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Die Gebühren für den Rettungsdienst in Bad Oeynhausen steigen rasant. - © Neue Westfaelische Zeitung
Die Gebühren für den Rettungsdienst in Bad Oeynhausen steigen rasant. | © Neue Westfaelische Zeitung

Bad Oeynhausen Stadt Bad Oeynhausen fasst den Krankenkassen tiefer in die Taschen

Die Gebühren für den Rettungsdienst werden teils erheblich erhöht. Laut Abrechnung fehlen 740.000 Euro zur Kostendeckung.

Ulf Hanke
13.09.2019 | Stand 12.09.2019, 19:48 Uhr

Bad Oeynhausen. Die Retter mit Blaulicht und Martinshorn sind gefragt wie nie. Unter der Notfallnummer 112 bekommen Bürger im medizinischen Notfall schnelle Hilfe. Das verursacht aber auch erhebliche Kosten. Die Stadt holt sich das Geld über Gebühren bei den Krankenkassen zurück. Für das Jahr 2017 war das offenbar viel zu wenig. Laut Abrechnung fehlen 740.000 Euro. Die Folge: Die Gebühren werden deshalb teils erheblich erhöht. Der Hauptausschuss des Stadtrates hat am Mittwochabend eine neue Gebührensatzung einstimmig beschlossen. Besonders teuer wird für die Kassen künftig der Einsatz des für den ganzen Kreis in Bad Oeynhausen stationierten Intensivtransportwagens (ITW), der auch als Rettungswagen für besonders schwergewichtige Patienten eingesetzt wird. Bisher kostete der ITW eine Grundgebühr von 1.244,63 Euro plus 1,35 Euro pro gefahrenen Kilometer. Künftig wird die Stadt für den ITW-Einsatz 3.354,63 Euro Grundgebühr verlangen. Der Kilometerpreis erhöht sich auf 1,82 Euro. Die Grundgebühr steigt damit um 169 Prozent, der Kilometerpreis um 34 Prozent. Beim Rettungswagen (RTW) und Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) fallen die Erhöhungen nicht ganz so rasant, aber immer noch erheblich aus. Der RTW kostet künftig 17,7 Prozent mehr Grundgebühr und 18,9 Prozent mehr pro gefahrenen Kilometer. Beim NEF steigen die Gebühren um 9,5 Prozent (Grundgebühr) und 26,4 Prozent (Kilometerpreis). "Die Gebührenerhöhungen sind mit den Kostenträgern abgestimmt", sagte Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste. Der Kreis Minden-Lübbecke hat nach Auskunft des Beigeordneten bereits angekündigt, dass die geänderten Einsatzzeiten und Einsatzarten zu einer Veränderung bei den in den einzelnen Städten vorgehaltenen Rettungsmitteln führen. Die aktuelle Gebührensatzung dürfte deshalb schon bald wieder angepasst werden.

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