigkeit von unter 30 Mbit haben, werden angeschlossen. "Bei allen Haushalten, die das wollen, legen wir das Kabel bis ins Haus hinein", sagte Krabbe. 110 Millionen Euro wird das kosten. Davon zahlen zehn Prozent die Kommunen, den Löwenanteil übernehmen Bund und Land. Von Juni 2022 bis Juli 2023 soll das Netz in Bad Oeynhausen ausgebaut werden - also zum Schluss des Projektes. 309 Gebäude und zehn Schulen sollen hier ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen werden. "Ihre Stadt kommt so spät dran, weil die Versorgung hier relativ gut ist", sagte Krabbe. "Wie kommen Sie darauf", fragte ein entgeisterter Rainer Müller-Held (Bürger für Bad Oeynhausen), der über ständige Abstürze seiner Internet-Verbindung berichtete. "Die Versorgung ist zum Teil saumäßig und gut ist da gar nix", sagte Müller-Held. Eine Erfahrung, die andere Ausschussmitglieder bestätigten. Gut sei eben relativ, entgegnete Krabbe. "Es gibt Bereiche hier im Kreisgebiet, die erreichen nicht mal ISDN-Standard", sagte der Internexio-Geschäftsführer.

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